Boeing 747
[[Bild:Boeing 747 - Singapore Airlines - 001.jpg|thumb|left|250px|Boeing 747 der ]]
Die Boeing 747 ist ein Passagierflugzeug der Boeing Company. Da es viele Jahre das größte Passagierflugzeug der Welt war, erhielt es den Spitznamen Jumbo-Jet.
Zu erkennen ist die Boeing 747 an ihrem zweiten Fluggastdeck, in dem in der Regel die First- oder Business Class beim Linienflug untergebracht ist. Dieses erstreckt sich hinter der Pilotenkanzel über das erste Drittel des Flugzeuges.
Als die US Air Force Anfang der 1960er Jahre ein neues großes Transportflugzeug benötigte, beteiligte sich auch Boeing an der Ausschreibung. Auch wenn andere Hersteller den Zuschlag bekamen, mit der Entwicklung der Technik für ein derart großes Flugzeug waren die Planungen für die Boeing 747 geboren. Es sollte für lange Zeit zum größten Passagierflugzeug der Welt werden. Über 500 Passagiere sollten befördert werden können. Und schnell war der Spitzname Jumbo-Jet im Gebrauch.
Die technischen Probleme, denen sich die Ingenieure von Boeing zu stellen hatten, waren immens. Rumpf, Tragflächen, Fahrwerk und Triebwerke, alles musste neu konzipiert werden. Anfangs wurden alle Boeing 747 mit dem Pratt & Whitney JT9D-Triebwerk ausgestattet, welches das erste einer neuen Generation von Turbofan-Triebwerken war. Später waren auch das CF6-50 von General Electric und das RB 211 von Rolls Royce verfügbar, wobei sich das CF6 als beliebtestes Triebwerk erwies.
1969 hob die erste Boeing 747 vom Boden ab. Doch das Urmodell, die Boeing 747-100, brachte nicht den kommerziellen Erfolg; erst das Nachfolgemodell, die Boeing 747-200, ausgestattet mit verbesserten Triebwerken und größeren Treibstofftanks und einem damit verbundenen höheren maximalen Startgewicht und einer höheren Reichweite, brachte den Durchbruch. Dies führte dazu, dass die B 747-200 bis ins Jahr 1992 hinein gefertigt wurde.
Große Änderungen vermied Boeing im Laufe der Zeit, richtige Innovationen fanden keinen Zugang. Beim Sprung von der -200 zur -300 wurde das Oberdeck verlängert, mit der -400 hielt endlich moderne Technik Einzug, die den Arbeitsplatz des Bordingenieurs entbehrlich machte, die Spannweite vergrößerte sich und die Flügelspitzen wurden mit Winglets ausgerüstet. Dies liegt zum Teil auch am unterschiedlichen Rumpfdurchmesser der Maschine. So ist eine einfache Längenveränderung, wie bei der Airbus-Familie, nicht möglich.
Das Modellreihe -400 stellt derzeit die modernste Variante der B 747 dar, obwohl sie bereits seit 1988 verfügbar ist.
Inwieweit die Boeing 747 weiterentwickelt wird, ist (Anfang 2004) noch unklar. Den Plan, als Antwort auf den Airbus A380 eine 747-X zu entwickeln, hatte Boeing im Jahr 2001 zunächst aufgegeben; nun will der Konzern mit einem 747 Advanced genannten Modell die 747-Reihe aber offenbar doch weiterentwickeln.
Größter Boeing-747-Kunde war bis 1983 Pan American, anschließend Japan Airlines mit 114 Maschinen. thumb|250px|Boeing 747 der Singapore Airlinesthumb|250px|Boeing B 747-433 Air Canada
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Varianten der Boeing 747
Zivile Varianten
747-100
Die erste 747-100 bekam schon bald nach dem Erscheinen den Spitznamen "Jumbo". Der Erstflug fand im Februar 1969 statt und die 747-100 wurde so der "Urvater" einer ganzen 747-Familie. Erstkunde war Pan American, die diesen Typ im Dezember 1970 erstmals im Liniendienst einsetzte. Erster europäischer Kunde war die Lufthansa, die insgesamt drei Boeing 747-100 erhielt.
747-100B: Zweite und verbesserte Ausführung der 747-100 mit verstärktem Rumpf, Fahrwerk und Flügeln.
thumb|250px|Landende Boeing 747-481 der All Nippon Airways
747-200B
Allgemein ähnlich der 747-100B, aber mit neuen Triebwerken und erweiterter Treibstoffkapazität sowie einem höheren Startgewicht von bis zu maximal 377.842 kg.
747-200B Combi: Version der 747-200B mit rechter Ladetür als Standardausführung, die als reine Passagier- und kombinierte Passagier/Frachtkonfiguration benutzt werden konnte; die Passagiere wurden durch ein herausnehmbares Schott von der Fracht getrennt.
