Bundesamt für Verfassungsschutz

thumb|400px|Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist ein deutscher Inlandsnachrichtendienst. Es untersteht dem Bundesministerium des Innern und wird von einem Präsidenten, zur Zeit Heinz Fromm, geleitet. Im Jahr 2003 waren im BfV 2.401 Personen beschäftigt.

Der Hauptsitz befindet sich in 50765 Köln-Chorweiler, Merianstraße 100.

Neben dem Bundesamt existieren in den Bundesländern jeweils Landesbehörden für Verfassungsschutz, die als Landesämter oder Abteilungen des Innenministeriums nicht dem BfV, sondern dem jeweiligen Innenminister des Landes unterstehen.

Inhaltsverzeichnis

Präsidenten

Viele Präsidenten der Behörde erlangten einen unerwarteten Bekanntheitsgrad, wurden in den vorzeitigen Ruhestand geschickt oder traten zurück.

Aufgaben

Informationssammlung und -auswertung

Die Hauptaufgaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz sind das Sammeln und Auswerten von Informationen über verfassungsfeindliche und extremistische Bestrebungen. Dazu gehören unter anderem politische Aktivitäten, die aufgrund ihrer antidemokratischen Einstellungen die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gefährden, wie zum Beispiel extrem links beziehungsweise rechts gerichtete Parteien. Doch auch die Scientology-Organisation geriet aufgrund ihrer zum Teil illegalen Aktivitäten in die Beobachtung des Bundesamts für Verfassungsschutz. Der Verfassungsschutz hat Zuträger bzw. Mitarbeiter, die bei der NPD aktiv sind, wodurch das NPD-Verbotsverfahren scheiterte, und er hat NDP-Aktivitäten und NPD-Aktivistem finanziell gefördert, angeblich zur Informationsgewinnung.

Spionageabwehr

Ein anderer gesetzlicher Auftrag des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist die Spionageabwehr. Das Bundesamt für Verfassungsschutz unterscheidet zwischen drei Arten der Spionage:

Geheimschutz

Ein weiteres Aufgabengebiet des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist der Geheimschutz. Unter diesem Begriff versteht man den Schutz von geheimem und vertraulichem Material des Staates und der von ihm beauftragten Industrie vor nicht-befreundeten Nachrichtendiensten, Interessenverbänden und Einzelpersonen, die versuchen, an solche vertrauliche Unterlagen zu gelangen.

Abteilungen und ihre Aufgaben

Abteilung 1

Abteilung 2

Abteilung 3

Abteilung 4

Abteilung 5

Abteilung 6

Abteilung Z - Zentral- und Verwaltungsaufgaben

Möglichkeiten/Methoden

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, bedient sich das Bundesamt für Verfassungsschutz verschiedener Möglichkeiten zur Informationssammlung :

Öffentliche Quellen

Den größten Teil seiner Informationen bezieht das Bundesamt für Verfassungsschutz aus öffentlichen Quellen, wie Zeitungen, Fernsehen, dem Internet, Flugblättern und ähnlichem. Zudem besuchen Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz öffentliche Informationsveranstaltungen.

Nachrichtendienstliche Mittel

Doch auch der Einsatz von umfassenden nachrichtendienstlichen Mitteln gilt als unverzichtbar. So werden zum Beispiel durch das BfV Informationen von Gewährspersonen (Quellen) gewonnen, die sich in extremistischen Kreisen bewegen. Auch die genehmigungspflichtige Brief- und Telefonüberwachung gehört zu den Maßnahmen des BfV. Bei der Durchführung dieser Aktionen ist es jedoch an das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (G10 2001) gebunden.

Beobachtete Organisationen und Personen

Beispiele für Personengruppen, von denen einzelne Mitglieder vom BfV und angeschlossenen Organisationen befragt oder Überwacht worden sind:

Kontrolle/Rechenschaftslegung

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wird wie BND und MAD von dem Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) des Bundestags überwacht. Zur Rechenschaftslegung und zur allgemeinen Information über politischen Extremismus, Spionageabwehr und Geheimschutz veröffentlicht das BfV jährlich einen kostenfrei erhältlichen Verfassungsschutzbericht.

Abschaffung/Kritik

In der Vergangenheit wurde immer wieder die Abschaffung des Verfassungsschutzes gefordert. So forderten Die Grünen noch 1998 in ihrem Wahlprogramm, dass die Geheimdienste schrittweise aufzulösen seien. Kritiker bezweifeln die Effektivität der Behörde und kritisierte die angebliche „Datensammelwut“ und die Observationspraktiken der Behörde. Gelegentlich lieferte das BfV aufgrund seines Verhaltens Anlass zur Kritik: So startete man im Jahre 1976 einen mehrmonatigen „Lauschangriff“ auf den des RAF-Terrorismus verdächtigen ehemaligen Atommanager Klaus Traube. Der Terrorismusverdacht erwies sich als falsch, der damals verantwortliche Innenminister Werner Maihofer musste zurücktreten. Aktuell machte das BfV im Rahmen des Verbotsverfahrens gegen die NPD von sich Reden. Ein wesentlicher Grund dafür, dass das Verbotsverfahren scheiterte, ist, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz sich in Übereinstimmung mit dem verantwortlichen Innenminister Otto Schily weigerte, mitzuteilen, welche Parteiaktivitäten von der Partei selbst und welche vom Verfassungsschutz beziehungsweise durch in den Parteiapparat als Funktionäre eingeschleuste Vertrauenspersonen des Verfassungsschutzes initiiert wurden. Da das Bundesverfassungsgericht somit nicht beurteilen konnte, welche Handlungsweisen der Partei originär zugerechnet werden können, und bei welchen Lockspitzel des Verfassungsschutzes als agent provocateur Pate gestanden hatten, lehnte es den Antrag auf Verbot der NPD ab.

Unwidersprochen blieb die Agentur-Meldung der „dpa“, dass etwa jeder 7. Funktionsträger in der NPD-Leitungsebene vom Kölner Bundesamt steuerfinanziert ist.

Öfters fällt zudem auf dass die Einschätzungen was Links- und Rechtsextremismuss in den Landesministerien leicht nach Landesregierung varieren.

Literatur

Siehe auch:

Politische Straftaten, Berner Club, Staatsschutz, Bundesnachrichtendienst, Spionage mit "Wer ist Wer in der Spionage?",

Weblinks

Verfassungsschutz Kategorie:Köln

See also: Bundesamt für Verfassungsschutz, Agent provocateur, Ausreiseantrag, BND, Berner Club, Bundesministerium des Innern, Bundesnachrichtendienst, Bundestag, DKP, DVU