Brian Wilson

Brian Wilson (* 20. Juni 1942 in Hawthorne, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Musiker. Er gilt als der kreative Kopf der Beach Boys.

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Brian Wilson und die Beach Boys


Brian Wilson begann schon als kleiner Junge damit, Musik zu machen. Er sang und spielte sehr oft mit seinen Brüdern Dennis Wilson und Carl Wilson. Die Familiengesänge wurden des öftern durch deren Eltern Murry und Audree Wilson unterstützt. Auch Cousin Mike Love und Schulfreund Alan Jardine unterstützten die Wilsons. Getrieben wurden die Brüder von einem tyrannischen Vater mit verhinderten Songwriter-Ambitionen. Brian, Dennis und Carl traten oft bei Schulveranstaltungen als "Carl & the Passions" oder "Kenny & the Cadetts" auf. Sie spielten auch auf Konzerten, die von deren Tante veranstaltet wurden. Brian spielte Bass, Klavier und sang. Er liebte es vor allem, mehrstimmige Harmonien, im Stile der Four Freshman, zu singen. Brian, von seinem tyrannischen Vater mit verhinderten Songwriter-Ambitionen zur Perfektion getrieben, wurde bei jedem Fehler von seinem Vater auf sein rechtes Ohr geschlagen, auf dem er ertaubte.

1961 gründeten die Brüder zusammen mit ihrem Cousin Mike Love und dem Schulfreund Al Jardine die Band The Beach Boys. Nach dem lokalen Hit Surfin' bei dem kleinen Label Candix wurden die Beach Boys bei Capitol unter Vertrag genommen. Die Band erhielt einen langjährigen Vertrag. (siehe: The Beach Boys)

Die Songs der Beach Boys bestanden neben den damals üblichen Coverversionen aus Kompositionen von Brian Wilson. Die Texte entstammten zumeinst der Feder eines Kollaborators, diese waren u.a. Mike Love, Gary Usher, Roger Christian und viele weitere. Brian Wilson bezeichnete Surfer Girl als sein erstes eigenständig komponiertes Lied, das allerdings erst auf dem dritten, gleichnamigen Beach-Boys-Album erschien. Mike Love sang die schnellen Rock´n´Roll Songs, während Brian den Balladen seine Stimme verlieh.

Brian schrieb und produzierte für die Beach Boys zwischen 1963 und 1965 20 Top-40-Hits (darunter auch 2 #1-Hits). Die ersten beiden LPs wurden noch pro-forma von einem Capitol-Producer (Nik Venet) betreut, aber auch hier war Brian Wilson schon maßgeblich involviert, bevor er ab dem dritten Album auch offiziell Regie führte. „Produced by Brian Wilson“ stand von nun an auf den Beach-Boys-Alben. Damit wurden die Beach Boys Vorreiter einer eigenständigen, band-internen Produktionsweise. Neben seiner Arbeit für die Beach Boys schrieb Brian Wilson aber auch Songs für Jan & Dean (darunter der #1-Hit Surf-City und zahlreiche Top-40-Erfolge). Er schrieb und produzierte auch für zahlreiche andere Acts, die Kreativität schien kein Ende nehmen zu wollen.

Für den introvertierten Brian Wilson waren die Tourneen der Band ungeliebter Stress und endeten 1964 in einem Nervenzusammenbruch. Bruce Johnston übernahm seinen Part auf der Bühne, so dass sich Wilson vollständig auf seine Arbeit als Komponist, Produzent und Sänger im Studio konzentrieren konnte. Seine Markenzeichen wurden aufwändiger Harmoniegesang, ausgetüftelte Instrumentalarrangements und sein Falsettgesang. Den Höhepunkt erreichte sein kompositorisches Schaffen 1966 als Gesamtkunstwerk in dem Album Pet Sounds. Fernab von den bis dato vorherrschenden Surf- und Hot-Rod-Themen wendete sich das Album thematisch der Umbruchzeit des Erwachsenwerdens zu, wobei das Album mit wunderbaren Texten von Tony Asher ausgestattet wurde (der weder davor noch danach jemals in Erscheinung trat). Die mitunter klassisch anmutenden Instrumentierungen inspirierten insbesondere Paul McCartney bei der Erstellung des Sgt. Pepper-Albums der Beatles. Nach dem Pet Sounds Album produzierte Brian mit den Beach Boys die Single Good Vibrations, die 1966 zum Weltweiten Hit avancierte. Pet Sounds und Good Vibrations sorgten dafür, dass die Beach Boys kreativ an allen anderen Bands vorbeizogen!

