Bildungsstandard
Anlässlich verschiedener Bildungsstudien, z.B. der PISA-Studie, die gezeigt haben, dass das deutsche Bildungssystem international eine eher mittelmäßige Stellung einnimmt und dass es außerdem deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt, arbeitet die Kultusministerkonferenz seit Mitte der 1990er Jahre daran, bundesweit einheitliche Bildungsstandards zu entwickeln und verbindlich zu machen.
Bildungsstandards legen fest, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler bis zu einer bestimmten Jahrgangsstufe erworben haben sollen. Sie konzentrieren sich auf Kernbereiche eines Fachs und beschreiben erwartete Lernergebnisse.
Die Verlagerung von sogenannten input-orientierten Plänen (bisherige Lehrpläne, Bildungspläne und Curricula) zu output-orientierten Standards zeigt, dass das Konzept des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung Eingang ins Bildungswesen hält.
Die Bildungsstandards stellen Output-orientierte Anforderungen an die Schüler. Sie sollen eine allgemeine Vergleichbarkeit ermöglichen. Sie gelten in Baden-Württemberg ab dem Schuljahr 2004/2005, sollen aber im gesamten Bundesgebiet eingeführt werden.
Kritiker haben jedoch bereits Skepsis am Erfolg dieser Maßnahmen angemeldet. Ein näherer Blick auf die von Baden-Württemberg veröffentlichen Bildungsstandards für das Fach Geschichte z.B. zeigen keine großen Veränderungen gegenüber herkömmlichen Lehrplänen. Außer einer ansprechenden Verpackung gibt der Inhalt nicht viel her und und bei Kernfragen halten sich die Autoren bedeckt, so bei der Frage der vergleichbaren Überprüfbarkeit der erworbenen Kompetenzen.
Die Entwicklung von Bildungsstandards erfolgt unter Beteiligung von pädagogischen Psychologen.
Zitate
Die Festschreibung einiger (notwendigerweise spezieller) Inhalte als »allgemeinbildend« verkehrt den Sinn von Allgemeinbildung. Denn eine inhaltlich kanonisierte »allgemeine Bildung«, die erstrebt wird, um gebildet zu sein und um vor anderen gebildet zu erscheinen, deformiert die Bildung zum Statussymbol, ist ungehemmte Begierde, ist mithin ein Nichts. Georg Wilhelm Friedrich Hegel [1770-1831]; dt. Philosoph
