Borkenkäfer
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| 280px|Larvengänge des Buchdruckers | ||||||||||||
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Der Begriff Borkenkäfer (Scolytidae) bezeichnet eine Familie von in Bäumen lebenden Käfern.
Die Borkenkäfer lassen sich nach Rindenbrütern und Holzbrütern unterscheiden.
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Biologie
Besonders aktiv sind die Borkenkäfer bei Temperaturen über 20 Grad Celsius. Ein Borkenkäfer kann bis zu 200 Eier legen. Pro Jahr können zwei bis drei Generationen (je nach Witterung) ausschlüpfen.
Anhand des so genannten Fraßbildes kann man die jeweilige Art bestimmen. Nähere Informationen bei der jeweiligen Unterart:
thumb|Brutgänge des Buchdruckers
Die Larven der Rindenbrüter ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes zwischen Rinde und Holz (Bastgewebe). Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Befall meist zum Absterben desselben. Anhand des so genannten Fraßbildes kann man die jeweilige Art bestimmen.
Wichtige Käferarten und Ihre bevorzugte Baumarten:
- Buchdrucker (Fichte)
- Kupferstecher (Fichte)
- Waldgärtner (Kiefer)
- Eichenbastkäfer (Eiche)
- Buchenborkenkäfer (Buche)
Die Larven der Holzbrüter leben im Holzkörper und ernähren sich von Pilzrasen (Ambrosia), die das Muttertier anlegt. Holzbrüter lassen sich in Splintkäfer (die nur die äußeren Holzschichten besiedeln) und Kernholzbohrer (die auch in das Kernholz vordringen) trennen. Beide beeinträchtigen die Vitalität des Wirtsbaumes gar nicht und verändern die technischen Eigenschaften des Holzes nur unwesentlich.
Wichtige Käferarten und bevorzugte Baumarten:
- Ulmensplintkäfer (Ulme)
- Gestreifter Nutzholzborkenkäfer (an liegendem Nadelholz)
Im Allgemeinen sind Bäume auf ihnen zusagenden Standorten gesund und in der Lage sich - (Fichten) durch Harz - besser gegen Borkenkäfer zu wehren. Im Ökosystem Wald bringen Borkenkäfer geschwächte Bäume zum Absterben und schaffen so Platz für Neubesiedelungsversuche von Bäumen, die dem Standort besser angepasst sein können. Neben den natürlichen Fichtenwäldern höherer Gebirgslagen hat der Mensch mit ausgedehnten Fichtenreinbeständen optimale Borkenkäferbiotope geschaffen. Hier können sich bei klimatischen Extremen (lange Hitze- oder Trockenperioden, Winter mit viel Schneebruchholz) Buchdrucker und Kupferstecher explosionsartig vermehren (Jahre mit Massenvermehrung sind beispielsweise: 1994/95, 1999, 2003/2004).
Probleme
thumb|left|Larve des Borkenkäfers
Die Probleme des Borkenkäferbefalls bestehen vor allem:
- bei einer wirtschaftlichen Nutzung des Waldes durch den Menschen. Bei großflächigen Borkenkäferbefall fallen die Holzpreise auf dem Holzmarkt dramatisch. Für Waldbesitzer entsteht großer finanzieller Schaden.
- der Befall von rindenbrütenden Borkenkäfern (wenn es dabei bleibt) führt an sich zu keiner technischen Beeinflussung des Holzes. Aber selbst für Bauholz wird heute die durch den Befall erfolgende Verfärbung im Aussenbereich nicht mehr akzeptiert. Dies hat aufgrund des höheren Verschnitts der Säger einen Wertverlust von mindestens 30 % unter dem Niveau des (in den letzten Jahren bereits um 20 % gefallenen) Holzpreises für "gesundes" Holz zur Folge. Im Herbst 2003 wurden in einzelnen Regionen sogar nur mit 75 % Abschlag versehene Preise geboten. In diesen Fällen liegen die reinen Holzerntekosten höher. Für ein auf dem Weltmarkt frei gehandeltes Produkt mit Produktionszeiträumen von einigen Jahrzehnten - bei immer wiederkehrender Pflegebedarf und jährlicher Abgabenlast.
- im Befall von Randbäumen. Diese schützen den Wald vor Wind und Sturm. Solche Freiflächen machen den Waldbestand schutzloser. In Folge müssen noch mehr Bäume geschlagen werden.
