Blitz

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30px|Begriffsklärung Dieser Artikel beschreibt das Naturphänomen Blitz. Für andere Bedeutungen siehe Blitz (Begriffsklärung).

thumb|250px|Blitze Als Blitze bezeichnet werden sehr helle, kurzfristige Lichterscheinungen, die entweder durch Geräte (siehe Blitzlichtfotografie) oder Ladungsausgleiche in den Wolken beziehungsweise zwischen den Wolken und der Erde hervorgerufen werden. Dabei wird je nach dem Vorzeichen der Spannungsdifferenz zwischen aufwärts- und abwärts gerichteten Blitzen unterschieden. Vor der sichtbaren Entladung baut sich ein starkes elektrisches Feld, der sog. Blitzkanal, auf. Der Blitzkanal hat wenige cm bis mehrere m im Durchmesser; in ihm findet kurz darauf die eigentliche Funkenentladung statt. Im Beispiel eines Wolke-Erde-Blitzes findet zunächst ein Ladungsausgleich von der Wolke zum Boden statt. Hierbei kommt es zu einem sehr dunklen Blitz (Leitstrahl), welcher die Voraussetzung für den Hauptblitz (Fangstrahl) liefert, da durch ihn ein Plasmas geschaffen wird. In diesem elektrisch sehr viel besser als die feuchte Luft leitfähigen Plasmakanal entlädt sich dann sehr viel mehr Energie. Der Strom fließt hierbei entgegen der landläufigen Ansicht vom Boden zur Wolke. Die bekannte Lichterscheinung entsteht erst bei dieser zweiten Entladung. [1] Durch den Strom erwärmt sich die Luft schlagartig sehr stark, was zu einem Druckanstieg und damit zu einem Knall (Donner) führt. Das "Grollen" des Donners kommt durch Echo-Effekte zustande.

Ein (vertikaler) Blitz ist ca. 5 bis 7 Kilometer lang [2], es wurden auch schon Längen (in Wolken) von 140 km bestimmt.

Inhaltsverzeichnis

Häufigkeit von Blitzen

Weltweit gibt es jederzeit 2000 bis 3000 Gewitter, was auf der gesamten Erde täglich 10 bis 30 Millionen Blitze ergibt. Das sind über 100 Blitze in jeder Sekunde. Doch nur 10% aller Blitze schlagen in den Boden ein. Am Ort des Einschlags können sie Temperaturen von mehreren 1000° C erzeugen.

In der Bundesrepublik Deutschland gab es 2003 über 2 Millionen Blitze. In Österreich schwankt die seit 1992 registrierte Zahl zwischen 104.000 und 222.000, davon allerdings 70% in der südöstlichen Landeshälfte und nur 10% im alpinen Tirol. Die bisherige Regel, dass im Gebirge mehr Blitze auftreten, dürfte also nicht überall gelten.

Die allgemeine Blitzhäufigkeit in Deutschland liegt zwischen 0,5 und zehn Einschlägen pro Quadratkilometer und Jahr. Der Schnitt Bayerns liegt unter 1 Blitz pro km² jährlich, in Österreich und Norditalien bei 1-2, in Slowenien bei 3. Fast überall gibt es kleinere Bereiche, die 2-3 mal höher liegen (und umgekehrt).
Ferner hängt die Blitzhäufigkeit sehr stark von der Jahreszeit ab. Im Juli und August kommt es zu vielen Blitzschlägen, im Januar gibt es fast keine.

Am häufigsten blitzt es in Deutschland im Schwarzwald, in Österreich und Italien an den Südlichen Kalkalpen. Besonders häufig kommen Blitze in Durban in Südafrika vor [3], [].
In Brasilien untersucht das DLR-Forschungsflugzeug Falcon die Entstehung von Stickoxiden durch Blitze in tropischen Gewittern.

Ortung

Blitze rufen starke elektromagnetische Störungen im Funkverkehr hervor. Auf "leeren" Radiofrequenzen der Lang- und Mittelwelle machen sich Blitze durch deutliches Knacken bemerkbar. Dieses Phänomen wird zur automatischen Ortung von Blitzeinschlägen genutzt. Die Ergebnisse sind auf diversen Internetseiten als Blitzkarten erhältlich. Gegen Versicherungsbetrug nutzen Versicherungen Meldesysteme von z. B. Siemens oder des österreichischen bis Mitteldeutschland reichenden ALDIS, welche Blitzeinschläge auf wenige Meter genau orten.

