Bistum Verdun
Das in Frankreich gelegene Bistum Verdun (lat. Virodunensis) entstammt dem 4. Jahrhundert. Die in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts erlangten Grafenrechte über Verdun bestätigte Kaiser Otto III. 997 endgültig.
Das zum Trierer Metropolitanverband gehörende Bistum hatte um das Jahr 1000 einen Umfang von etwa 3.000 km² und deckte sich fast vollständig mit der Grafschaft Verdun. In dieser Zeit konnte das Bistum bereits 4 Archidiakonate mit 9 Dekanaten aufweisen.
Das Domkapitel, welches unter der Leitung eines Propstes stand, hatte auch das Amt eines Primicerius. Dieser konnte sich im Mittelalter zum wichtigsten Mann nach dem Bischof aufschwingen. Doch verfiel das Amt und wurde 1385 abgeschafft. Seither leitete der Dekan das Kapitel.
Pestepedemien und Kriegszüge ließen das Bistum im 14. Jahrhundert einen Großteil seiner Bevölkerung verlieren, so dass es auch wirtschaftlich in den Niedergang geriet. Zwischen 1457 und 1548 hielt keiner der Bischöfe seine Residenz in der Diözese. Gerade in dieser Zeit geriet es in das Kräftespiel zwischen Frankreich, Burgund, Lothringen und dem Kaiser. Hinzu kam, dass der Papst das Wiener Konkordat nicht auf das Bistum Verdun anwenden wollte. Seine Ernennungen spielten das Fürstbistum dem Herzog von Lothringen in die Hände und führten zu einer weiteren Distanzierung zwischen dem Fürstbistum und dem Reich. Das Königreich Frankreich beanspruchte seit dem 16. Jahrhundert nicht nur immer mehr Rechte, sondern errichtete im 1. Viertel des 17. Jahrhundert in der Bischofsstadt auch eine Zitadelle. Als der Bischof dagegen protestierte und den königlichen Gerichtspräsidenten Exkommunizierte wurde er nach Paris abgeführt und sein Einkommen beschlagnahmt.
Der Westfälische Frieden (1648) ließ das Bistum endgültig an Frankreich übergehen.
Nachdem das Bistum Verdun im Verlauf der Französischen Revolution säkularisiert wurde, kam es am 6. Oktober 1822 zu einer Wiederbegründung. Aus dem Bistum Nancy herausgelöst umfasste es nun ein Gebiet von 6.216 km² und gehört dem Metropolitanverband Besançon an.
1950 zählte das Bistum 180.000 Katholiken (95,3%) in 451 Pfarreien mit 391 Diözesanpriestern, 11 Ordenspriestern und 380 Ordensschwestern. Bis 2002 sank die Zahl der Katholiken jedoch auf 170.000 (88,5%) in 577 Pfarreien mit 115 Diözesanpriester (davon 45 im Ruhestand) und 11 Diakonen. Hierzu kamen noch 3 Ordenspriester und 90 Ordensschwestern in 11 Niederlassungen.
Weblinks
Siehe auch
- Liste der Bischöfe von Verdun
- Liste der katholischen Bistümer
- Liste der ehemaligen katholischen Bistümer
- Liste der Titularbistümer
Verdun
