Brand
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[[Bild:Baghdad fire department engine Iraq.jpg|right|thumb|225px|Feuerwehr bei der ]]
Als Brand gilt ein mit einer Lichterscheinung (Flamme, Glut, Glimmen, Funken) verbundener Verbrennungs-, Seng- oder Schmelzvorgang, der ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat.
Da sich ein Brand unkontrolliert ausbreitet und Sach-, Personen- bzw. Umweltschäden anrichten kann, muss er im Normalfall durch die Feuerwehr bekämpft werden.
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Ursachen
Die Ursachen, die zur Entstehung eines Brandes führen, können verschiedener Natur sein. Ein Brand kann aus Unachtsamkeit beim Hantieren mit brennenden Gegenständen entstehen, wie Zigaretten, Feuerwerkskörpern und Kerzen oder aus technischen Gründen, beispielsweise durch Überhitzung von elektrischen Kabeln oder Lager. Auch der Kontrollverlust über Nutzfeuer, beispielsweise beim Abbrennen von Laub oder beim Schweißen führt unter negativen Umständen zu einem Brand. Durch das Übergreifen von Flammen benachbarter Brandstellen zum Beispiel auf ein nebenstehendes Wohnhaus oder nach einer Explosion (Gas) treten Brände als Folgewirkung auf.
Mutwillig oder vorsätzlich gelegte Brände haben ihre Ursache in Brandstiftung, während sich auch manche Stoffe durch Sauerstoffzutritt selbst entzünden können. Auch durch in der Natur vorkommende Zündquellen wie Blitzschläge können einen Brand auslösen.
Bedingungen
thumb|150px|Verbrennungsdreieck
Für das Entstehen eines Brandes müssen 4 Bedingungen erfüllt sein.
Zunächst muss ein brennbarer Stoff vorhanden sein und genügend Sauerstoff als Oxidationsmittel. Die Mischung zwischen dem brennbaren Stoff und dem Sauerstoff muss im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Außerdem bedarf es der richtigen Zündtemperatur (Wärme).
Ein Maß für die Feuergefährlichkeit von Stoffen ist der Flammpunkt. Darunter versteht man diejenige Temperatur, von der an sich ein Gemisch aus dem Dampf des brennbaren Stoffes mit der Luft entzünden lässt.
Gefahren
Die Hauptgefahr bei einem Brand stellt der giftige Rauch dar. Die in ihm enthaltenen Atemgifte (z.B.: Kohlenstoffmonoxid, Cyangase, u.v.m.) führen bereits nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und können toxische Lungenödeme verursachen. Der Tod tritt meist durch Ersticken ein. Die hohe Temperatur stellt eine weitere Gefahr dar. Sie kann einen Organismus sehr schnell zum Austrocknen oder Verkohlen bringen.
Brandschaden
Der gesamte Brandschaden setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Als erstes sieht man immer das durch das Feuer vernichtete Hab und Gut (Primärschaden). Aber auch die Folgeschäden (Sekundärschaden) sind nicht zu übersehen. Sie teilen sich auf in Rauchschäden, Umweltschäden und Ausfallschäden.
Von Rauchschäden spricht man, wenn durch die giftigen Rauchinhaltsstoffe Gegenstände, die nicht unmittelbar von der Hitze oder vom Feuer beeinträchtigt wurden, trotzdem unbrauchbar werden.
Zu den Umweltschäden zählt zunächst die Entsorgung des Brandschuttes, die mitkalkuliert werden muss. Außerdem können giftige Löschwasserabflüsse in öffentliche Gewässer große Schäden anrichten, wie beispielsweise, das Löschwasser beim Brand der Firma Sandoz in Basel große Schäden im Rhein im Jahr 1986 verursachte. Diese Folgen, wenn auch in kleinerem Rahmen können auch bei kleinen Hausbränden auftreten. (siehe Schweizerhalle).
Ein Ausfallschaden entsteht, wenn bei einem Wohnungsbrand der Geschädigte bis zur Wiederinstandsetzung sich eine Wohngelegenheit suchen muss. Bei Produktionsbetrieben kann ein Totalausfall große Auftragsverluste nach sich ziehen, die bis zur endgültigen Betriebsschließung führen können. So besagen amerikanische Untersuchungen, dass bis zu 75% der Firmen, deren Produktionsstätten abgebrannt sind, nie wieder produzieren.
Brandschutz und Baurecht
Fast jede Stadt wurde im Laufe Ihrer Geschichte von größeren Bränden heimgesucht. Diese negativen Erfahrungen führten im Laufe der Zeit zur Aufstellung von örtlichen Brandschutzvorschriften (z.B. Errichtung von Brandwänden an der Grundstückgrenze), die schließlich durch die heute geltenden Landesbauordnungen ersetzt wurden. Folgerichtig sind Brandschutzbestimmungen nach wie vor wesentliche Bestandteile der Bauordnungen. Die Bauordnungen stellen dabei den baulichen Brandschutz (durch feuerwiderstandsfähige Bauteile) in den Vordergrund, während technische Brandschutzmaßnahmen (z.B. Brandmeldeanlagen, Sprinkleranlagen) nur bei Sonderbauten ein Rolle spielen.
Ergänzt werden die eher allgemein gehaltenen Bauordnungen (geeignet für Wohn- und Bürogebäude) durch Sondervorschriften für besondere Anlagen und Bauwerke (Sonderbauten). In vielen Ländern gibt es für Gaststätten, Versammlungsstätten, Verkaufsstätten, Krankenhäuser, Schulen, Hochhäuser usw. eigene Regelwerke, in denen die besonderen Gefahren und betrieblichen Notwendigkeiten berücksichtigt werden.