Schäden durch Blitze

Blitze richten in der Bundesrepublik jährlich Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro an. Durch Blitzeinschlag können Elektrische Geräte und Computer beschädigt werden, sowie Haus- und Waldbrände entstehen. Zum Schutz werden viele Gebäude mit Blitzableitern versehen, die aber von den Versicherungsgesellschaften nicht ausdrücklich verlangt werden. Ihre Wirksamkeit hängt vor allem von der fachgemäßen Erdung ab. Die am Markt angebotenen Schutzvorrichtungen für PCs sind jedoch nicht immer wirksam. Dies liegt auch daran, dass eine Schädigung durch die von Blitzen verursachten extrem hohen Feldstärken in ihrer Nähe verursacht werden kann und deshalb Schutzvorrichtungen wirkungslos bleiben.

Während eines Gewitters ist man im Freien - vor allem auf erhöhten Standpunkten - der Gefahr des Blitzschlags ausgesetzt. Am sichersten ist man in einem Haus. In Autos soll man auch sicher sein, da diese wie ein Faradayscher Käfig funktionieren und den Blitz außen ableiten sollen. Je nach Beschaffenheit der Außenhaut des Fahrzeugs (Kunststoff) kann dies jedoch nicht immer zutreffen; es gibt in der Literatur Hinweise, daß es zu Personenschäden in Fahrzeugen gekommen sein soll.

Tödlicher Blitzschlag ist in der BRD selten geworden, und die durchschnittlich 3 bis 7 Todesopfer pro Jahr ließen sich durch weitere Vorsichtsmaßnahmen noch weiter reduzieren.
Im 19. Jahrhundert wurden in Deutschland noch an die 300 Personen jährlich vom Blitz getötet, da wesentlich mehr Menschen auf freiem Feld arbeiteten und sie sich nicht in Faradaysche Käfige (Autos, Traktoren, Mähdrescher...) zurückziehen konnten - siehe [4]. Im Jahr 2002 starben in Deutschland drei Menschen an einem Blitzschlag.

Beim Einschlag eines Blitzes kann eine elektrische Spannung von mehr als 100 Millionen Volt zwischen Wolken und Erde vorliegen, beim Blitzschlag fließt ein Strom von etwa 20.000 bis 200.000 Ampere. Derartige Spannungsunterschiede bauen sich durch Reibungsvorgänge zwischen Eiskristallen in Gewitterwolken auf.

Die Temperatur am Einschlagpunkt, wo bei Metallen ein kleines Loch geschmolzen wird, kann bis über 30.000° Celsius [5] betragen.


In den USA gibt es eine Selbsthilfegruppe blitzschlaggeschädigter Menschen und deren Angehöriger.

Ein besonders spektakulärer Blitzschaden ereignete sich 1970 in Orlunda, Schweden. Damals zerstörte ein Blitzschlag den Fußpunktisolator des 250 Meter hohen Zentralmast des Langwellensenders und brachte diesen hierdurch zum Einsturz.

Verhalten bei Gewittern

thumb|315px|right|Ein Blitz bei Duisburg (GIF-Animation: März 2005) Wenn man vom Gewitter überrascht wird, möchte man meistens zweierlei erreichen, nicht nass zu werden, und was noch viel wichtiger ist, vom Blitz verschont zu bleiben. Für das Erste nimmt man am Besten regendichte Kleidung.

Um nicht vom Blitz getroffen zu werden gilt es zwei Dinge zu beachten:

Dazu gehört:
  • Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen zu suchen
  • auf offenem Gelände möglichst klein machen um kein direktes Ziel darzustellen.
Dazu gehört:
  • Die unmittelbare Nähe von Holzmasten meiden.
  • Abstand von Bäumen halten, wegen Sekundärblitzgefahr und möglicherweise umhergeschleuderten Holz- und Rindenteilen
  • Hinkauern, Nicht hinlegen, Kontaktbereich zum Boden minimieren, beim Hocken Arme am Körper lassen, Kopf einziehen. Dies wird durch Gummisohlen (oder anderes isolierendes Material) unterstützt
  • Enge Mulden und Höhleneingänge meiden, besser auf ebenes Terrain stellen, oder tiefer in die Höhle gehen, der Blitz verteilt sich größtenteils an der Oberfläche und kann in Höhlen der Wandkrümmung oft nicht folgen und Überspringt den Eingang als Sekundärblitz, analog mit Bodenmulden.

