Bundesfestung Ulm

Die Bundesfestung Ulm ist, neben Landau, Luxemburg, Mainz und Rastatt, eine von fünf Bundesfestungen. Diese Festungen wurden durch den deutschen Bund finanziert (daher auch der Name) und, neben zahlreichen Landesfestungen, im 19. Jahrhundert aus- oder neu gebaut.

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons (1815) war man sich einig, dass eine Sicherung der Länder auch nach innen zu erfolgen habe. Die Bundesfestungen waren eines der wenigen Projekte des deutschen Bundes, die verwirklicht wurden.

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Bundesfestung Ulm wurde im Zeitraum von 1841 bis 1859 neu erbaut, bei ihrer Errichtung waren bis zu 10.000 Arbeiter tätig.
In Friedenszeiten sollte die Festung 5.000 Soldaten beherbergen, für den Eintritt des Ernstfalles rechnete man dagegen mit bis zu 20.000 Soldaten. Weiterführende Planungen sahen sogar 100.000 Soldaten vor. Die gesamten Baukosten der Festung werden auf 16.500.000 Gulden geschätzt.

Die Festung stellt sich als geschlossener, ellipsenförmiger Mauerzug um beide Städte Ulm und Neu-Ulm dar, der in einiger Entfernung eine Reihe Forts vorgelagert sind. Aus der topografischen Lage heraus wurden mit den Forts in Ulm markante Höhen über der Stadt gesichert, während dies in Neu-Ulm, mangels Berge um die Stadt, unterblieb. Die einzige Brücke über die Donau lag zwischen beiden Städten innerhalb der Festung.
Erstmalig wurde in Deutschland das Bastionärsystem aufgegeben und stattdessen ein Polygonalsystem geschaffen. In diesem Zusammenhang ist auch von der neupreußischen oder neudeutschen Manier die Rede.

Die Werke

thumb|250px|Die Wilhelmsburg um 1904
thumb|250px|Das Innere der Wilhelmsburg
thumb|250px|Die Wallanlagen der Bundesfestung Ulm
thumb|250px|Die Anlagen der Bundesfestung Ulm im bayerischen Neu-Ulm

Die Stadtumwallung der Ulmer Seite

Die Forts der Ulmer Seite

Die Stadtumwallung der Neu-Ulmer Seite

Die Forts der Neu-Ulmer Seite

Hinzu kommen noch einige Werke, die nach 1900 in Beton und Stahlbeton ausgeführt wurden. Die Lücken zwischen einigen Werknummern ergeben sich aus der Tatsache, dass einige Werke aus Kostengründen nicht gebaut werden konnten.

Der Zustand der Werke heute

Da die Bundesfestung Ulm, im Gegensatz zur Festung Rastatt, nicht unter die Bedingungen des Vertrag von Versailles fielen, musste sie nach dem Ende des ersten Weltkrieges nicht geschleift werden. Dennoch sind viele Anlagen der Festung nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach unwiderruflich verschwunden. Ein weiterer großer Teil ist vom Verfall bedroht, was im besonderen Maße für die Forts gilt. Im Fort Oberer Kuhberg hat sich der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. niedergelassen und hat Teile der Anlage in vorbildlicher Art und Weise restauriert. In einigen der Forts und Werke haben heute zahlreiche, vor allem gemeinnützige Vereine eine Heimstätte gefunden.

Siehe auch

Liste von Festungen; Fachbegriffe Festungsbau

Weblinks

Ulm Ulm Kategorie:Ulm

See also: Bundesfestung Ulm, 1815, 1841, 1859, 19. Jahrhundert, 1900, Bastion, Beton, Bundesfestung, Deutscher Bund