Bei Bauvorhaben und Nutzungsänderungen Gebäuden der Gebäudeklassen 4,5 und Sonderbauten gemäß Musterbauordnung muss der Bauherr/Architekt ein Brandschutzkonzept (Brandschutznachweis) vorlegen. Die Vereinbarkeit des Bauvorhabens mit den öffentlichen Bauvorschriften ist so nachzuweisen.
Einteilung
Größe
Brände lassen sich nach ihrer Größe in vier Kategorien einteilen. Diese Einordnung hilft entsprechende Gegenmaßnahmen, wie die Alarmierung von Einsatzkräften der Feuerwehr, im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes zu treffen.
Entstehungsbrand
Jeder Brand, sofern es sich um keine Brandstiftung handelt, beginnt mit einem Entstehungsbrand. Hierbei handelt es sich nicht selten um einen Schwelbrand, ausgelöst durch defekte in elektrischen Geräten, vergessene Herdplatten, unbeaufsichtigte Kerzen oder ähnliches. Entstehungsbrände können meist ohne besonderes Löschgerät mit einem Eimer Wasser gelöscht werden, sie reichen jedoch aus um genügend Rauch zu produzieren, dass Personen dadurch ernsthaft gefährdet werden. Deshalb sollte auch schon bei einem Entstehungsbrand Atemschutz getragen werden.
Kleinbrand
150px|thumb|Kleinbrand Kleinbrände sind die häufigsten Brände, zu denen jedoch nicht immer die Feuerwehr ausrücken muss. Zum Löschen eignet sich insbesondere ein Feuerlöscher oder eine Kübelspritze. Die Feuerwehr unterscheidet dabei zwischen:
- Kleinbrand a Einsatz von einem Kleinlöschgerät.
- Kleinbrand b Einsatz von nicht mehr als einem C-Rohr.
Beispiele für Brände kleinerer Ausdehnung sind kleinere Pkw-Brände, Rasenbrände oder brennende Mülltonnen.
Mittelbrand
150px|thumb|Mittelbrand Die meisten Brände, zu denen die Feuerwehr ausrückt, sind Mittelbrände und können in der Regel von einem oder seltener zwei Löschzügen der Feuerwehr wirksam bekämpft werden. Hierbei können, je nach größe des Brandes, ein bis zwölf oder noch mehr C-Rohre benötigt werden.
Beispiele für Brände mittlerer Ausdehnung sind Zimmerbrände, mehrere brennende KFZ, LKW-Brände, Gebäudebrände, Schienenfahrzeugbrände, kleinere Waldbrände (ohne Wipfelfeuer).
Großbrand
150px|thumb|Großbrand Großbrände stellen die Ausnahme dar. Zu ihrer Bekämpfung werden meist mehrere Verbände der Feuerwehr über einen größeren Zeitraum benötigt. Diese müssen dann oft auch von Katastrophenschutzeinheiten unterstützt werden. Der Löscherfolg am brennenden Objekt bleibt dabei oft äußerst gering. Meist müssen sich die Hilfskräfte darauf beschränken, die Ausbreitung des Feuers zu begrenzen und Nachbargebäude zu schützen. Hierfür werden oft Monitore, B-Rohre, Wenderohre, Hydroschilde und andere große Wasserabgabe-Armaturen eingesetzt.
Beispiele für Brände großer Ausdehnung sind Tankzugbrände, Tanklagerbrände, Brände von Großobjekten, Industriebetrieben und landwirtschaftlichen Anwesen, aber besonders auch größere Waldbrände und Brände auf Müllkippen. In der Geschichte gab es allerdings auch Brände, bei denen ganze Städte bzw. große Teile dieser niederbrannten, wie 1666 Der große Brand von London oder 1871 Der große Brand von Chicago, aber auch 1988 in Lissabon und 1945 Dresden.
Einteilung nach Brandklasse und Art
Zur erfolgreichen Brandbekämpfung muss ein Brand richtig erkannt und eingeteilt werden, um eine richtige Wahl der Löschmittel zu treffen. Diese Einteilung ist allgemein in den Brandklassen vollzogen. Alle haben ihre Eigenarten. Beispiele sind: Metallbrände, Fett- und Ölbrände, Waldbrände und Schornsteinbrände, aber auch Brände von Kohleflözen, die über Jahrhunderte schwelen können.
Brandkatastrophen
| Ort | Datum | Bauwerk | Ursache | Zahl Verletzter/Toter | Sachschaden | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Berlin | 19. August 1935 | Messegelände | Überlastetes Stromkabel | 3 | auch Restaurant des Berliner Funkturms ausgebrannt | |
| Herborn | 1987 | Innenstadt | LKW-Unfall | ? | ||
| Düsseldorf | 1997 | Flughafen | Schweißarbeiten | 19 | ||
| Mont Blanc Tunnel | 1999 | Mont Blanc Tunnel | ? | 19 | ||
| Tauern-Straßentunnel | 29. Mai 1999 | Tauern-Straßentunnel | ? | 70 Verletzte | ||
| Moskau | 2000 | Fernsehturm Moskau-Ostankino | Überlastetes Sendekabel | 3 |
Siehe auch: Portal Feuerwehr, Themenliste Feuerwehr, Brandrodung, Brandschutz, Brandmelder, Fahrzeugbrand, Feuer, Feuersturm, Kamineffekt, Katastrophe, Schwelbrand, Torfasche, Waldbrand
Weblinks
- Artikel „Inferno in der Unterwelt - Von Pennsylvania bis zur Mongolei brennen unterirdische Kohleflöze. Die Feuer gefährden Mensch und Klima“ von Ute Eberle
- Informationen rund um den Brand- und Blitzschutz
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