Carl Froelich

Carl Froelich (* 5. September 1875 in Berlin, † 12. Februar 1953 in Berlin) war ein deutscher Filmpionier und -regisseur. Von 1939 bis 1945 war er Präsident der Reichsfilmkammer, einer nationalsozialistischen Berufsorganisation.

Ab 1903 war Froelich Mitarbeiter von Oskar Messter, einem der Vorreiter des deutschen Kinos, bei dem er zunächst in der Konstruktionsabteilung für kinematographische Geräte tätig war. Als Kameramann für Messters Wochenschau drehte er unter anderem die Folgen eines Zugunglücks der Berliner Hochbahn am 28. September 1908, eine der größten Verkehrskatastrophen der damaligen Zeit.

1913 gab Froelich mit "Richard Wagner" sein Regie-Debüt und gründete 1920 die Froelich-Film GmbH. Es entstanden Stummfilme, u. a. "Kabale und Liebe" (1921) und "Mutter und Kind" (1924). In diesen Jahren drehte er häufig mit der Schauspielerin Henny Porten, die in einem seiner ersten Filme debütiert hatte und mit der er zwischen 1926 und 1929 eine gemeinsame Produktionsfirma besaß. 1929 drehte Froelich den ersten deutschen Tonfilm: "Die Nacht gehört uns". 1930 übernahm Froelich zwei Glashäuser in Berlin-Tempelhof, die schon zu Stummfilmzeiten als Atelier gedient hatten, und ließ sie zu Tonfilmstudios umbauen. In seinem Atelier produzierte er zahlreiche Filme, darunter mit Rolf Hansens Kurzfilm "Das Schönheitsfleckchen" (1936) den ersten deutschen Spielfilm in Farbe.

1933 trat Froelich in die NSDAP ein und übernahm die Leitung des Gesamtverbandes der Filmherstellung und Filmverwertung. Für die Reichspropagandaleitung der NSDAP drehte er 1934 den Streifen "Ich für dich - Du für mich". Froelich wurde 1937 zum Professor ernannt und war ab 1939 Präsident der Reichsfilmkammer, einer Unterabteilung der Reichskulturkammer, die als berufsständige Organisation den Zugang zu allen künstlerischen Berufen regelte.

Froelich durfte weiterhin inszenieren. Zwischen 1912 und 1951 drehte er 77 Filme. Darunter Filme mit Hans Albers, Ingrid Bergmann und Zarah Leander (1940 in dem antibritisch gefärbter Historienfilm "Das Herz der Königin") und Heinz Rühmann, der 1941 in dem Propagandafilm "Der Gasmann" einen Gasableser spielte, der der Auslandsspionage verdächtigt wird.

Nach Kriegsende wurde Froelich inhaftiert und 1948 entnazifiziert. Sein Atelier, das im Krieg schwer beschädigt worden war, wurde nicht mehr in Betrieb genommen. Nach 1945 entstanden nur noch zwei Filme unter seiner Regie: "Drei Mädchen spinnen" und "Stips".

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Personendaten
Froelich, Carl
Deutscher Filmpionier und -regisseur
5. September 1875
Berlin
12. Februar 1953
Berlin

See also: Carl Froelich, 12. Februar, 1875, 1903, 1908, 1912, 1913, 1920