C4-Pflanzen

Zu den C4-Pflanzen werden Pflanzen gezählt, bei denen sich im Vergleich zu den C3-Pflanzen ein weiterer Weg zur Kohlenstoffdioxid-Fixierung entwickelt hat. Da das erste fassbare Photosyntheseprodukt ein C4-Körper ist, das Oxalacetat, wurde die Bezeichnung zur Unterscheidung von den Pflanzen mit "normalem" Photosynthesestoffwechsel gewählt. Zu den C4-Pflanzen gehören Monokotyledonen wie Hirse, Mais, Zuckerrohr und Chinaschilf.

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C4-Pflanzen

Mit dem Aufkommen der oxygenen Photosynthese vor ca. 1,5 Milliarden Jahren reicherte sich Sauerstoff in der Atmosphäre an. Das Kohlenstoffdioxid-fixierende Enzym RubisCO katalysiert in einer – allerdings sehr signifikanten – Nebenreaktion auch die Fixierung von Sauerstoff. Nun konnte die Assimilation nicht mehr so problemlos ablaufen, wie in der ursprünglichen sauerstoffarmen Atmosphäre, da durch die genannte Nebenreaktion im Stoffwechsel C2-Körper anfielen. Die Pflanze betreibt einen erheblichen Aufwand, um diese C2-Körper zurückzugewinnen. Da bei diesem Vorgang Sauerstoff verbraucht wird, nennt man ihn Photorespiration. Da die Affinität der RubisCO gegenüber Sauerstoff bei steigender Temperatur stärker zunimmt als für Kohlenstoffdioxid, ist dies besonders problematisch für Pflanzen in heißen und trockenen Gebieten, von denen einige einen alternative Mechanismen zur Kohlenstoffdioxid-Fixierung entwickelten. Hier entstand eine "ATP-getriebene CO2-Pumpe", die einen Mikrokosmos herstellt, welcher jenem der Uratmosphäre entspricht. Zusätzlich zur Rubisco-Reaktion entwickelte sich in den Mesophyllzellen der PEP-Carboxylase-Weg zur Kohlendioxid-Fixierung. Dabei wird CO2 an Phosphoenolpyruvat – kurz PEP – fixiert, wobei Oxalacetat – kurz OA – entsteht, welches vier Kohlenstoffatome enthält, wovon sich analog zu den C3-Pflanzen der Name dieses Pflanzentyps ableitet. Das Oxalacetat gelangt über eine Malatschleuse in die Leitbündelscheiden, wo es durch das Malatenzym in Pyruvat – kurz Pyr – und CO2 gespalten wird. Dadurch entsteht dort eine erhöhte CO2-Konzentration, wodurch der reguläre Calvinzyklus effizienter abläuft. Der gesamte Weg wurde als zyklischer Prozess formuliert:

Hatch-Slack-Zyklus

Die Reaktionen dieses C4-Dicarboxylatweges, die sich über zwei benachbarte Zelltypen erstrecken, wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ergründet und nach seinen Entdeckern Marshall Hatch und Rodger Slack benannt. Nach seinem Beginn in den Mesophyllzellen, die nicht über RubisCO verfügen, setzt er sich, wie beschrieben, in den Leitbündelscheidenzellen fort, die aufgrund der Enzymausstattung von C3-Pflanzen den Cori-Zyklus ausführen können,

bild:HatchSlack.png

Abbildung: Verbindung der Hatch-Slack- und Cori-Zyklen in C4-Pflanzen'

CAM-Pflanzen

Eine weitere Optimierung des Prinzips der ATP-getriebenen CO2-Pumpe findet sich im CAM-Pflanzen (CAM = Crassulaceae Acid Metabolism). An trockenen Standorten bewerkstelligen Sukkulente statt der örtlichen eine zeitliche Trennung der CO2-Fixierungsschritte. So müssen die Spaltöffnungen (Stomata) zur CO2-Aufnahme nur nachts geöffnet werden, was eine Austrocknung verhindert. Der Tag (T)-Nacht (N)-Rhythmus gestaltet sich dabei wie folgt:

Bemerkenswert ist die Regenerierung von PEP aus Pyr, die zwei ATP-Äquivalente benötigt. In Pflanzen wird hier nicht die Zweischritt-Strategie der Gluconeogenese genutzt. Vielmehr entstand mit Pyruvat-Phosphat-Dikinase ein Enzym, das zwei energiereiche Phosphatbindungen eines Moleküls ATP und ein anorganisches Phosphat-Ion zu diesem Zweck nutzen kann.

C4-Pflanzen


Abbildung: Kohlendioxid-Fixierung in C4 - und CAM-Pflanzen: Dieser Pflanzentyp nutzt zur Kohlendioxid-Fixierung Phosphoenolpyruvat (PEP; Kasten am linken Rand). Es entsteht die C4-Verbindung Oxalacetat (OA). Bei deren Decarboxylierung erhöht sich der CO2-Partialdruck, so dass der Calvin-Zyklus (unten rechts eingezeichnet) effizient betrieben werden kann. Die Regenerierung von PEP erfolgt durch Pyruvat-Phosphat-Dikinase in einem Schritt. CAM-Pflanzen haben diese Reaktionen einem Tag-Nacht(T/N)-Rhythmus unterworfen. Tagsüber (T) wird die Lichtreaktion der Photosynthese betrieben, womit Energieäquivalente zur Synthese von Stärke bereitgestellt werden. Nachts (N)entsteht aus Stärke der Akzeptor PEP, daraus OA, das zu Mal umgesetzt und zwischengelagert wird.

Ökonomische und ökologische Aspekte

C4-Pflanzen sind den meisten C3-Pflanzen insofern überlegen, als sie CO2 und Wasser ökonomischer nutzen können:

In den letzten 30 Jahren ist eine Ausbreitung von C4-Pflanzen auch auf warmen, sonnigen Standorten in Mitteleuropa zu beobachten. Zumeist handelt es sich um hirseartige Gräser und Fuchsschwanzarten. Deren Ausbreitung wird zumindest bisher nicht als Gefahr für die heimische Flora gewertet.

Weblinks

See also: C4-Pflanzen, 20. Jahrhundert, Asparaginsäure, Assimilation, C3-Pflanzen, CAM-Pflanzen, Calvin-Zyklus, Cori-Zyklus, Decarboxylierung, Enzym