Oft falsch verstanden und lebensgefährlich ist ein altes Sprichwort: Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Der Ursprung dieses Sprichworts könnte darin liegen, dass Buchen eine glatte und Eichen eine zerklüftete Rinde besitzen. Dadurch wird bei Regen der Blitz an der durchgängig feuchten Rinde der Buche besser an der Außenseite in den Boden geleitet, als bei der durch ihre tiefen Furchen nicht durchgänig feuchten Eichenrinde. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit bei Buchen geringer als bei Eichen, dass der Baumstamm beim Blitzeinschlag im unteren Teil explodiert und den Schutzsuchenden verletzt. Das Risiko durch Bäume ist außerdem dadurch gegeben, dass der Blitz zwar oben in den Baum einschlägt, aber weiter unten wieder heraus kommt und dann in den dort schutzsuchenden Menschen einschlägt. Ein weiterer Grund liegt im unterschiedlichen Wurzelaufbau der Bäume. Die lange Pfahlwurzel der Eiche, die oft bis ins Grundwasser ragt, läßt den Baum häufiger zum Blitzopfer werden als die flachere Herzwurzel der Buche. Bei einer Buche hinterlässt ein Blitzeinschlag typischerweise einen senkrechten, einige Zentimeter breiten, etwas spiralförmigen Schnitt in der Borke.

Richtig ist, alle Bäume, hohe Holzmasten und Gewässer bei einem Gewitter zu meiden. Kammlagen und hohe Bäume sollten – auch im Wald – gemieden werden und nur dann, wenn man sich tief im Wald befindet, gilt das oben erwähnte Sprichwort.

Sich in eine Mulde oder in eine Höhle zu ducken kann zwar das Riskio minimieren direkt vom Blitz getroffen zu werden, aber es ist unbedingt zu beachten, dass insbesondere in engeren Mulden und in Höhleneingängen das Risiko von einem Blitzeinschlag betroffen zu werden trotzdem höher sein kann, als auf offenem Terrain, da bei einem Blitzeinschlag in der Nähe die sich verteilende Elektrische Ladung nicht der Krümmung des Bodens bzw. Höhlenwand folgt, sondern die "Lücke" direkt als Sekundärblitz überspringt, der dann in dort befindliche Menschen einschlagen kann.

Es wird empfohlen, auf Zehenspitzen (ohne Abstützen durch Hände auf dem Boden oder an Dingen in der Nähe) in die Hocke zu gehen und den Kopf einzuziehen. Halten sie sich dabei von allem fern, was Kontakt mit dem Boden hat und den Strom leiten kann, z.B. Regenpfützen oder Pfähle.

Hinlegen oder breitbeiniges Hinstellen erhöhen das Risiko bei einem indirekten Blitzeinschlag von dem sich im Boden ausbreitenden Blitz als "Ladungsverteiler" genutzt zu werden, da der menschliche Körper den elektrischen Strom aufgrund des Salzgehalts besser leitet als der Boden, auch wenn dieser nass ist.

Gegen einen direkten Blitzschlag können aber auch mehrere Zentimeter dicke Gummisohlen nicht schützen.

Erscheinungsformen des Blitzes

thumb|right|Nächtliches Gewitter am Fuß des Südschwarzwalds

Linienblitz

Ein Linienblitz hat keine Verzweigungen. Er sucht sich jedoch nicht immer den direkten Weg zum Erdboden, sondern kann auch Bögen beschreiben, die aus einer bestimmten Perspektive als Knoten und kreisförmige Verschlingungen gesehen werden können.

thumb|right|Flächenblitz in Norman, Oklahma 1978

Flächenblitz

Ein Flächenblitz zeigt zahlreiche Verzweigungen vom Hauptblitzkanal.

