Biomembran

Biomembranen, auch Einheitsmembranen genannt, sind häutchenartige Abgrenzungsstrukturen (Membranen) einer lebenden Zelle. Biomembranen umgeben die Zelle als Zellmembran und definieren sie so als Einheit. Innerhalb der Zelle werden Biomembranen von Organellen verwendet, um sich vom Cytoplasma abzugrenzen.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau einer Biomembran

Eine Biomembran ist eine geschlossene "Blase" aus einer Lipid-Doppelschicht. Sie bildet also nach innen und außen eine geschlossene, hydrophile Oberfläche.thumb|Schema einer Lipid-Doppelschicht

Die Bausteine der Lipid-Doppelschicht sind Phospholipide. Das sind amphiphile Moleküle aus Phosphat, Glycerin und zwei Fettsäuren. Das Glycerin ist mit den Fettsäuren und dem Phosphat verestert. Das Phosphat wiederum ist mit kleinen, stark polaren Molekülen wie Ethanolamin, Serin oder Cholin verestert.

Die Lipide der Membran bewegen sich leicht in der Ebene (seitlicher Platztausch), ein Austausch zwischen den beiden Schichten ist sehr selten. Für eine gezielte Bewegung von einer Membranseite zur anderen, Flipflop genannt, wird ATP benötigt.

Die Fluidität der Membran hängt von der Art der Fettsäurereste der Lipide und von der Zahl der integralen (eingelagerten) Moleküle ab:

Je mehr ungesättigte Doppelbindungen in den Fettsäurenresten sind, desto flüssiger ist die Membran, je weniger, desto zähflüssiger. Cholesterin zum Beispiel vermindert einerseits die Fluidität, verhindert aber bei niedrigen Temperaturen, dass sich die Membran gelartig verfestigt.

[[Bild:TocopherolMembran.png|thumb|100px|Einbau eines Vitamin-E-Moleküls (Tocopherol) in eine Biomembran]] Vitamin E ist ein Antioxidans (wie Vitamin C), es schützt die ungesättigten Fettsäurereste der Phospholipide der Biomembran vor der Zerstörung (Lipidperoxidation) durch freie Radikale.

Jede Zelle identifiziert sich mit Hilfe ihrer peripheren Proteine nach außen hin (siehe Antigen). Diese peripheren Moleküle liegen oder "schwimmen" auf der Membran. Zusätzlich dazu hängen zur Markierung an der Außenseite der Zellmembran oft kurzkettige, teilweise bäumchenartig verzweigte Kohlenhydratverbindungen an den Proteinen und an den Lipiden. Man spricht dann von Glykoproteinen bzw. Glykolipiden. Die nach außen ragenden Strukturen der Zellmembran haben vielfach Rezeptor-Funktion. Diese Glykoproteine und Glykolipide bilden auch die Glykokalyx die bei Zellen ohne Zellwand für Stabilität sorgt.

Integrale Proteine sind Moleküle, die vollständig durch die Lipid-Doppelschicht ragen. Dabei sorgen Transportproteine für den Stoffaustausch mit der Umwelt. Sie bilden unter anderem Ionenkanäle (Tunnelproteine). Andere sitzen in der Membran, wobei hydrophobe Bezirke an ihrer Oberfläche mit den hydrophoben Schwänzen der Lipidmoleküle in Wechselwirkung treten können und hydrophile Bezirke nach außen gekehrt werden. Andere wichtige Vertreter der integralen Proteine sind die Carrier-Proteine. Diese "Pumpen" transportieren aktiv unter ATP-Verbrauch Moleküle entgegen dem Konzentrationsgefälle. Dies ist zum Beispiel wichtig beim Aufrechterhalten des Ruhepotentials bei Axonen von Nervenzellen. Darüber hinaus werden so auch Systeme wie Second messenger möglich.

Geschichte der Modell-Entwicklung

thumb|Schema einer Lipid-Doppelschicht mit peripheren Proteinen (Sandwich-Modell)

Globuläre Proteinmoleküle "schwimmen" in einem bimolekularen Lipidfilm. Der Lipidfilm verhält sich wie eine zähe Flüssigkeit, die Lipidmoleküle sind parallel der Membranebene beweglich, ebenso können sich die Proteinmoleküle in der Membran parallel verlagern. Membranen werden deswegen auch als zweidimensionale Flüssigkeiten bezeichnet. Integrale Proteine, auch assoziierte Proteine genannt, reichen durch die Membran hindurch. Periphere Proteine sind der Lipid-Doppelschicht aufgelagert.

Eigenschaften von Biomembranen

Biomembranen sind semi-bzw. selektivpermeabel:

Funktionen von Biomembranen

Weblinks

Siehe auch

Transport (Biologie)

See also: Biomembran, ATP, Amphiphil, Antigen, Antioxidans, Ascorbinsäure, Atomare Masseneinheit, Axon, Cholesterin, Cholin