Cardanische Formeln
Die Cardanischen Formeln sind Formeln zur Lösung reduzierter kubischer Gleichungen und biquadratischer Gleichungen (Gleichungen 3. und 4. Grades). Sie sind benannt nach dem Mathematiker Cardano. Die cardanischen Formeln waren der Anlass für die Einführung der komplexen Zahlen, da man im Fall des Casus Irreducibilis vor dem Problem steht, aus einer negativen Zahl eine Quadratwurzel zu ziehen.
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Lösungsweg für kubische Gleichung
- Reduktion der allgemeinen kubischen Gleichung ax3 + bx2 + cx + d = 0 zu einer Gleichung ohne quadratisches Glied x3 + px + q = 0.
- Substitution von x durch (u + v). Mit Hilfe des Satzes von Vieta ergibt sich eine quadratische Gleichung.
- Lösung dieser quadratischen Gleichung und Resubstitution.
Ausführlicher Lösungsweg für kubische Gleichung
Kubische Gleichung: ax3 + bx2 + cx + d = 0
Durch Substitution mit
in die Form x3 + px + q = 0 bringen.
Lösung
- Fall 1:
Eine reelle Lösung:
- Fall 2:
Zwei reelle Lösungen:
- Fall 3:
(Casus irreducibilis)
Drei reelle Lösungen:
Ausführlicher Lösungsweg für biquadratische Gleichung
ax4 + bx3 + cx2 + dx + e = 0
Substitution mit
z ist eine beliebige Lösung der Gleichung z3 + pz + q = 0.
Mit
ergibt sich:
- Fall 1:
- Fall 2:
Ausblick: Die Lösung von Gleichungen fünften und höheren Grades
Für Gleichungen fünften oder höheren Grades gibt es keine allgemeinen Lösungsformeln auf Basis von Wurzel- und arithmetischen Operationen. Bewiesen wurde dies erstmals von Niels Henrik Abel, verallgemeinert wenig später von Evariste Galois (siehe Galoistheorie).
Neben Lösungsverfahren für spezielle Gleichungen kann man die Nullstellen über Iterationsverfahren bestimmen, z.B. dem Bairstow-Verfahren
Literatur
- Jörg Bewersdorff: Algebra für Einsteiger: Von der Gleichungsauflösung zur Galois-Theorie, Wiesbaden 2004, ISBN 3528131926, Einführung
- Heinrich Dörrie: Kubische und biquadatische Gleichungen, München 1948
- Ludwig Matthiessen: Grundzüge der antiken und modernen Algebra der litteralen Gleichungen, Leipzig 1896, Dokumenten-Server
