Boney M
Boney M. war eine Musikgruppe, die ab 1976 die Disco-Musik ihres Gründers, Autors, Produzenten und Studio-Sängers Frank Farian bei Auftritten hauptsächlich tänzerisch interpretierte. Die erste Boney M. Single "Do You Wanna Bump", auf dessen Cover noch kein Foto der erst später für die Vermarktung zusammengestellten Gruppe zu sehen war, flopte gänzlich. Das Konzept einer Showtruppe ging auf denn nach einem ersten Auftritt in der Fernsehsendung Musikladen folgte der Durchbruch quasi über Nacht.
Die Single "Daddy Cool" war 1976 die meist verkaufte Single in Deutschland und stand 12 Wochen an der Spitze der Charts. Boney M. hatten von 1976 bis 1979 insgesamt acht Nr.1-Hits in Deutschland.
Mit dem 1978er Album "Nightflight To Venus", welches auch die einzige Boney M. LP mit Notierung in den US-Charts war, gelang die allmähliche Abkehr vom traditionellen Disco-Sound hin zu schlagerartigem, sehr eingängigem Pop. Der Titel "Rivers Of Babylon" aus diesem Album war ihr insgesamt größter Hit und stand ganze 4 Monate auf Platz 1 der deutschen Hitlisten.
Die Mitglieder des Quartetts waren neben dem Tänzer Bobby Farrell die drei karibischen Musicalsängerinnen Marcia Barrett, Liz Mitchell und Maizie Williams, die erst zu einem späteren Zeitpunkt an den Produktionen als Sängerinnen beteiligt wurden.
Anders als bei dem Skandal um die ebenfalls von Farian produzierte Gruppe Milli Vanilli Ende der 1980er Jahre wurde bei Boney M. nie ein großes Geheimnis daraus gemacht, wessen Stimmen wirklich auf den Platten zu hören waren. Vortänzer (und Publikumsliebling) Bobby Farrell durfte auf der Bühne nur die Lippen zu Farians Stimme bewegen. Lediglich Leadsängerin Liz Mitchell und Marcia Barrett waren tatsächlich nicht nur bei Foto- sondern auch bei Gesangsaufnahmen im Studio anwesend.
Mit dem Verebben der Disco-Welle wurde es ab 1981 auch stiller um Boney M. Die zunehmende Unzufriedenheit Farrells mit seiner Rolle als Nicht-Sänger führte zu seinem Ausscheiden aus der Gruppe. Er wurde durch den Londoner Sänger Reggie Tsiboe ersetzt, der dann auch singen durfte.
Erst 1984 tauchten Boney M. wieder in den Charts auf: Mit Adaptionen der italienischen Disco-Hits "Kalimba De Luna" und "Happy Song". Bei letzterem Hit war plötzlich Bobby Farrell wieder mit von der Partie. Das letzte Album "Eye Dance" wurde sogar als Quintett veröffentlicht, ohne jedoch auch nur annähernd an die Erfolge aus den 70er Jahren anknüpfen zu können.
Heute gibt es - nach diversen Rechtsstreitigkeiten - mehrere Gruppen, die unter dem Namen "Boney M." auf Tournee sind. Offiziell hat allerdings nur "Boney M. feat. Liz Mitchell" das Recht dazu.
Diskografie (Singles)
- Baby Do You Wanna Bump (Part I & II) , 1976
- Daddy Cool / No Women No Cry, 1976
- Sunny / New York City, 1976
- Ma Baker / Still I'm Sad, 1977
- Got A Man On My Mind / Perfect (Liz Mitchell), 1977
- Belfast / Plantation Boy, 1977
- Rivers of Babylon / Brown Girl in the Ring, 1978
- Rasputin / Painter Man, 1978
- Mary's Boy Child - Oh My Lord / Dancing in the Streets, 1978
- Hooray! Hooray! It's A Holi-Holiday / Ribbons Of Blue, 1979
- El Lute / Gotta Go Home, 1979
- I'm born again / Bahama Mama, 1979
- I see a Boat on the River / My Friend Jack, 1980
- Children of Paradise / Gadda-Da-Vida, 1980
- Felicidad (Margherita) / Strange, 1980
- Maleika / Consuela Biaz, 1981
- We Kill The World / Boonoonoonoos, 1981
- Little Drummer Boy / Medley, 1981
- Going Back West / The Carnival is over, 1982
- Zion's Daughter / White Christmas, 1982
- Jambo - Hakuna Matata (No Problems) / African Moon, 1983
- Somewhere in the World / Exodus, 1984
- Kalimba de Luna / Ten Thousend Lightyears, 1984
- Happy Song / Schools out(mit "Bobby Farell with the School Rebels"), 1984
- My Chérie Amour / Sample City, 1985
- Young Free and Single / Blue Beach, 1985
- Bang Bang Lulu / Chica Da Silva, 1986
- Rivers Of Babylon (Remix) / Mary's Boy Child (Rmix), 1988
- Megamix, 1988
- The Summer Mega Mix, 1989
- Maleika (Lambada Remix), 1989
- Everybody wants to dance like Josephine Baker / Cluster Jammin´, 1989
- Stories / Rumours (Instr.), 1990
Diskografie (Alben)
- Take The Heat Off Me, 1976
- Love For Sale, 1977
- Nightflight To Venus, 1978
- Oceans Of Fantasy, 1979
- Boonoonoonoos, 1981
- Christmas Album, 1981
- Kalimba De Luna, 1984
- 10.000 Light Years, 1984
- Eye Dance, 1985
Weblinks
- Boney M. feat. Liz Mitchell
- http://www.laut.de/wortlaut/artists/b/boney_m/
- http://www.groovecave.com/boneym/
- http://listen.to/boneym
- http://www.marciabarrettofboneym.com/
