Centre Spatial Guyanais
Das Guyana Weltraumzentrum (französisch: Centre Spatial Guyanais) bei Kourou in Französisch-Guayana ist der europäische Weltraumbahnhof. Von hier starten die Ariane-Raketen der ESA und von Arianespace.
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Geografie
Das Guyana Weltraumzentrum ist durch seine Lage eine der besten Weltraumbasen der Welt. Es ist nur 500 km vom Äquator entfernt (5°3' nördliche Breite); dadurch verleiht die Erdrotation einer von dort aus startenden Rakete eine zusätzliche Geschwindigkeit von ungefähr 500 m/s. Außerdem ist es einfacher, bei einem äquatornahen Start Satelliten in die gewünschte Umlaufbahn zu bringen. Ein weiterer Vorteil des Standorts besteht darin, dass die bevorzugte Startrichtung zum Meer hin führt und somit keine Gefährdung der Bevölkerung befürchtet werden muss.
Geschichte
Das Weltraumzentrum wurde 1964 von Frankreich errichtet. Und 1964 startete dort die erste Rakete, eine Höhenforschungsrakete vom Typ Veronique. Am 5. November 1971 fand hier der einzige Start einer Europa-2-Rakete statt. In Folge der Gründung der ESA im Jahr 1975 stand es auch für deren Aktivitäten zur Verfügung. Um für die gemeinsame europäische Rakete vom Typ Ariane gerüstet zu sein erfolgte zwischen 1975 und 1978 ein Umbau, der komplett von der ESA finanziert wurde. Nach dem Umbau fand am 24. Dezember 1979 der erste Start einer Ariane 1 von der Startrampe ELA-1 statt. Die Startrampe ELA-1 konnte aufgrund der großen ähnlichkeit zwischen Ariane 1 und ihren Nachfolgemodellen Ariane 2 und 3 auch für diese genutzt werden. Für die Ariane 4 wurde die neue Startrampe ELA-2 errichtet, von der aus am 15. Juli 1988 der erste Start einer Ariane 4 erfolgte. Nach dem letzten Start einer Ariane 3 am 11. Juli 1989 wurde die Startrampe ELA-1 stillgelegt. Ebenso wie für die Ariane 4 mußste auch für die Ariane 5 eine komplett neue Startrampe errichtet werden, diese erhielt den Namen ELA-3. Anfang 2004 wurde mit dem Bau der Startrampe für die russische Sojus-Raketen begonnen. Ende desselben Jahres wurde mit dem Umbau der Startrampe ELA-1 begonnen, um von dieser Startrampe aus die neue europäische Trägerrakete Vega starten zu können. Kommerzielle Starts können auch von nicht-europäischen Unternehmen gebucht werden. Die ESA bezahlt zwei Drittel des jährlichen Budgets.
Infrastruktur
Die Infrastruktur des Weltraumbahnhofs besteht aus Gebäuden für die Startvorbereitung von Raketen und Satelliten, Startrampen, dem Startkontrollzentrum und einer Fabrik für Raketentreibstoff. Es gibt derzeit drei Startrampen. Die inzwischen stillgelegte Startrampe ELA-1 für die Ariane 1, 2 und 3, ELA-2 für die Ariane 4 und ELA-3 für die Ariane 5. Momentan baut die ESA die Anlagen um, damit auch russische Sojusraketen und europäische Vegaraketen starten können. Hierfür wurde ein russisch-europäischer Vertrag geschlossen, der den Europäern erlaubt, Sojusraketen für ihre Zwecke zu benutzen. Die Russen dürfen im Gegenzug Starts von Kourou als Alternative zu ihrem eigenen Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) durchführen. So können sie dank der größeren Nähe zum Äquator höhere Nutzlasten ins All befördern.
Weblinks
- Centre Spatial Guyanais (franz.)
- ESA
