Brennwert

Dieser Artikel handelt vom thermodynamischen Brennwert. Für den optischen Kehrwert der Brennweite einer optischen Linse; siehe Brechwert oder Scheitelbrennwert


Der Brennwert, Hs (früher auch oberer Heizwert Ho) genannt, eines Brennstoffes gibt die Wärmemenge an, die bei Verbrennung und anschließender Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25 °C erzeugt wird. Er berücksichtigt sowohl die notwendige Energie zum Aufheizen der Verbrennungsluft und der Abgase, als auch die Verdampfungs- bzw. Kondensationswärme von Flüssigkeiten, insbesondere Wasser.
Im Gegensatz dazu bezeichnet der (untere) Heizwert die nutzbare Wärmemenge bei Freisetzung heißer Abgase. Der Heizwert ist deshalb deutlich geringer.
Früher hieß das Formelzeichen für den Brennwert Ho, das aktuelle Formelzeichen lautet Hs. Das "s" steht für das englische Wort "superior", was hier soviel heißt wie "höher".

Verwendung

Bei jedem Verbrennungsprozeß entsteht durch die Verbindung von Sauerstoff aus der Verbrennungsluft und Wasserstoff aus dem Brennstoff Wasserdampf. Die im Wasserdampf und damit im Abgas enthaltene Energie geht bei herkömmlicher Technik über die heißen Abgase durch den Kamin verloren. Moderne Brennwerttechnik kondensieren den im Abgas enthaltenen Wasserdampf über einen Wärmetauscher. Damit wird die im Abgas enthaltene Kondensationswärme weitestgehend zurückgewonnen.

DIN Vorschriften zum Thema Brennwert

DIN 51900 Bestimmung des Brennwertes mit dem Bombenkalorimeter und Berechnung des Heizwertes

Teil 1 Allgemeine Angaben, Grundgeräte, Grundverfahren (April 1988 Entwurf)

Teil 2 Verfahren mit isothermem Wassermantel (August 1977)

Teil 3 Verfahren mit adiabatischem Mantel (August 1977)

DIN 1340 Gasförmige Brennstoffe und sonstige Gase, Arten, Bestandteile, Verwendung (Dezember 1984)

DIN 1871 Gasförmige Brennstoffe und sonstige Gase, Dichte und relative Dichte bezogen auf den Normzustand (Mai 1980)

DIN 51850 Brennwerte und Heizwerte gasförmiger Brennstoffe (April 1980)

DIN 51612 Bestimmung des Heizwertes (bei Flüssigkeiten) (Juni 1983)

DIN 51854 Prüfung gasförmiger Brennstoffe und sonstigen Gasen, Bestimmung des Ammoniakgehaltes

DIN 1343 Referenzzustand, Normzustand, Normvolumen (August 1986)

DIN 5499 Brennwert und Heizwert, Begriffe (Januar 1972)

Physiologischer Brennwert

Der physiologische Brennwert von Nahrungsmitteln entspricht ihrem Energiegehalt bei Verbrennung. Die dabei freiwerdende Wärme wird in kilo-Joule (kJ) (früher: kilo-Kalorien (kcal)) gemessen.

Umrechnung: 1 kcal = 4,1868 kJ   1 kJ = 0,2338 kcal
 


Eine Überschlagsformel gibt den Energiebedarf eines Erwachsenen entsprechend seinem Körpergewicht in Kilogramm an:

Energiebedarf (kJ) = Körpergewicht (kg) x 24 (Stunden) x 4,2 (kJ)
 

Demnach benoetigt ein 70 kg schwerer Erwachsener pro Tag etwas mehr als 7000 kJ. Bei körperlicher Belastung durch Sport oder körperliche Arbeit kann sich dieser Wert nahezu verdoppeln.

Der Brennwert von Eiweiß und Kohlenhydraten beträgt jeweils circa 17,2 kJ pro Gramm, der von Fett ca. 38,9 kJ pro Gramm.


Kategorie:Physikalische Größe

See also: Brennwert, Abgase, Adiabatisch, Ammoniak, Bombenkalorimeter, Brennstoff, Brennweite, Brennwertkessel, Fett, Formelzeichen