Bühnengang

Bühnengänge fürs Theater

Egal ob im Laien oder Schultheater es ist immer von Vorteil, wenn man weiß, wie man auf einer Bühne welche Situation darstellen kann. Die hier entnommenen Beispiele entstammen dem Schauspielunterricht eines Grundkurses der 12. Klasse und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll nur eine Übersicht geben und Raum lassen für eigene Ideen.

Hier die Übersicht der Bewegungen zweier Personen auf einer Bühne, wobei die Position der Zuschauer am unteren Rand ist. Die Beschreibungen der einzelnen Bühnengänge finden sich unter der entsprechenden Zahl in diesem Artikel:

thumb|Bühnengänge im Laien- und Schultheater (v.l. n.r.; v.o n.u)

1. Dieser Bühnengang wird dadurch gespielt, dass alle Schauspieler gleichzeitig auf das Publikum zugehen. Diese Bewegung ist vor allem für den Beginn einer Szene geeignet, da es beim Zuschauer eine Bedrängnissituation hervorruft. Man integriert also sofort die Zuschauer in das Geschehen des Stückes.


2. Dieser Bühnengang ist vor allem für Abschiedszenen, zum Beispiel von Liebespaaren geeignet. Allerdings kommt es dabei darauf an, in welcher Art sich die Schauspieler von einander entfernen. So kann dieser Gang auch für Trennungen im Zorn genutzt werden, wenn er schnell und emotional kühl gespielt wird. Er eignet sich genauso gut für ein einfaches Ende eines Dialoges.


3. Bei diesem Bühnengang gibt es mindestens zwei Spielmöglichkeiten. Die eine ist mit dem Rücken zum Publikum, als ein klassischer Abgang aus einer Szene oder nach einem Stück. Mit dem Gesicht zum Publikum und rückwärtslaufend kann man mit diesem Gang aber auch einen geordneten Rückzug darstellen.


4. Zwei Schauspieler kommen auf einander zu. Dies ist die Ausgangssituation für viele Arten von Szenen. Am wichtigsten sind hierbei die einfache Begrüßung und die direkte Konfrontation mit einer anderen Partei. (auch bei mehr als zwei Schauspielern anwendbar)


5. Dieser Gang kann eine Verfolgung darstellen. Dabei ist zwischen einer heimlichen Verfolgung und einer bewussten Verfolgung aus Neugier zu unterscheiden. Genauso kann dieser Gang die Unterwürfigkeit der zweiten gegenüber der ersten Person verdeutlichen, folgt sie ihm doch sprichwörtlich wie ein Hund.


6. Auch dieser Gang ist auf unterschiedliche Szenen anwendbar. Einerseits kann die vordere Person einer anderen durch ihr ständiges hin und her eilen den Weg versperren. Auf der anderen Seite kann die Person die hin und her läuft aber auch in einen Monolog vertieft sein und die andere Person versucht ihn anzusprechen und wird dabei bis zu einem gewissen Punkt ignoriert.


7. Dieser Bühnengang eignet sich vor allem bei der Darstellung von Gefangenschaft in einem Theater ohne viele Requisieten. Die Person in der Mitte ist praktisch von der äußeren Person gefangen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Person, die den Außenkreis beschreitet einen Monolog führt und die Person in der Mitte sie ansprechen möchte, jedoch nicht sofort dazu kommt.


8. Bei diesem Gang, der an einander vorbei führt gibt es einmal die Möglichkeit, dass es zu einer flüchtigen Begrüßung zwischen den Figuren kommt oder dass diese völlig ausbleibt aufgrund von persönlichen Differenzen und diese Abneigung untereinander damit herausgestellt wird. Ebenso kann eine Person zu einem Gruß ansetzen und wird auf Grund von Ablehnung der anderen Figur ignoriert. Besonders interessant ist dieser Bühnengang auch für das Theater ohne große Kulissen, denn durch diesen Gang kann eine räumliche Trennung der Bühne in zwei verschiedene Räume erreicht werden, in denen zum Beispiel zwei Personen ungeduldig auf und ab gehen.


9. Diese Situation kommt einer Konfronation und einem vorsichtigen, abschätzenden umkreisen der Konfliktpersonen gleich. Eine andere Möglichkeit ist die Darstellung eines Liebespaares, dem es jedoch unmöglich ist zu einander zu finden.


10. Ähnlich wie 7. ist dieser Gang eine Möglichkeit eine Bedrängnis oder Gefangenschaft für die, im Kreis befindliche, Person darzustellen. Dies kann dadurch verstärkt werden, dass der Radius des Kreises mit jeder Runde verkleinert wird. Es ist sehr gut zu erkennen, dass auch in dieser Situation die Person in der Mitte nicht zu Wort kommt.


Kategorie:Theater

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