Bondage

thumb|200px|right|Fotomodel in Seil-Bondage

Der englische Begriff Bondage /ˈbɒndɪʤ/ bezeichnet Praktiken der Fesselung in sexuellem Kontext zur Erregung und Steigerung sexueller Lust. Bondage ist eine sehr beliebter Aspekt aus dem großen Variationsbereich von BDSM.

Studien in den USA kamen zum Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller Männer und viele Frauen Bondagespiele für erotisch halten. Wie bei vielen Studien über menschliches Sexualverhalten und sexuelle Phantasien sind die verfügbaren Untersuchungen allerdings nicht zuverlässig wissenschaftlich fundiert und die besten Untersuchungen völlig veraltet.

Inhaltsverzeichnis

Sicherheit

Um Gesundheitsschäden auszuschließen müssen bei allen Bondage-Aktionen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. BDSM-Ratgeber empfehlen, die persönlichen Grenzen abzusprechen und ein Codewort oder Codezeichen für Notfälle zu vereinbaren, bei dem das Spiel sofort abgebrochen werden muss. Im Sprachgebrauch der BDSM-Szene hat sich hierfür der Leitsatz „Safe, Sane, Consensual“ (SSC (BDSM)) etabliert (siehe auch BDSM für unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen).

Eine wesentliche Bedingung für Bondagespiele ist das volle Vertrauen aller Beteiligten zueinander. Da die gefesselte Person dem Spielpartner hilflos ausgeliefert ist, muss sie sich uneingeschränkt auf die vereinbarten Grenzen und auf die Gültigkeit des Codewortes verlassen können.

Viele in Bondagefotos und -videos dargestellte, besonders eindrucksvolle Szenen wurden von Experten inszeniert und gespielt und sollten nicht einfach nachgeahmt werden. Bondage ist eine Kunst, es gibt zig verschiedenene Arten, Materialien, Knoten und Fesseltechniken.

Bei Fesselung an den Handgelenken ist die Gefahr gegeben, dauerhaft einen tauben Daumen zu bekommen.

Techniken

Bondage-Techniken unterteilen sich in vier Hauptkategorien:

Je nach Vorliebe der Spielpartner kommen dabei Metallfesseln (Handschellen, Fußschellen, Daumenschellen, Ketten), Lederfesseln (in Form von abschließbaren Manschetten), Klebeband (Tape), Seile oder (Seiden-)Tücher zum Einsatz. Im Grenzbereich zwischen Bondage und Fetisch können auch spezielle "Kleidungsstücke" wie Zwangsjacke, Fesselrock, Bodybag o.ä. verwendet werden. Um den passiven Partner in der verbalen Kommunikation einzuschränken bzw. um zu laute Geräusche zu vermeiden, werden manchmal auch Knebel verwendet. Beliebt sind Ball-, Ring- und Penisknebel in verschiedenen Größen und Farben, aber auch Klebeband, (Seiden-)Tücher (s. Seidentuch) und aufblasbare Ballonknebel.

Selfbondage

Selfbondage oder Selbstfesselung ist eine Art der Bondage, bei der eine Person sich selbst fesselt, um daraus eine (häufig sexuelle) Befriedigung zu erhalten.

Unter Sicherheitsaspekten ist Selfbondage problematisch und hoch gefährlich. Eine Fesselung, die man im Notfall (Kreislaufprobleme, Feuer usw.) nicht schnell genug alleine aufbekommt, kann zum Tode führen.

Motive

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich fesseln lassen. In der weitgehend körperlichen Passivität fühlen sich manche Menschen umarmt und geborgen, frei im Geist und können sich dabei auf ihr Inneres konzentrieren. In den Fesseln kommen sie zur Ruhe. Andere Menschen fühlen eine Hilflosigkeit, Ohnmacht, kämpfen gegen die Fesseln an und empfinden teilweise auch ein masochistisches Vergnügen an den Begrenzungen und Schmerzen oder der symbolischen Herabsetzung.

Die Gründe für den aktiven Menschen, seinen Partner zu fesseln, liegen meist im Vergnügen an der erotischen Unterordnung seines Partners (sowohl von männlich zu weiblich wie auch umgekehrt) und dem dabei entstehenden Machtgefälle.

Für den Sadomasochisten ist Bondage hingegen meist nur Mittel zum Zweck, um die gefesselte Person für darauf folgende SM-Praktiken gesichert zu wissen.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Bondage
20px WikiCommons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Self-bondage

See also: Bondage, Andreaskreuz, BDSM, Fesseln, Fesselrock, Fetisch, Handschellen