Perlschnurblitz

Der Perlschnurblitz ist eine Blitzart, bei der der Blitz nicht durch einen zusammenhängenden Blitzkanal gekennzeichnet ist, sondern in einzelne, meist nur wenige Meter lange Segmente zerfällt. Diese einzelnen Segmente leuchten heller und meist auch etwas länger als ein "normaler" Linienblitz. Von weitem betrachtet sehen die kurzen, leuchtenden Segmente des Blitzes wie eine Perlenschnur aus.

Perlschnurblitze sind wie Kugelblitze sehr seltene Blitzphänomene. In Laboren ist es bereits gelungen, Perlschnurblitze künstlich zu erzeugen. Dennoch hat man ihre Bildung noch nicht restlos verstanden: als Ursache könnten Instabilitäten im Plasma des Blitzkanals in Frage kommen.

Kugelblitz

Hauptartikel: Kugelblitz

Die Existenz des (meist als etwa fußballgroße Erscheinung beschriebenen) Kugelblitzes ist eine heute noch umstrittene Frage, obwohl es durchaus Fotos gibt . Die nur selten berichteten Phänomene können angeblich wegen eines Quantentunneleffektes durch Mauern dringen und sich langsam in Bodennähe bewegen. Künstliche Kugelblitze sollen in einigen Laboren schon erzeugt worden sein.

Wetterleuchten

thumb|right|Wetterleuchten auf Formentera 2004 Hauptartikel: Wetterleuchten

Unter Wetterleuchten (mittelhochdt. leichten, nicht verwandt mit leuchten, wie oft angenommen) wird meist der Widerschein von Blitzen verstanden, wenn man die Blitze selbst nicht sieht. Es kann bei einem weit entfernten Gewitter oder bei Blitzen, die sich innerhalb von Wolken entladen, entstehen. Den Donner hört man wegen der großen Distanzen meistens nicht mehr deutlich.

St.-Elms-Feuer

Hauptartikel: Elmsfeuer

Ein Elms-Feuer ist eine Funkenentladung. Sie tritt meist an hohen Gegenständen wie Fernsehantennen, Schiffsmasten oder Gipfelkreuzen auf. Bergsteiger berichten öfters, dass diese sog. Spitzenentladung auch am Pickel auftritt, den man daher bei Gewittern nicht in der Hand tragen soll.

Blue Jets, Red Sprites und Elfen

thumb|Red Sprite Bei den „Elfen“ (engl.: Elves) handelt es sich um Blitzentladungen, die die Gase in der Ionosphäre erleuchten. Sie treten über großen Gewitterwolken als rötlicher Ring in etwa 90 km Höhe auf und werden vermutlich durch Wolkenblitze induziert.

Die „Kobolde“ (engl.: Sprites) tauchen in der Mesosphäre in einer Höhe von etwa 70 km ebenfalls über gewaltigen Gewittern auf. Sie breiten sich im Millisekundenbereich nach oben und unten aus, erscheinen meist rötlich und haben unterschiedliche Formen, von Pilzgebilden bis hin zu Lattenzäunen.

In rund 40 km Höhe entstehen auf ähnliche Weise die blauen kegelförmigen Entladungen, die aber Zehntelsekunden dauern können und nach verschiedenen Quellen auf- oder abwärts laufen. Erste Berichte stammen aus dem Jahr 1989, doch vermutlich gab es schon vor dieser Zeit Beobachtungen von Blue Jets und Red Sprites. Flugzeugpiloten, die dieses Phänomen beobachten konnten, behielten es für sich, da sie sonst eventuell außer Dienst gestellt worden wären, wenn man ihnen nicht geglaubt hätte.