Den geplanten Nachfolger von Pet Sounds, das Album Smile, umrankte fast vier Jahrzehnte der Mythos des unvollendeten Meisterwerks. Zusammen mit Van Dyke Parks konzipierte Brian Wilson eine musikalische Rundschau des Americana mit psychedelischen Fragmenten. Doch Brian konnte das Projekt nicht abschließen und es verschwand. Übrig blieben davon nur die beiden Singles Good Vibrations und Heroes And Villains (#12), weitere Fragmente tauchten auf den Beach-Boys-Alben Alben Smiley Smile (Vegetables ohne das „Mama Says“-Fragment, Wind Chimes), Wild Honey (Mama Says), 20/20 (Our Prayer, Cabinessence), Sunflower (der Beginn von Cool, Cool Water) und Surf's Up (Surf's Up) auf.

Drogenkonsum und seine fragile Persönlichkeit ließen die Produktion nach dem Smile-Desaster erratischer werden. Wilson zog sich zunehmend aus dem Musikgeschäft zurück und war auch für die Beach Boys immer weniger erreichbar. Legendär ist seine Zurückgezogenheit vom Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre, in denen die übrigen Beach Boys sich faktisch selbst produzierten. Er „lebte“ in dieser Zeit im Bett und verließ es jahrelang so gut wie nicht (zutreffend beschrieben in dem 1992er Song Brian Wilson der Barenaked Ladies). Mitte der 70er begann er eine Therapie bei dem umstrittenen Prominenten-Psychiater Dr. Eugene Landy. Totale Kontrolle und Sport führten dazu, dass der auf 180 kg aufgeblähte Wilson abnahm und wieder damit begann, Songs zu schreiben. 1976 feierte er gemeinsam mit den Beach Boys mit dem Album 15 Big Ones (inkl. 10 Cover-Versionen), das vom ihm produziert wurde, ein Comeback. Das Album war für Brians Verfassung noch zu „früh“, seine Stimme war überhaupt nicht vorhanden und er „schummelte“ sogar in der ersten Oktave. Trotzdem war das Album kommerziell sehr erfolgreich. Das nächste Album Love You bestand zu 100 % aus Brian-Wilson-Material, da sich dieses aber nicht verkaufte, zog sich Brian wieder schnell aus dem Business zurück.

Brian arbeitete weiterhin mit Landy, der ein richtiges Terrorregime errichtete. Landy kontrollierte Brian 24 Stunden am Tag, hörte seine Telefonate ab. Mitte der 80er begann Landy –- natürlich als „Teil der Therapie“ -- Texte zu Brians Songs zu schreiben, weil Landy an den Tantienmen mitnaschen wollte. 1987 überredete Landy Brian dazu, an einem Solo-Album zu arbeiten weshalb Brian bei den Beach Boys ausstieg.

Brian Wilson als Solist


Brian begann mit seinem Freund Gary Usher an "diesem Wilson-Projekt“ zu arbeiten. Usher schrieb mit Brian Songs und nahm diese auf. Dabei dokumentierte er die Arbeit mit Brian für einen Reporter in einem Tagebuch und ihm fiel Landys Arbeitsweise auf. Als Usher mit Landy eine Aussprache suchte, wurde er von Landy gefeuert. Usher und Brians Bruder Carl Wilson reichten daraufhin Klage gegen Landy ein, die dazu führte, dass Landy die Ärztelizenz für 2 Jahre entzogen wurde und er sich nicht mehr in Brians Nähe aufhalten durfte. Landy hatte Brian fast ein Jahrzehnt wie einen Gefangenen gehalten und finanziell ausgebeutet. Usher selber erlebte das Ende des Prozesses nicht mehr, da er an Krebs starb.

