Braniewo
| Braniewo/Braunsberg | |
| 99px|Wappen von Braniewo | Karte fehlt noch |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat: | Polen |
| Verwaltungsbezirk: | Ermland-Masuren |
| Landkreis: | Braniewski |
| Einwohner: | 18.800 |
| Fläche: | 12,0 km² |
| Höhe: | ? m ü. NN |
| Postleitzahl: | 14-500 bis 14-506 |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 |
| Geografische Lage: | 54° 23' nördl. Breite 19° 50' östl. Länge |
| KFZ-Kennzeichen: | NBR
|
| Wirtschaft und Verkehr | |
| Zweige: | |
| Verkehrsweg: | Danzig–Kaliningrad |
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Danzig |
| Stadtverwaltung | |
| Bürgermeister: | Henryk Mroziński (2004) |
| Adresse: | ul. Kościuszki 111 14-500 Braniewo |
| Homepage: | www.bip.braniewo.pl |
| E-Mail: | wladze@braniewo.pl |
Braniewo [braˈɲɛvɔ] (deutsch Braunsberg) ist eine Stadt im früheren Ostpreußen, der heutigen polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, an der Grenze zu Russland (Oblast Kaliningrad) und am Frischen Haff gelegen.
Braunsberg war eine Hansestadt. Bis 1945 gehörte die Stadt zum Deutschen Reich und war Sitz des Landkreises Braunsberg.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Stadt Braunsberg im Ermland im Lande der Pruzzen (auch als Brus beschrieben) entstand um eine Burg des Deutschen Ordens am Ufer des Flusses Passarge (polnisch Pasłęka), gegründet von Johannes Fleming, dem Sohn eines Lübecker Ratsherrn. Bischof Anselm gab der Stadt Braunsberg (früher Brus-berg, auch Brunsberg) 1254 Stadtrechte (Lübisches Recht). 1250 richtete Bischof Anselm aus Meissen ein St. Andreas Kapitel ein, welches zur Bischofswahl berechtigt war. Jedoch zerstörten die einheimischen Pruzzen die Stadt und wehrten sich dreizig Jahre lang gegen die Übernahme des Landes durch den Legaten des Papstes. Der Bischof Heinrich I. (1278-1300) musste das Kapitel nach Frauenburg (Ermland) verlegen, wo es bis zum 20ten Jahrhundert blieb.
Während sich im übrigen Ostpreußen der protestantische Glaube durchsetzte, konnte der für Braunsberg zuständige Bischof Stanislaus Hosius nach 1551 die Stadt zum katholischen Glauben zurückführen. 1552 wurde Regina Protmann in Braunsberg geboren. 1578 wurde sogar ein katholisches Seminar für die Missionierung der nordischen Länder gegründet.
Während des ersten nordischen Krieges war die Stadt für mehrere Jahre von Schweden besetzt.
1853 wurde die Eisenbahn nach Königsberg eröffnet (siehe Preußische Ostbahn).
Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt wochenlang schwer umkämpft. Dabei wurde sie zu 80 % zerstört. Die historische Altstadt mit dem altstädtischen Rathaus, den so genannten "Hanse"-Speichern und den Laubenhäusern am Markt ging in Flammen auf. Der Turm der Katharinenkirche wurde als wichtige Landmarke von deutschen Pionieren gesprengt. Nur die evangelische Kirche aus der Schule Schinkels blieb erhalten. Am 20. März 1945 wurde die Stadt von der sowjetischen Armee erobert und später an Polen übergeben. Die verbliebene deutsche Bevölkerung ereilte das Schicksal der Vertreibung. Bedingt durch die Randlage an der neuen Grenze zur Oblast Kaliningrad hat die Stadt sich bis heute nicht erholen können. Der Wiederaufbau der Katharinenkirche mit ihrem gewaltigen Turm ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die polnische Restaurationskunst.
Einwohnerentwicklung
- 1875: 10.796
- 1880: 11.542
- 1900: 12.497
- 1910: 13.601
- 1925: 13.893
- 1933: 15.325
- 1939: 21.142
- 2001: 18.800
Söhne und Töchter der Stadt
- Stanislaus Hosius Fürstbischof von Ermland
- Regina Protmann Heilige
- Karl Weierstraß (war hier als Lehrer tätig)
- Rainer Barzel, Politiker (CDU)
- Hartmut Bagger, General und Generalinspekteur der Bundeswehr
Literatur
- Franz Buchholz: Braunsberg im Wandel der Jahrhunderte, 1934
Weblinks
- http://www.braniewo.pl (offizielle Seite der Stadt, auf polnisch)
- http://www.braunsberg-ostpreussen.de
- http://www.braniewo.er.pl (Eine Geschichte der Stadt, auf polnisch)
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