Biorhythmus

Biorhythmus ist eine pseudowissenschaftliche Lehre, die besagt, dass man durch einfache Mittel gute und schlechte Tage von Mensch und Tieren ermitteln kann. Der Begriff hat nichts mit biologischen Rhythmen zu tun, sondern wird in der Biologie und der Medizin sorgfältig vermieden.

Die Anhänger der Biorhythmus-Lehre glauben, dass das Leben durch drei Rhythmen mit unterschiedlicher Periodendauer bestimmt wird:

Bei der Geburt fangen diese Rhythmen mit ihrer ersten Periode positiv an, überqueren nach der halben Periodenlänge die Null–Linie und gehen dann in die negative Phase. Am Ende der Periode erfolgt wieder ein Umschlag in den positiven Bereich. Alle Übergänge, das heißt von positiv zu negativ und umgekehrt sind kritische Tage (also potentiell schlechte Tage). Kommt es nun bei allen drei Phasen zu einem Übergang am selben Tag kann das laut der biorhythmischen Lehre schreckliche Folgen haben – während das Zusammentreffen positiver Tage besonders gute Tage zur Folge hat.

Die Basis für diese simple Rechnung wurde am Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Wiener Psychologen Swoboda und den Berliner Arzt Fliess gelegt. Sie versuchten hinter den guten und schlechten Momente eines Lebens eine Gesetzmäßigkeit zu entdecken. Spätere Untersuchungen ihrer „Formel“ konnten keinerlei inhaltliche Relevanz nachweisen.

Die Biorhythmik hat jedoch noch immer eine große Anhängerschaft. Vertreter der Lehre rechnen manchmal sogar gegen Entlohnung fehlerlos vor, wann die guten und schlechten Tage sind. Beweise für ihre Behauptungen gibt es, so behaupten sie, im Überfluss. Auf ihre Weise zeigen die Zahlenmagier, was gute und schlechte Tage sind. Der Tod eines bekannten Zeitgenossen, der Fall eines Politikers, der Sieg eines Sportlers, sogar günstige Firmenergebnisse eines japanischen Motorfabrikanten lassen sich angeblich biorhythmisch ausgesprochen gut verstehen. Teilnehmer eines Springturniers müssen nicht nur ihren eigenen Biorhythmus, sondern auch den ihres Pferdes berücksichtigen. Erfolg an schlechten Tagen und Pech an guten muss vor dem Hintergrund verschiedener Gefühligkeiten der Individuen verstanden werden. In ihrem Verlangen nach wissenschaftlicher Anerkennung versuchen Biorhtytmiker immer wieder, sich bei Untersuchungen nach der biologischen Uhr anzuschließen – bis jetzt ohne Erfolg. Allerdings führt die Vermengung der zwei Begriffe dazu, dass die chronobiologische Forschung, welche sich mit den inneren Uhren beschäftigt, von skeptischen Menschen ebenfalls angezweifelt wird.

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See also: Biorhythmus, Biologie, Chronobiologie, Medizin, Periode, Periodendauer, Pseudowissenschaft, Rhythmus, Springreiten