British Forces Broadcasting Service
Der British Forces Broadcasting Service (BFBS) ist ein Netzwerk von Radio- und Fernsehsendern, das von der Services Sound & Vision Corporation im Auftrag des Ministry of Defence für die britischen Truppen betrieben wird.
Gegründet wurde der BFBS Ende 1943 durch einen experimentellen Radiosender in Algier. Heute hat BFBS drei Radio- und zwei Fernsehprogramme, die von der Zentrale in Buckinghamshire nahe London aus per Satellit gesendet werden, ergänzt durch mehrere lokale Studios in den Besatzungsgebieten der britischen Armee. Das BFBS erreicht heute ca. 13.000 Armeeangehörige und deren Familien, hauptsächlich in Deutschland. Weiterhin hat es zurzeit Studios u.a. in Afghanistan und Irak.
BFBS in Deutschland
In Deutschland betreibt BFBS (Sitz: Herford) zwei Hörfunksender in der ehemaligen britischen Besatzungszone (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen). Die Struktur ist dabei mittlerweile an die der BBC-Programme BBC Radio 1 und BBC Radio 2 angelehnt:
BFBS Radio 1, welches über leistungsstarke UKW-Frequenzen verfügt, richtet sich an ein jüngeres Publikum und sendet vorwiegend aktuelle Pop- und Rockmusik (unter anderem mit Sendungen von John Peel (†) und David Rodigan), sowie Informationen für die Angehörigen des britischen Militärs. Die stündlichen Nachrichten stammen vom kommerziellen britischen Nachrichtenzulieferer IRN (Independent Radio News), es werden teilweise aber auch in Deutschland Nachrichten für die Truppe produziert.
BFBS Radio 2, das nur in den Städten mit Truppenstationierungen wie z.B. Münster, Paderborn oder Mönchengladbach zu empfangen ist, übernimmt viele Sport- und Informationssendungen der BBC und spielt eher "ältere" Musik, etwa Rock der fünfziger und sechziger Jahre.
Das TV-Programm von BFBS (BFBS 1) verfügt ebenfalls nur über kleinere Sender. Zum Empfang ist ein spezieller Tonadapter notwendig.
Nach dem Ende des Kalten Krieges gab es Kontroversen darüber, ob der britische Militärsender in der Bundesrepublik fortgeführt werden solle oder nicht. Das Ministry of Defence entschied sich jedoch für eine Fortführung des Senders auch hierzulande.
