Brief des Paulus an die Galater
Der Brief des Paulus an die Galater ist ein Buch des Neuen Testaments der Bibel.
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Autor
Es herrscht allgemeine Übereinstimmung, dass der Apostel Paulus von Tarsus der Autor des Galaterbriefs ist.
Der Galaterbrief ist auch eine ausgezeichnete autobiographische Quelle, wo Paulus über die wichtigsten Stationen auf seinem Weg als Christ berichtet.
Empfänger
Die Galater waren ein seit 278 v. Chr. bei Ankyra (heute Ankara) in Kleinasien (der heutigen Türkei) ansässiger keltischer Volksstamm; das Wort Galater ist urverwandt mit Kelten. Ihre Eigenbezeichnung war Galatai. Von römischen Autoren wurden sie dagegen als Gallo-Griechen bezeichnet. Die Landschaft Galatien war eine Hochebene nördlich von Ankara. Die römische Provinz Galatien reichte über die Landschaft Galatien hinaus und umfasste auch die Landstriche Phrygien, Pisidien, und Lykaonien, in denen sich die auf Paulus' erster Missionsreise besuchten Städte Ikonium, Lystra und Derbe befanden.
Es ist nicht eindeutig, ob Paulus den Brief an Christen in der Provinz oder in der Landschaft Galatien gerichtet hat. Aus dem Inhalt geht jedoch klar hervor, dass es sich bei den Adressaten um Heidenchristen handelt.
Datierung
Nach Apostelgeschichte 15,5 und 18,23 ist Paulus zweimal in der Landschaft Galatien gewesen. In Gal 4,13 weist Paulus auf zwei Besuche hin. Dies lässt darauf schließen, dass der Brief in der Zeit zwischen 54 und 57 von Ephesus aus geschrieben wurde. Einzelne Autoren neigen dazu, den Brief in die zweite Missionsreise, also ca. 48, zu datieren.
Stil des Briefs
Der Galaterbrief ist der am schärfsten formulierte Brief, der uns von Paulus erhalten ist. Es gibt weder den üblichen Dank am Anfang noch Grüße am Schluss, dafür Ausdrücke wie Mich wundert, dass... oder In Zukunft mache mir niemand weiter Mühe!.
Veranlassung und Theologie
Anlass des Briefs war eine alarmierende Nachricht, dass Irrlehrer in den galatischen Gemeinden die Beschneidung und Einhaltung der jüdischen Zeremonialgesetze forderten und so einen (faulen) Kompromiss zwischen der freien Gnade Gottes und dem mosaischen Gesetz suchten.
Der Galaterbrief ist ein großes Bekenntnis der vollkommenen Erlösung des Sünders durch den Glauben an Jesus Christus und eine scharfe Auseinandersetzung mit der Behauptung, dass der Weg zum Heil sich auf etwas anderes gründen könnte als das Werk von Jesus am Kreuz von Golgatha.
Inhalt
- Vorwort (1,1-5)
- Berufung des Paulus als Apostel, Verkündigung des von Gott empfangenen Evangeliums (1,6-2,10)
- Konflikt zwischen Paulus und Petrus in Antiochia (2,11-21)
- Erlösung nicht aus dem Gesetz sondern aus dem Glauben (3,1-5,12)
- Ermahnungen und Warnungen mit dem Aufruf, die in Jesus Christus geschenkte Freiheit des Geistes zu leben (5,12-6,10)
- Frucht des Heiligen Geistes (5,22-23)
Personen
Zitate
- "Wer euch etwas anderes als Evangelium predigt, außer dem, was wir euch verkündigt haben -- selbst wenn wir es selbst wären oder ein Engel vom Himmel -- der sei verflucht!" (2,8) (siehe auch Anathema)
- Was unsere eigensüchtige Natur hervorbringt, ist offensichtlich: Unzucht, Unsittlichkeit und Ausschweifung, Götzendienst und Zauberei, Feindseligkeit, Streit und Eifersucht, Zornausbrüche, Intrigen, Zwistigkeiten und Spaltungen, Neidereien, Sauforgien, Fressgelage und ähnliche Dinge. Ich warne euch, wie ich das schon früher getan habe: Wer so lebt, wird in Gottes Reich keinen Platz haben. (5,19-21, wiedergegeben nach der Neuen evangelistischen Übertragung)
Siehe auch
Weblinks
- W. J. Ouweneel: "Der Brief an die Galater" (PDF-Version des Buches ISBN 3-8939-7371-0)
- http://www.people.freenet.de/biblische_lehre (Konkordante Vers-für-Vers-Auslegung des Galaterbriefs)
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