Extragalaktische Blitze

In der höheren Atmosphäre werden durch energiereiche Gammastrahlung von Galaxien und Supernova-Überresten schwache Lichtblitze ausgelöst. Diese Tscherenkow-Blitze sind allerdings kaum sichtbar, obwohl die Gammaquanten enorme Energien von einigen Tera-eV haben (billionenmal mehr als Licht). Diese Blitze untersucht man mit so genannten Tscherenkow-Teleskopen, mit deren Hilfe man nun auch vom Erdboden aus indirekt extraterrestrische Gammastrahlenquellen beobachten kann, da Gammastrahlen von der Erdatmosphäre absorbiert werden. Die Beobachtung der Tscherenkow-Blitze mittels Tscherenkow-Teleskopen hat somit neue Möglichkeiten in der vorher nur weltraumgestützten Gammaastronomie eröffnet. Das erste große Tscherenkow-Teleskop, das High Energy Stereoscopic System ging 2002 in Namibia in Betrieb und registriert nun die „Blauen Blitze“ mit einer Anordnung von vier großen Spiegeln . Das Projekt wird von 70 Wissenschaftlern aus Europa und Afrika betreut (aus Deutschland das MPI Heidelberg und vier norddeutsche Institute). Die Forschungen begannen 1989 am Whipple-Tscherenkow-Teleskop, einem Metallspiegel von etwa 10 Metern. Interessant ist der Effekt weniger für Meteorologen als für Astronomen, weil diese nichtthermische Strahlung im gesamten Universum etwa soviel wie die Lichtstrahlung ausmachen könnte.

Geschichte der Blitzforschung

Vor den Eichen sollst du weichen
Und die Weiden sollst du meiden.
Zu den Fichten flieh mitnichten,
Doch die Buchen musst du suchen!

Baurecht und Blitzschutz

Gesetzliche Vorgaben

Bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen führen kann, sind mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen. (Deutschland – Auszug aus der Musterbauordnung 2002)

Bauliche Anlagen sind mit Blitzschutzanlagen, die den Erfahrungen der technischen Wissenschaften entsprechen, auszustatten, wenn sie durch ihre Höhe, Flächenausdehnung, Höhenlage oder Bauweise selbst gefährdet oder widmungsgemäß für den Aufenthalt einer größeren Personenzahl bestimmt sind oder wenn sie wegen ihres Verwendungszweckes, ihres Inhaltes oder zur Vermeidung einer Gefährdung der Nachbarschaft eines Blitzschutzes bedürfen. (Österreich – Auszug aus der Bauordnung Wien)

Diese oder ähnliche Vorgaben finden sich in vielen Landesbauordnungen. Der Gesetzgeber schreibt damit für jedes Bauvorhaben eine Einzelfallprüfung vor. Es ist zu prüfen, ob Blitzschlag leicht eintreten (z. B. anhand der Lage und Ausdehnung des Gebäudes) oder zu schweren Folgen (z. B. Personenschaden) führen kann.

Risikoanalyse - Blitzschutznachweis

Der Gesetzgeber benennt keine technische Regel, nach der diese Prüfung durchgeführt werden soll. Im Prinzip ist daher der Bauherr/Architekt in der Nachweisführung frei, soweit alle im Gesetzestext genannten Einflussgrößen (Lage, Bauart, Nutzung, Folgen) detailliert betrachtet werden. In der Praxis erweist sich das als gar nicht so einfach, weil in der Regel die erforderlichen Abschätzungen eine entsprechende Erfahrung voraussetzen. Welcher Arbeitsaufwand hinter einer fachgerechten Risikobeurteilung stecken kann, lässt sich anhand der DIN V VDE V 0185 Teil 2 ablesen. Diese Norm erfüllt vom Umfang die gesetzlichen Mindestanforderungen, die Anwendung ist also baurechtlich zulässig. Andererseits ist der Aufwand für die Datenerfassung und Berechnung für viele Bauvorhaben unangemessen hoch. Besonders problematisch ist jedoch, dass in Einzelfällen die Berechnungsergebnisse nicht mit dem geltenden Baurecht in Einklang stehen. Der Gesetzgeber oder die Rechtsprechung haben für bestimmte Gebäudetypen/Nutzergruppen andere Festlegungen getroffen.

Eine Berechnung kann daher immer nur der erste Schritt der Risikobetrachtung sein, in einem weiteren Schritt sind noch baurechtliche Besonderheiten zu berücksichtigen.

Mythologie

Die Germanen deuteten den Blitz als sichtbares Zeichen dafür, dass Thor seinen Hammer zur Erde geschleudert hatte. Bei den Slawen war der Gewittergott Perun.

Siehe auch

Weblinks

20px|Wiktionary Wiktionary: Weiteres zur Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen von Blitz
20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Blitz

See also: Blitz, 1752, 2003, 6. November, ALDIS, Ampere