British Broadcasting Corporation

Die British Broadcasting Corporation (BBC [biːbiːˈsiː]) ist eine britische Rundfunkanstalt, die mehrere Hörfunk- und Fernsehprogramme betreibt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die BBC wurde am 18. Oktober 1922 von John Reith in London als unabhängiger Radiosender gegründet. Die erste Ausstrahlung eines Programms fand am 24. November 1922 aus einem Londoner Studio statt, einige Tage später wurde auch aus Birmingham und Manchester gesendet. Reiths Vision war ein Sender, der neben Bildung und Information auch Unterhaltung bieten sollte und dabei unabhängig von der Regierung und von Werbung sein sollte.

Die BBC wird ausschließlich durch Rundfunkgebühren finanziert, ähnlich wie öffentlich-rechtliche Anstalten im deutschsprachigen Raum.

Seit etwa 2000 stellt die BBC ihre Programme auf über Kabel, Satellit und Antenne empfangbare digitale Formate (DVB, DAB) und DVB-T) um. Diese Umstellung macht die Einführung einer Reihe neuer Sender (BBC Three, BBC Four, CBeebies, CBBC und BBC Prime) möglich. Ab 2009 soll ausschließlich digital ausgestrahlt werden.

Während der Affäre um den Tod des Biowaffenexperten David Kelly im Juli 2003 geriet die Nachrichtenabteilung der BBC unter Druck. Wie sie in Berichten behauptet hatte, wurden Geheimdienstinformationen über Massenvernichtungswaffen im Irak durch die Regierung aufgebauscht. Die untersuchende Kommission kritisierte diese Kritik als unhaltbar; man habe wichtige Fakten außer Acht gelassen.

Nach Veröffentlichung des Hutton-Berichts im Januar 2004, entschuldigten sich die Governors der BBC bei Premierminister Tony Blair.

Der damalige BBC-Generaldirektor Greg Dyke setzte sich allerdings heftig gegen die Anklage ein und wurde dabei durch den damaligen Vorsitzenden der Governors unterstützt. Viele Mitarbeiter beklagten sich, die Regierung hätte versucht Druck auf die BBC und ihren Nachrichtendienst auszuüben, in dem sie den regierungsfreundlichen Vorsitzenden Hutton einsezte. Da die Mehrheit der Governors jedoch den Entschluss des Hutton-Berichts angenommen hatte, fühlte sich der Generaldirektor zum Rücktritt gezwungen. Kurz darauf folgte der Rücktritt des damaligen Vorsitzenden der Governors.

Letztlich wurde festgestellt, dass die Regierung versucht hatte die Geheimdienstberichte aufzubauschen. Ein Massenvernichtungsschlag auf das Vereinigte Königreich war nicht möglich, da die beschriebenen Waffen nicht existierten. Trotz Fehlerhaftigkeit des Hutton-Berichts verlor die Regierung bei den Briten an Glaubwürdigkeit.

Im Herbst 2004 beginnt die BBC ihre Archive der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Vorerst werden etwa 2000 größtenteils naturwissenschaftliche Video-Clips veröffentlicht. Das Archivmaterial kann unbegrenzt genutzt werden, nur die kommerzielle Nutzung ist untersagt.

Die BBC gilt im modernen Medienzeitalter trotz ihrer Vorreiterrolle in der Einführung moderner Technologien (beispielsweise Videotext, Internet, digitale Ausstrahlung) mit ihren zentralistischen und bürokratischen Strukturen sowie einem überdimensionierten Verwaltungsapparat als schwerfällig und teuer. Angesichts dieses Reform- und Verschlankungsbedarfs der BBC kündigte BBC-Generaldirektor Mark Thompson im Dezember 2004 an, dass bis 2007 2.900 Stellen von insgesamt über 27.000 Stellen, 2.500 davon in der Verwaltung, gestrichen würden. Ferner kündigte er Einsparungen von 320 Millionen Pfund pro Jahr an, die vor allem der Programgestaltung zugute kommen sollen. Etwa 1.800 Mitarbeiter sollen in ein neues Funkhaus nach Manchester umziehen. [1] In Anbetracht der bevorstehenden Entlassungen, haben die Gewerkschaften am 13.April Unterstützung angekündigt. [2]

Anfang März 2005 entschied die britische Regierung, die Royal Charter, die Ende 2006 ausläuft, um zehn Jahre zu verlängern [3]. Das Prinzip der Gebührenfinanzierung soll dabei vorerst bestehen bleiben. Außerdem sollen Management und das Aufsichtsgremium der BBC reformiert werden.

Hintergrund zum Status der BBC

Die BBC war anfangs auch stark auf die Informationsversorgung der britischen Kolonien und der Commonwealthstaaten ausgerichtet. Ab 1932 versorgte der damalige Empire Service diese Gebiete. Der spätere Auslandsdienst BBC World Service verdiente sich aber auch Reputation durch die unabhängige Informationsversorgung von weltweiten Krisen- oder Kriegsgebieten.

