Börsenkrach
Als Börsencrash (Krach) wird ein extremer Kursverlust an Börsen bezeichnet.
Ursache ist oft eine Spekulationsblase: Steigende Kurse veranlassen immer mehr Anleger auf den fahrenden Zug aufzusteigen, was die Kurse der Aktien weiter in die Höhe treibt. Auf ihrem Höhepunkt "platzt" die Blase, die Verkäufe lösen weitere Verkäufe und letztlich einen Kurssturz aus.
Umgekehrt gibt es dasselbe Phänomen: Kursverluste (z.B. aufgrund äußerer Ereignisse wie der Asienkrise) führen zu (oft irrationalen) Ängsten der Anleger, die sich gegenseitig verstärken.
Im Prinzip sind diese Phänomene den meisten Anlegern (Marktteilnehmern) bekannt. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, objektiv zu beurteilen, ob eine Übertreibung des Marktes ihren Höhepunkt oder Tiefpunkt erreicht hat. Der faire Wert einer Aktie ist in einem funktionierenden Markt ihr jeweils aktueller Wert. Wer darauf spekuliert, dieser Wert werde kurzfristig steigen (oder fallen), setzt auf die Vermutung, er könne besser als andere Marktteilnehmer die künftige Entwicklung des Wertes beurteilen.
Die kurzfristige Spekulation mit Aktien hat somit Glücksspielcharakter, und sie ist die Hauptursache der Übertreibungen des Marktes. Ein Börsenkrach ist immer eine Folge der Spekulation.
Auf lange Sicht haben sich Aktien trotzdem oft als sinnvolle Geldanlage erwiesen. Der Besitzer von Aktien hat Teil am Wert und an den Gewinnen eines Unternehmens und kann damit größere Gewinne erzielen als mit vielen anderen Formen der Geldanlage. Aber auch langfristig wird größerer Gewinn mit größerem Risiko erkauft, je nach Risikostreuung bis hin zum Totalverlust. Zumindest aber: Wer kurz vor dem Krach Aktien kauft, muss mitunter Jahrzehnte warten, bis die Aktien wieder soviel wert sind, wie er einst dafür bezahlt hat.
Börsencrashs
- 17. Jahrhundert der erste Börsencrash, der überliefert wurde. Am 7. Februar 1637 kam zu dem Krach ("Die große Tulpenmanie"), weil viele Anleger in Holland in die Tulpenindustrie gesetzt hatten, mit vielen Erwartungen, und dann ging es auf einmal bergab und es kam zu hohen Verlusten.
- 1873: Am 9. Mai stürzen die Aktienkurse an der Wiener Börse ins Bodenlose. Auch in Deutschland und den USA stürzen die Aktienkurse ab.
- 1929: Der 24. Oktober 1929 geht in die Geschichte als Schwarzer Donnerstag ein.
- 1973: Die OPEC drosselt die Ölförderung.
- 1987: Am 19. Oktober 1987 stürzt der Dow Jones ab.
- 1997: Die Asienkrise zieht die Tigerstaaten in Asien in die Pleite.
- 1998: Die Russlandkrise zieht die Aktienmärkte Russlands und Osteuropas in die Tiefe.
- 2000: Das Platzen der Dotcom-Blase: Viele Internet-Aktien sind maßlos überzeichnet. Nach dem Internet-Boom kommt der Krach und viele junge Firmen gehen pleite.
Siehe auch
- Bankfeiertag
- Finanzkrise
- Finanzskandal
- Insolvenz
- Rezession
- Schwarzer Montag
- Schwarzer Donnerstag
- Schwarzer Freitag
- Weltwirtschaftskrise
- Wirtschaftskrise
