Bodenverdichtung
Von Bodenverdichtung wird gesprochen, wenn es durch Aufbringen von Last zu einer Veformung und somit zu einer Veränderung des Drei-Phasen-Systems Bodens kommt.
Bei relativ geringer Auflast stellt sich eine reversible (elastische) Verformung ein, die nach dem Beenden der Belastung wieder in den Ausgangszustand zurückfedert. Kommt es zu einer Belastung über den Punkt der Vorbelastung, so zeigt sich eine plastische Verformung die nicht reversibel und somit nicht vollständig in den Ausgangszustand zurückfedert. Somit kommt es vor allem bei dem Überschreiten der Vorbelastung zu einer Scherung der Bodenpartikel gegeneinander und einer Einregelung dieser mit einer Zunahme der festen Phase mit gleichzeitiger Abnahme der flüssigen und gasförmigen Phase.
Probleme der Bodenverdichtung ergeben sich vor allem in der Landwirtschaft, wie auch in der Forstwirtschaft, wo sich besonders negative Aspekte zeigen. Abnahmen der Luftleitfähigkeit, Wasserleitfähigkeit, sowie Zunahmen der Vorbelastung, der Scherparameter,Lagerungsdichte lassen sich nachweisen.
Als besonders schwerwiegend hat sich das Problem der Unterbodenverdichtung unterhalb der Pflugsohle auf landwirtschaftlichen Flächen gezeigt. Neben der verminderten Wasser- und Luftversorgung (aszendent wie auch dezendent) für Pflanzen und Mikroorganismen macht auch ein erhöhter Eindringwiderstand für die Pflanzenwurzeln eine Bewirtschaftung zunehmend problematischer. Zwar gibt es geeignete Maßnahmen um diesen Verdichtungen entgegenzuwirken, wie die Verwendung von Terrareifen, Direktsaat oder mechanische Lockerungsmaßnahmen, doch eine Regeneration von Bodenschäden findet unter natürlichen Bedingungen, wenn überhaupt, nur sehr langsam statt.
Die Problematik der Bodenverdichtung ist seit einigen Jahrzehnten ein Streitpunkt in der Wissenschaft.
Siehe auch
- Handbuch der Bodenkunde ISBN 3-609-72210
- Handbuch des Bodenschutzes ISBN 3-609-65853-3
