Brander
Als Brander werden Schiffe aller Größenordnung bezeichnet, die in der Ära der Segelschiffe dazu benutzt wurden, andere Segelschiffe in Brand zu setzen.
Meist wurden kleinere, veraltete und deshalb entbehrliche Schiffe von wenigen todesmutigen Seeleuten auf feindliche Schiffe zu gesteuert. Die Besatzung setzte die hölzernen Schiffe in Brand und versuchten die "Brander" rechtzeitig zu verlassen, kurz bevor diese in die feindlichen Schiffs-Ansammlungen trieben. Dadurch waren "Brander" für eine Zeit lang steuerungslos und trieben gelegentlich auch am Ziel vorbei, oder konnten von dessen Besatzung abgewehrt werden.
Besonders gern wurden "Brander" gegen vor Anker liegende Flotten eingesetzt, da diese sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten. Segelnde Flotten mußten manchmal halsbrecherische Ausweichmanöver fahren. Oft genug löste sich so die Ordnung einer angegriffenen Flotte auf, was nicht selten zur Niederlage führte. Ein bekanntes Beispiel ist das Schicksal der Spanischen Armada.
Ihre Wirkung konnte verheerender als alles Geschützfeuer sein, da die Takelage und die Rümpfe der hölzernen Segler oft knochentrocken waren und zudem mit Teer gegen Feuchtigkeit abgedichtet waren. Völlig unversehrte Schiffe konnten so in wenigen Minuten ein Raub der Flammen werden.
