Bistum Mainz
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| 150 px|Das Wappen des Bistums von 1250 Das Bistumswappen von 1250 | 170 px|Karte des Bistums in Deutschland |
| Basisdaten | |
| Bischof: | Karl Kardinal Lehmann (seit 1983) |
| Weihbischof: | Ulrich Neymeyr (seit 2003) Werner Guballa (seit 2003) |
| Generalvikar: | Domkapitular Dietmar Giebelmann |
| Dekanate: | 20 |
| Pfarreien: | 344 |
| Fläche: | 7.692 km² |
| Einwohner: | ca. 2.770.405 |
| Katholiken: | ca. 809.000 |
| Anteil: | 29,4 % |
| Anschrift: | Bischofsplatz 2 55116 Mainz |
| Website: | www.bistum-mainz.de |
| E-Mail-Adresse: | info@bistum-mainz.de |
300 px|thumb|Das Erzbistum Mainz und sein Metropolitanverband bis 1803 Das Bistum Mainz (lat Dioecesis Moguntinus) erstreckt sich heute über Gebiete der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg gehört Bad Wimpfen als Exklave zum Bistum. Die Diözese kann auf eine 1.600-jährige Historie zurückblicken. Die 1.000-jährige Geschichte als Erzbistum wurde entscheidend von der Position des Erzbischofs als Kurfürst und Reichserzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation beeinflusst.
Mainz ist neben Rom die einzige Diözese der Welt, die den Titel eines Heiligen Stuhles führt.
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Geschichte
Frühzeit
Das Bistum Mainz geht auf die frühchristliche Gemeinde der Stadt (2. Jh.?) zurück. Seit dem 4. Jahrhundert ist das Bistum bezeugt, erster Bischof, dessen Existenz sicher bezeugt ist, war Mar(t)inus (343).
Das Erzbistum im Mittelalter
Durch den Missionar Winfried Bonifatius (ca. 673-754), dem ersten Erzbischof (als persönlicher Titel) von Mainz erreichte das Bistum durch die von dort betriebene Christianisierung der Sachsen und Friesen erstmals überregionale Bedeutung. Bonifatius' Nachfolger Lullus bemühte sich sofort nach der Ernennung, das Bistum zum Erzbistum aufsteigen zu lassen. Diese Bemühungen waren nach anfänglichen Fehlschlägen von Erfolg gekrönt, als das Bistum um 780/82 durch den Papst zum Erzbistum erhoben wurde. Lullus und seine Nachfolger erreichten, dass viele neu gegründete Bistümer in die Kirchenprovinz Mainz eingegliedert wurden. Das Ergebnis dieser Politik war die größte Kirchenprovinz nördlich der Alpen. Der Metropolitanverband des Erzbistums umfasste schließlich die Bistümer Worms, Speyer, Straßburg, Würzburg, Eichstätt, Augsburg, Paderborn, Halverstadt, Hildesheim, Verden, Havelberg (948 - 986, danach Erzbistum Magdeburg), Brandenburg (948 - 986, danach Erzbistum Magdeburg), Olmütz und Prag (Olmütz und Prag schieden 1344 aus dem Metropolitanverband aus, Prag wurde Erzbistum mit Olmütz als Suffraganbistum). Im 18. Jahrhundert kamen die neuen Bistümer Fulda (ab 1755) und Corvey (ab 1794) hinzu.
Von besonderer Bedeutung ist das Wirken von Erzbischof Willigis anzusehen, unter dessen Ägide der Mainzer Dom erbaut wurde und die Bedeutung des Mainzer Erzbischofsstuhls durch die dauernde Verbindung mit der Erzkanzlerwürde erheblich aufgewertet wurde. Der Erzbischof von Mainz war von da ab Erzkanzler des Reiches und einer der sieben Kurfürsten, die den König wählten (siehe Kurmainz). Die Goldene Bulle von 1356 bestimmte, dass der Erzbischof von Mainz seine Stimme als letzter abzugeben hatte, so dass ihm bei Stimmengleichheit die Entscheidung zukam.
Schon vor der Zeit des Willigis nämlich 955 wurde der Mainzer Erzbischof in einigen Quellen als Bischof des Heiligen Stuhles von Mainz bezeichnet. Siegfried II. von Eppstein (1200-1230) führte schließlich die Bezeichnung "Sigfridus Dei gratia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus" (Siegfried, von Gottes Gnaden Erzbischof des Heiligen Stuhles von Mainz) im Wappen. Viele Wappen der nachfolgenden Erzbischöfe zeigten ähnliche Formulierungen. Mainz selbst wurde ab dem Mittelalter als "Goldenes Mainz, der römischen Kirche besondere Tochter" ("Aurea Moguntia - Romane Cicle - Specialis filia") bezeichnet. Der Erzbischof betrachtete sich als zweiten Mann neben dem Papst.
Im Spätmittelalter setzte eine wechselvolle Geschichte ein. 1344 wurden die Suffranganbistümer Olmütz und Prag zugunsten der neu gegründeten Erzbistums Prag abgespalten.
