Carl Diem
thumb|right|Carl Diem Carl Diem (* 24. Juni 1882 in Würzburg; † 17. Dezember 1962 in Köln) war ein deutscher Sportfunktionär und -wissenschaftler und Urheber des olympischen Fackellaufs.
1899 gründete er den Sportverein "SC Marcomannia Berlin", 1908 wurde er Vorsitzender der "Deutschen Sportbehörde für Athletik". 1913 begründete er die Verleihung des "Deutschen Sportabzeichens", welches sich bis heute erhalten hat. Er plante auch die Olympischen Spiele 1916 in Berlin, die dann aber wegen des Ersten Weltkriegs nicht abgehalten wurden.
In den Jahren von 1913 bis 1933 war er Generalsekretär des "Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen". 1920 fanden erstmals die von ihm initiierten "Reichsjugendwettkämpfe" statt, die Vorläufer der heutigen Bundesjugendspiele. Von 1930 bis 1933 war er sportwissenschaftlicher Dozent an der Berliner Universität. Als Generalsekretär des Organisationskomitees war er maßgeblich an Planung und Durchführung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin beteiligt. Er initiierte erstmals den Olympischen Fackellauf von Griechenland zur jeweiligen Austragungsstätte – dieser Brauch hat sich bis heute erhalten. Von 1938 bis 1945 hatte er die Leitung des Olympischen Instituts in Berlin inne. Seine Veröffentlichungen in dieser Zeit erschienen zu ca. einem Drittel in nationalsozialistischen Publikationen. Am 12. April 1947 wurde er zum Rektor der von ihm gegründeten "Deutschen Sporthochschule" in Köln ernannt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod 1962.
Diems Rolle im Nationalsozialismus ist bis heute umstritten. Einerseits wurde er 1934 von den Nazis als "politisch unzuverlässig" eingestuft (wohl auch wegen der jüdischen Verwandten seiner Ehefrau), andererseits hatte er während dieser Zeit wichtige und prominente Funktionen inne.
Im März 1945, als der Krieg längst verloren war und russische Truppen Teile des Sportforums bereits eingenommen hatten, schwor Diem die versammelte Hitlerjugend in einem flammenden Appell auf den Endkampf ein: Wunderbar ist der Tod, wenn der edle Krieger für das Vaterland fällt. Daraufhin starben 2000 Jugendliche beim Versuch, ihr Sportfeld zurück zu erobern, einen sinnlosen Heldentod. Auch Sätze wie Sport ist freiwilliges Soldatentum stammen von Carl Diem.
Nach einer Distanzierung des Leiters der von Diem gegründeten Deutschen Sporthochschule 1995 wurden Straßen und Sporthallen, die nach Carl Diem benannt waren, umbenannt.
Veröffentlichungen
- "Olympische Flamme", 3 Bände, Berlin, 1936, gilt als wichtiges Zeitdokument nationalsozialistischer
Sportpropaganda
Literatur
- Achim Laude und Wolfgang Bausch: "Der Sportführer. Die Legende um Carl Diem, Verlag Die Werkstatt, 2000. ISBN 389533295X
Weblinks
- Tabellarischer Lebenslauf
- Zur Rolle Carl Diems im Nationalsozialismus (PDF)
- Olympisches Institut
- Deutsche Sporthochschule
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Diem, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sportfunktionär und -wissenschaftler und Urheber des olympischen Fackellaufs |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1882 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
| STERBEDATUM | 17. Dezember 1962 |
| STERBEORT | Köln |
