Buntschriftstellerei
Als Buntschriftstellerei bezeichnet man in der Literaturwissenschaft eine literarische Sammelgattung, die Werke zusammenfasst, die das Ziel verfolgten, Wissenswertes aus unterschiedlichen Sachgebieten in „bunter“ Form zu präsentieren; die Werke stammen meist aus der Spätantike oder dem Mittelalter und sind in der Regel in griechischer oder lateinischer Sprache verfasst.
Die Buntschriftstellerei ist ein früher Vorläufer der Enzyklopädie.
- "Der Titel von Älians Werk "Bunte Geschichten" ist namengebend für eine ganze Gattung der antiken Literatur geworden. "Buntschriftstellerei" ist keine antike Bezeichnung; es ist ein Begriff, den die moderne Literaturwissenschaft gegen Ende des vorigen Jahrhunderts geprägt hat, um hierunter mehr oder weniger alle Werke zu vereinen, die sich in anderen Gattungen nicht unterbringen ließen. Hierbei handelt es sich um literarische Sammelschriften, deren Ziel es war, Wissenswertes aus allen Gebieten in bunter Form darzubieten." (Hadwig Helms in: Claudius Aelianus: Bunte Geschichten. Leipzig 1990 (Übs., Nachwort Hadwig Helms, Reclam Bibliothek 1351)
Bekannte Autoren der Buntschriftstellerei sind:
- Sueton
- Aelian - Bunte Geschichten
- Pamphila von Epidauros (um 100 n. Chr.) - Hypomnemata
- Aulus Gellius (um 150 n. Chr.) - Noctes atticae
- Cornelius Nepos - Exempla
- Alexander von Canterbury - Eadmeri monachi liber de sancti Anselmi similitudinibus
- Peter Lauremberg (1590-1658) - Acerra Philologica
Siehe auch
- Proto-Enzyklopädik
- Bestiuarium
- Enzyklopädie
- Populärwissenschaftlichkeit
Literatur
- Claudius Aelianus: Bunte Geschichten (Übersetzung und Nachwort von Hadwig Helms; Reclam Bibliothek 1351. Leipzig: Reclam 1990