Neuzeit
1514 wurde Albrecht von Brandenburg Erzbischof, der außerdem auch noch die Erzbischofwürde von Magdeburg innehatte und Administrator von Halberstadt war. Eine derartige Ämterfülle kostete den Erzbischof eine Menge Geld, beschafft wurde dies vor allem mit Ablassbriefen, die im wesentlichen durch den Ablassprediger der Mainzer Kirchenprovinz Johann Tetzel verkauft wurden. Tetzel und sein Handel wurde kurze Zeit später, nämlich 1517 mitursächlich für die Reformbewegung Martin Luthers. Die Reformation fand in Mainz besonders schnell großen Anklang, was auch durch den von Johannes Gutenberg erfundenen Buchdruck begünstigt wurde. Schriften konnten so schnell in großer Auflage hergestellt werden. Doch das Mainzer Metropolitankapitel wählte als Nachfolger Albrechts 1545 den katholischen Sebastian von Heusenstamm zum neuen Erzbischof. Das Erzbistum blieb so katholisch.
In der Barockzeit begann im Bistum vor allem zur Amtszeit des Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn (1647-1673) eine Phase der Konsolidierung nach den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs, der sich eine neue Blütezeit von Erzbistums und Stadt anschloß. Außerdem war der Erzbischof auch maßgeblich am Westfälischen Friendensschluss beteiligt. Für die neue Blütezeit des Katholizismus ist auch der indirekte Nachfolger des Erzbistums aus der gleichen Familie, Lothar Franz von Schönborn, maßgeblich verantwortlich.
Die Auswirkungen der Französischen Revolution auf das Erzbistum
Nach der Französischen Revolution wurde das Erzbistum Mainz/Kurmainz säkularisiert. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 beschloss die Übertragung der Würden des Erzbistums auf die Kirche von Regensburg. Am 01. Mai 1805 bestätigte Papst Pius VII. die Translation. Die seit 782 bestehende Kirchenprovinz hatte damit aufgehört zu existieren. Im Wiener Kongress 1815 wurden zwar die Gebietsabtretungen des Reiches an Frankreich zurückgenommen, das Erzbistum Mainz wurde jedoch nicht wiedererrichtet sondern als Suffraganbistum der neugegründeten Oberrheinischen Kirchenprovinz mit Metropolitansitz in Freiburg (siehe: Erzbistum Freiburg) zugeschlagen, zu dem es noch heute gehört. Die 1821 gezogenen Mainzer Kirchengrenzen decken sich bis heute mit dem Gebiet des ehemaligen Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Daher ist auch heute noch die württembergische Stadt Bad Wimpfen, ehemals Exklave des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, Teil der Diözese Mainz.
Neubeginn: Das Bistum Mainz
Maßgeblich für die Erneuerung des Bistums war nach dem Untergang der alten Erzdiözese der neue (von Napoleon eingesetzte) Bischof Joseph Ludwig Colmar, der auch den Dom vor dem Abriss bewahrte.
Im späten 19. Jh. errang der Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler in der Sozialdebatte der katholischen Kirche (Sozialenzyklika Leos XIII.) eine überdiözesane Bedeutung.
Der später zum Kardinal ernannte Bischof Hermann Volk nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, wo er sich entscheidend einbringen konnte.
Die seit Jahren rückläufigen Kirchensteuereinnahmen, Katholikenzahlen und Priesterweihen werden in Zukunft dazu zwingen, nicht nur Pfarreien auf Basis eines neuen Seelsorgekonzepts zu fusionieren, sondern auch Kirchen zu schließen (Siehe auch: Kirchensterben). Problematisch wird hierbei die künftige Nutzung der dann ehemaligen Kirchengebäude sein.
Frühere Bischöfe
- Joseph Ludwig Colmar (1802-1818)
- Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1850-1877)
- Albert Stohr (1935-1961)
- Hermann Kardinal Volk (1962-1982)
- siehe dazu auch: Liste der (Erz-)Bischöfe von Mainz,
Bistumsgliederung
Das Bistum Mainz gliedert sich 20 Dekanate:
- Alsfeld
- Alzey/Gau-Bickelheim
- Bergstraße Mitte
- Bergstraße Ost
- Bergstraße West
- Bingen
- Darmstadt
- Dieburg
- Dreieich
- Erbach
- Gießen
- Mainz-Stadt
- Mainz-Süd
- Offenbach
- Rodgau
- Rüsselsheim
- Seligenstadt
- Wetterau-Ost
- Wetterau-West
- Worms
Dom- und Diözesanarchiv
- Heringsbrunnengasse 4
- Rochusstift
- 55116 Mainz
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Mainzer Dom
- Wormser Dom
- Stiftskirche St, Martin in Bingen
- Einhard-Basilika in Seligenstadt
- St. Stephan zu Mainz (Chagall-Fenster)
Wallfahrtsstätten
Ein Überblick über alle Wallfahrtstätten findet sich auf der Homepage des Bistums, siehe unten unter Weblinks. Im Bistum gibt es etwa 35 Wallfahrtsstätten, die meistens zur Verehrung von Heiligen oder Reliquien stattfinden. Bedeutend sind vor allem:
- Bad Wimpfen - am Berg
- Bad Wimpfen - im Tal
- Rochusberg (Rochus = Pestheiliger) bei Bingen
- Dieburg
- Gau-Algesheim
- Gau-Bickelheim
- Ilbenstadt
- Ockenheim: Priorat Jakobsberg
- Seligenstadt
Siehe auch
Literatur
- Friedhelm Jürgensmeier: Das Bistum Mainz. Von der Römerzeit bis zum II. Vatikanischen Konzil, Knecht Verlag, Frankfurt/ Main 1988 ISBN 3-782-00570-8
Weblinks
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