Bisoziation
Bisoziation bezeichnet den kreativen Vorgang der Verknüpfung von Begriffen, Bilder oder Vorstellungen aus unterschiedlichen begrifflichen Bezugsrahmen. Der Begriff wurde von Arthur Koestler in Anlehnung an das Wort "Assoziation" eingeführt (Der Mensch, Irrläufer der Natur, 1978) und gilt heute als ein Grundbegriff in der Kreativitäts- sowie in der Humorforschung.
Als kreativer Grundbegriff beschreibt Bisoziation das Durchbrechen geistiger Routinen. Während die Assoziation gedankliche Verknüpfungen auf einer Ebene bezeichnet, geht die Bisoziation darüber hinaus, indem sie Begriffe aus zwei einander üblicherweise nicht zugeordneten Ebenen miteinander verbindet.
Diese kreative Verbindung kann zu drei verschiedenen Entdeckungen führen:
- Witz: Aus dem Zusammentreffen nicht zusammengehörender Dinge kann Komik entstehen.
- Erkenntnis/ Entdeckung: Das Zusammentreffen zweier bislang nicht zusammen gedachter Elemente kann zu einer überaschenden Einsicht führen.
- Verstehen: Das Zusammentreffen kann zu einem tieferen Verständnis von Zusammenhängen führen.
In der Humorforschung konzentriert man sich vor allem auf den ersten Aspekt: Humor und Komik entsteht aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Ebenenen und Welten.
Koestlers Überlegungen haben in der Kreativitätsforschung auch zu unmittelbaren Anwendungsvorschlägen geführt. Bisoziation wird dabei zu einer Methode, die bewusst Begriffe und Dinge miteinander in Verbindung bringt, die nach dem üblichen, routinierten Denken nicht zusammen gehören.