747-200 Convertible: Diese Version der 747-200 ist wahlweise als reine Passagier- oder Frachtmaschine umrüstbar. Dazwischen kann der Betreiber außerdem zwischen insgesamt fünf verschiedenen Passagier/Frachtkombinationen wählen.
747-200F Freighter: Dies ist eine reine Frachtversion der 747-200 mit Beladung durch den nach oben hochklappbaren Bug; eingebaut ist ein von zwei Mann bedienbares Ladesystem, das die Be- und Entladung in sehr kurzer Zeit gestattet. Die maximale Frachtnutzlast beträgt 112.491 kg.
747-200BM(SUD) Stretched Upper Deck: Entspricht den Maßen der 747-200B, das Oberdeck wurde jedoch um ca. 7 m verlängert, so dass nun bis zu 69 Sitze im Oberdeck untergebracht werden können. Außerdem wurde die Treppenverbindung geändert und die Notausgänge wurden vergrößert. Das Gesamtgewicht hat sich dadurch aber nur um 2% erhöht! Diese Version wurde noch bis zum ersten Quartal 2004 vor allem von KLM Royal Dutch Airlines genutzt.
747-300
Entspricht von den Ausmaßen der 747-200BM(SUD). Triebwerke der dritten Generation (Pratt & Whitney JT9D-7R4, RB211-524G und CF6-80) brachten einem um 25% geringeren Treibstoffverbrauch mit sich. Erstflug war im Herbst 1982; Erstkunde war die Swissair, die das Flugzeug erstmals am 23. März 1983 im Liniendienst einsetzte. 1989 endete die Produktion nach dem Bau von 81 Exemplaren.
747SP
Sollte ursprünglich eine verkürzte Version der 747-200B mit 2 bzw. später 3 Triebwerken werden. Wurde dann eine etwas leichtere Langstreckenversion. Dies erreichte man durch eine Verkürzung der Rumpflänge um 14,35 m. Ein neues Leitwerk mit vergrößerten Leitflächen (Höhe wie Spannweite) brachten verbessertes Flugverhalten bei dem verkürztem Rumpf. Der Erstflug erfolgte am 4. Juli 1975, die Typenzulassung durch die FAA am 4. Februar 1976. Mit der 747SP können max. 440 Passagiere über eine Distanz von bis zu 15.780 km befördert werden. Es wurden seit 1975 nur 44 Exemplare produziert. Erstkunde war PanAm. Das "SP" steht für "Special Performance". Die 747SP ist die einzige Version die bis Flugfläche 410 oder 41000ft Flughöhe steigen kann. In dieser Höhe liegt die Reisegeschwindikeit durch die dünne Luft bei Mach 0,90.
747SR
Ist eine Version für "kurze" Reichweiten (= Short Range) mit hohem Passagieraufkommen auf der Basis der Boeing 747-100B. Die Zelle war nochmals verstärkt und die Startmasse auf 273,5 t reduziert. Das Sitzplatzangebot wurde deutlich erhöht (bis zu 624 Passagierplätze). Dies wird vor allem durch einen kürzeren Sitzabstand erreicht. Von der 747SR wurden 29 Stück produziert und hauptsächlich im asiatischen Raum verkauft und eingesetzt. Erstkunde war Japan Air Lines, die diesen Typ erstmalig am 7. Oktober 1973 einsetzte.
747-400
Erstkunde war Northwest Orient Airlines. Als 747-400ER wurde eine Ultralangstreckenversion mit erhöhtem Abfluggewicht aufgelegt. Im Oktober 2002 wurde die erste Maschine an Qantas ausgeliefert.
Auch gab es eine Kurzstreckenversion, die 747-400D, diese Version hat etwas kürzere Tragflächen ohne Winglets. Erstkunde war Japan Airlines, welche 1991 die erste in Betrieb nahm..
747-400F: Frachtversion der 747-400, die über die moderne Zweimannpilotenkanzel und über Winglets verfügt, aber aus Gründen der Gewichtsersparnis wieder das kurze Oberdeck der B747-200 hat. Das Flugzeug ist mit einer Bugladeklappe ausgestattet, die Fenster im Hauptdeck wurden durch Metall ersetzt. Auch hier wurde eine Ultralangstreckenversion, die 747-400ERF, gebaut, deren Erstkunde Air France war.
Die 747-400 erreichte eine Stückzahl von bisher 650 Maschinen (Stand Dez. 2004) und ist die am meisten gebaute Variante.
747 Advanced
Als Antwort auf den Airbus A380 war dieses Projekt einer nochmals vergrößerten 747-400 gedacht, das jedoch wegen fehlenden Interesses der Fluggesellschaften zunächst nicht verwirklicht werden sollte. Der sich nun einstellende Erfolg des A380 hat dazu geführt, dass Boeing nun doch eine weitere erhebliche Weiterentwicklung seiner 747-400 in Angriff nehmen will.