1988 hatte Brian das Solo-Album "Brian Wilson" veröffentlicht, das auf Platz 40 der Charts landete. Brian war darüber so enttäuscht, dass er sich wieder einmal aus dem Musikbusiness zurückzog. Anfang der 90er musste sich Brian mehreren Prozessen widmen, u.a. gegen Eugene Landy wegen seiner Therapie und gegen Mike Love, der Tantiemen einforderte. Brian musste 5 Millionen Dollar an Love abtreten und dieser erhielt die Co-Rechte an 27 Beach-Boys-Songs aus den 60er Jahren.

Musikalisch ließ Brian 1995 etwas von sich hören. Er nahm unter der Regie von Don Was einige alte Hits im Rahmen der Dokumentation "I Just Wasn´t Made For These Times" auf, darunter auch eine Zusammenarbeit mit seinen Töchtern Carnie und Wendy. Ein Jahr zuvor hatte er bereits mit Rob Wasserman und Carnie den Song "Fantasy Is Reality/Bells Of Madness" zu Wassermans "Trios"-Album beigesteuert.

In der Mitte der 90er fand Brian zurück zum Glück. Er heiratete Melinda Ledbetter, die sich von nun an um Brians Angelegenheiten kümmerte. Sie adoptierten 3 Kinder. Brian veröffentlichte 1995 mit Van Dyke Parks das Album Orange Crate Art. 1997 nahm er gemeinsam mit seinen Töchtern Carny und Wendy Wilson ein Album auf, das er schrieb und produzierte. 1998 begann er mit Joe Thomas zu arbeiten und brachte sein Solo-Album Imagination heraus.

Mit Anbruch des neuen Jahrtausends verstärkte Brian Wilson seine öffentlichen Auftritte und ging wieder regelmäßig auf Tourneen, die in den Medien wohlwollend bis enthusiastisch aufgenommen wurden, und zwei Live-Alben abwarfen ("Pet Sounds Live" und "Brian Wilson Live At The Roxy"). Thematisch ging er dabei auf seine Höhepunkte in den 60ern zurück und führte Pet Sounds und Smile als quasi-sinfonische Werke und nicht als Greatest-Hits-Show auf. 2004 veröffentlichte er mit Gettin' In Over My Head ein neues reguläres Studio-Album (mit Gastmusikern Paul McCartney, Elton John, Eric Clapton und Carl Wilson) mit teilweise unveröffentlichten Titeln aus den 80ern und 90ern.

Im Oktober 2004 veröffentlichte Brian Wilson nach 38-jähriger Wartezeit das legendäre Smile-Album. Das Werk wurde (auch um Rechtsstreitigkeiten mit den verbliebenen Beach-Boys-Mitgliedern zu vermeiden) neu mit seiner Tourneeband eingespielt. In England erreichte es Gold-Status und Platz 7 der CD-Charts, in den USA Platz 13. Weltweit war dieses Album in den Top 30 zu finden. Brian erntete für dieses Album 3 Grammy-Nominierungen und gewann eine Trophäe in der Kategorie "Best Rock Instrumental Performance" für das Stück "Mrs. O'Leary's Cow". "Entertainment Weekly" wählte "Smile" zum „Album des Jahres 2004“.

Ein neues Studioalbum ist für Oktober 2005 angekündigt: "What I really want for Christmas" - ein Weihnachtsalbum mit 8 traditionellen Weihnachtsliedern, 2 Neuaufnahmen von Brian Wilsons Weihnachtsliedern und 2 Brian Wilson Neukompositionen. Für das Titellied arbeitete Brian mit Bernie Taupin zusammen, dem Texter der meisten Elton John-Songs.

Solo-Diskographie

Singles:

Albums:

Weblinks


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Personendaten
Wilson, Brian
US-amerikanischer Musiker (The Beach Boys)
20. Juni 1942
Hawthorne, Kalifornien, USA

See also: Brian Wilson, 1942, 1960er, 1961, 1964, 1966, 1970er, 20. Juni, Beatles