- in einem Anstieg der Unfälle bei der Waldarbeit. Vor allem ältere und ungeübte Waldbesitzer sind oft von Waldunfällen betroffen.
- der Waldbesitzer ist gesetzlich verpflichtet zum Schutz der angrenzenden Waldnachbarn Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu ergreifen.
Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Ausbreitung
thumb|280px|Buchdrucker im Meyers 1888
- Vorzugsweise nach Windbruch oder für Borkenkäfer günstige Witterung müssen die Bäume auf Bohrmehl einzeln untersucht werden. Im Gegensatz zum Buchdrucker ist dies beim Kupferstecher leider nur schlecht möglich.
- Stehend befallene Bäume sollten unverzüglich eingeschlagen und abtransportiert werden (um einen Übersprung des Befalls von Krone zu Krone zu vermeiden). Um weiteren Abstand zum Waldbestand zu schaffen können die gefällten Bäume auch auf Freiflächen geschleppt werden. Der Abstand zum Wald sollte mindestens 500 Meter betragen.
- Bereits eingeschlagenes Holz sollte entrindet werden. Ist dies nicht möglich, muß es abtransportiert werden. Wipfelstücke und Äste sollten zu Brennholz verarbeitet werden. Sie können bei regnerischer Witterung oder im Winter auch verbrannt werden (unbedingt auf Waldbrandgefahr achten!).
- Es muss der noch nicht ausgeflogenen Käferschwarm, der aus tausenden Exemplaren bestehen kann (50.000 bis 100.000 Männchen und Weibchen an einer mittelgroßen Fichte sind durchaus nicht unrealistisch) bekämpft werden:
- Larven und gerade geschlüpfte Jungkäfer können durch Entrindung getötet werden.
- älteren Käfern kann man nur durch Rindenverbrennung (nach Entrindung des Holzes und Auffang der Rinde und abfallender Käfer auf Planen, in heißen Sommermonaten meist nicht möglich oder verboten - auf jeden Fall sehr arbeitsaufwenig und damit sehr teuer)
- oder dem Einsatz von Gift begegnen (die Wirtschaftlichkeit liegt auch dabei nur im Eindämmen der weiteren Ausbreitung; unbedingt auf die notwendige PSA achten!).
- Danach ist der Baum als Fangbaum zu nutzen, der nach Abschluss der Besiedelung unschädlich zu machen ist.
- Lockstofffallen dürfen – im Gegensatz zu früheren Empfehlungen – auf keinen Fall zur Bestandskontrolle eingesetzt werden, da sie neben der Fangwirkung eine Konzentration der Käfer in der Umgebung zur Folge haben. Sie sind nur bei konkretem Befall im Rahmen der Unterstützung anderer Maßnahmen zu verwenden.
- bei großflächigem Befall ist der Einsatz eines Harvesters meist sinnvoll
thumb|280px|Kiefernmarkkäfer Zwischen den Borkenkäfern und den Buntspechten, die in einem Eichenwald leben, besteht eine Wechselbeziehung. Denn je mehr Borkenkäfer es gibt, desto mehr Buntspechte gibt es und je mehr Buntspechte es gibt, desto weniger Borkenkäfer gibt es. Je weniger Borkenkäfer es gibt, desto weniger Buntspechte gibt es und je weniger Buntspechte es gibt, desto mehr Borkenkäfer gibt es. Also wirken Borkenkäfer und Buntspechte regulierend aufeinander. Keiner der natürlichen Feinde des Borkenkäfers (siehe auch Buchdrucker (Käfer), Kupferstecher) kann bei einer Massenvermehrung die Population wesentlich verringern.
Literatur
- Alfred Wulf/Rolf Kehr: Borkenkäfer-Gefahren nach Sturmschäden, 1991, ISBN 3826325508
- Schwerdtfeger, F. (1981): Waldkrankheiten. Paul Parey Verlag - Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-09116-7. 486 pp. - teuer, der Maßnahmenkatalog ist völlig veraltet, ansonsten aber ein Klassiker
Siehe auch
Weblinks
- Borkenkäfer - Infoportal
- Alles über den Borkenkäfer
- Häufig gestellte Fragen zum Buchdrucker
- Waldschutz/Borkenkäfer
- Bayerische Waldbauernschule
Kategorie:Käfer