Die Rumpflänge wird um 3,60 Meter auf 74,30 Meter gestreckt. Außerdem soll das Oberdeck der 747-400 um etwa 10 Meter verlängert werden. Das Flugzeug wird das Cockpit der Boeing 787 erhalten. Es sind Triebwerke der neuesten Generation vom Typ GE GENX 72A oder RR Trent 1000 vorgesehen, leicht überarbeitete Tragflächen sowie eine Reduzierung des Eigengewichts durch neue Verbundwerkstoffe. Die Passagierkapazität wird etwa 450-480 Plätze in 3 Klassen-Konfiguration betragen. Die max.Reichweite 8000 nautical-miles bzw. 14.816 km.
Als Bezeichnung für diese weitere Ausbaustufe der 747-Reihe war längere Zeit die Anhangzahl -500 oder -600 vorgesehen. Es ist derzeit fraglich, ob für die als Arbeitsbezeichnung 747 Advanced dann die endgültige Modellbezeichnung 797 vergeben wird.
[[Bild:Boeing VC-25A 82-8000 USAF.jpg|thumb|250px|Boeing VC-25 der USAF]] thumb|250px|Shuttle Carrier Aircraft mit Space Shuttle Endeavour
Militärische und sonstige Varianten
AL-1
Die Boeing AL-1 ist ein auf der 747-400F basierendes fliegendes Laser-Waffensystem der United States Air Force (USAF), das anfliegende feindliche Raketen zerstören soll. Ein Prototyp flog erstmals im Juli 2002 und wird zur Zeit weiter erprobt.
E-4
Die von der 747-200B abgeleitete Boeing E-4 wird von der US-Luftwaffe als Kommandoposten im Ernstfall eingesetzt.
C-19
Das ist die Bezeichnung der USAF für 19 umgerüstete 747-100, die ab den 1970er bis Anfang der 1990er Jahre bei der US-amerikanischen Fluggesellschaft PanAm im normalen Liniendienst eingesetzt waren, im Krisenfall aber der Luftwaffe als Transporter für Soldaten und Fracht unterstellt worden wären. Die Maschinen sind mit zusätzlichen, größeren Frachtluken, verstärkten Böden und einem Ladesystem ausgestattet, wodurch sich das Leergewicht um rund sechs Tonnen erhöhte. Der 1988 über Lockerbie, Schottland abgestürzte Jumbo war eine solche Maschine.
VC-25
Auf der 747-200B basierendes Modell der USAF, das den US-Präsidenten befördert und dann als Air Force One unterwegs ist.
B747-SCA
SCA steht für Shuttle Carrier Aircraft. Zwei 747-100 wurden von der NASA zu Transportern des Space Shuttle umgebaut. Damit kann das Shuttle nach einer Ausweichlandung huckepack nach Cape Canaveral zurücktransportiert werden. Vergleichbar mit der ursprünglichen Funktion der An 225, die als Transporter für die Raumfähre Buran entwickelt wurde.
SOFIA
Das Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy (SOFIA) ist ein fliegendes Teleskop auf Basis einer 747SP, das die NASA seit den 1980ern gemeinsam mit der Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und 2005 einsatzbereit sein soll. Wegen immer neuen Terminverschiebungen ist dieser Termin jedoch unwarscheinlich.
Technische Daten
| Kenngröße | 747-100 (erstes Serienmodell) | 747-400ER (modernstes Serienmodell) |
|---|---|---|
| Länge | 70,7 m | 70,7 m |
| Spannweite | 59,6 m | 64,4 m |
| Höhe | 19,3 m | 19,4 m |
| Tragflügelfläche | 511 m² | 541 m² |
| Leergewicht | 162,4 t | 180,8 t |
| Maximales Startgewicht | 340,2 t | 412,8 t |
| Höchstgeschwindigkeit | 967 km/h | 939 km/h |
| Reichweite mit max. Zuladung | 9.040 km | 14.200 km |
| Antrieb (Beispiel) | 4 × Pratt & Whitney JT9D mit je 209 kN Schub | 4 × General Electric CF6-80 mit je 274 kN Schub |
| Besatzung (Pilotenkanzel) | Drei | Zwei |
Boeing 747 in Museen
In Europa
- 747-100 der Air France im Musée de l'Air et de l'Espace am Flughafen Le Bourget, Paris
- 747-200 der Deutschen Lufthansa im Technikmuseum Speyer, Speyer, Deutschland
- 747-200 (umgebaut zu 300SUD) der KLM Aviodrome am Flughafen Lelystad
Weblinks
- airliners.net - mit vielen Fotos
- Die 747 Family bei Boeing