Dies ist ein grundlegender Unterschied zum deutschen Auslandsprogramm, der Deutsche Welle, welche neben der Nachrichtenversorgung deutscher Hörer im Ausland insbesondere zur Aufgabe hat, Deutschland zu repräsentieren. Darunter zählen vor allen Dingen Kulturberichte und die Näherbringung der deutschen Sprache.

Besondere Bedeutung erlangte das deutsche Programm der BBC, das aus dem weltbekannten Bush House in London sendete, in den Weltkriegsjahren zwischen 1939 und 1945. Das gefährliche Abhören von BBC London war in Deutschland meist die einzige Möglichkeit, um an gesicherte Informationen über die Kriegssituation und die Frontlage zu gelangen. Darauf standen hohe Strafen. So wurde beispielsweise der Jugendliche Helmuth Hübener vom Volksgerichtshof wegen Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt. Er hatte die Radiosendungen mit Durchschlägen auf Flugblätter gedruckt und in Hamburg verteilt. Die tiefen Glockentöne, das damalige Erkennungszeichen von BBC London, wurden zur Legende. Das deutsche Programm der BBC wurde nach über sechzig Jahren aus Kostengründen Anfang der 2000er eingestellt.

Im Nachkriegsdeutschland war die BBC Vorbild für den Aufbau eines vom Staat unabhängigen Rundfunksystems. Ein Missbrauch der Medien durch den Staat wie im Dritten Reich sollte damit verhindert werden. Nach dem Vorbild der BBC entstand in der britischen Zone der NWDR (später NDR und WDR), der mit Hugh Carlton Greene anfangs auch einen britischen Intendanten hatte.

Ein großer Schwerpunkt der BBC ist die Bildung [4]. Die Anzahl von Bildungssendungen für alle Alterstufen, die im Fernsehen zu sehen oder auf DVD, VHS zu erwerben ist, scheint fast unüberschaubar. Das Niveau und der Anspruch sind meist hoch. Mittlerweile sind einige der BBC-Reportagen auch synchronisiert im deutschen Fernsehen, beispielsweise auf dem Privatsender VOX unter der Bezeichnung BBC Exklusiv, zu sehen. Der gute Ruf im Ausland ist neben den oben genannten Punkten auch auf die qualitativ sehr guten Programme zurückzuführen.

Die BBC verkauft weltweit ihre Fernsehsendungen (insbesondere Dokumentationen, Fernsehfilme, Comedyserien) und lizenziert eigenentwickelte innovative Unterhaltungsformate.

Im Inland hat die BBC, die weltweit größte gebührenfinanzierte und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, immer noch eine nicht zu unterschätzende Medienmacht. Den Hauptanteil der Sendefrequenzen belegt trotz der Einführung eines dualen Rundfunksystems immer noch die BBC. Im Vergleich zu Deutschland sind nur relativ wenige private Rundfunk- und Fernsehprogramme (insbesondere ITV, Channel 4 und der Bezahlfernsehsender BSkyB) lizenziert.

Die Rundfunkanstalt ist aufgrund ihrer Struktur weit unabhängiger von politischer Einflussnahme als etwa das deutsche oder französische Fernsehen und genießt ein dementsprechend hohes Vertrauen in der Bevölkerung.

Empfang

Trotz Einstellung der Verschlüsselung im Jahre 2003 gestaltet sich der Empfang der meisten BBC-Sender (bis auf BBC Parlament) problematisch bis unmöglich. Ursache ist die Abstrahlung über Astra 2D auf 28,2 Grad Ost, der sehr stark auf die Britischen Inseln fokussiert ist [5].

Östlich der Verbindungslinie Hamburg-Augsburg sind daher unübliche 100 cm-Antennen notwendig, die notwendige Größe steigt in Richtung Osten weiter an und erreicht in Berlin und Dresden 150 cm. Empfang im Westen Deutschlands, in den Benelux-Ländern, in der Schweiz, in Frankreich und im Norden Spaniens ist weitgehend unproblematisch. Siehe auch: http://www.beitinger.de/sat/astra_2d.html (enthält auch Links zur Belegung von Astra 2).

In den Niederlanden sind BBC One und BBC Two über Kabel empfangbar. BBC World Service wird weltweit in wichtigen Städten wie z. B. Berlin auf UKW gesendet.

Ausstrahlungsformate:

Man beachte weiterhin für analoges Fernsehen, dass die Empfangsnorm etwas von dem in Deutschland verwendeten PAL B/G abweicht. Großbritannien verwendet PAL-I (anderer Tonträgerabstand) und für den Stereo-Ton NICAM.

Senderbelegung

Radio

Digital und Analog

Nur Analog

Nur Digital

Fernsehen

Digital und Analog

Nur Digital

Im Ausland

Weblinks


Kategorie:Rundfunkgesellschaft Kategorie:Fernsehsender Kategorie:Hörfunksender

See also: British Broadcasting Corporation, 18. Oktober, 1922, 1925, 1927, 1932, 1936, 1939