Centrum für Hochschulentwicklung
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) versteht sich als eine Reformwerkstatt für das deutsche Hochschulwesen. Es wurde am 1. Mai 1995 in Gütersloh von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als gemeinnützige GmbH gegründet. Das CHE arbeitet an neuen Ideen und Konzepten, als Projektpartner für Hochschulen und Ministerien und als Anbieter von Fortbildungsprogrammen. Jedes Jahr veröffentlicht es ein Hochschulranking. Als Leitbild dient die Idee der "entfesselten Hochschule". Sie soll autonom, wissenschaftlich, profiliert und wettbewerbsfähig, wirtschaftlich, international und neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sein. Das CHE betreibt massive Lobbyarbeit für die Einführung von Studiengebühren und befürwortet den Umbau des Bildungssytems nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Leiter des CHE ist Prof. Dr. Detlef Müller-Böling.
Das CHE entwickelt mit Hilfe von internationalen Vergleichen Modelle zur Modernisierung der deutschen Hochschulen und konkretisiert diese im Dialog mit Entscheidungsträgern aus Hochschulen und Politik.
Oberste Maxime dieser Arbeit ist die Sicherung der Lehr- und Forschungsqualität der Hochschulen. Wettbewerb, dezentrale Autonomie und Leistungstransparenz sind für das CHE wichtige Instrumente auf dem Weg dorthin. Orientiert an thematischen Schwerpunkten werden Projekte unter dem Fokus strategischer Fragen ausgewählt: Welches Wirkungspotenzial steckt in dem jeweiligen Projekt? Wie innovativ ist es und wie wahrscheinlich ist, dass es auch umgesetzt werden kann? Ein international zusammengesetzter Beirat begleitet diesen Prozess.
Kritik
Kritiker, darunter etwa Studenten und Akademiker, sehen im CHE einen Motor der neoliberalen Umgestaltung der Hochschulen, der massive Lobbyarbeit in Medien, Politik und Gesellschaft betreibt, um die Akzeptanz von Studiengebühren und Elite-Universitäten zu erhöhen. Sie hinterfragen den Einfluss der Wirtschaft auf die Bildung, der nicht notwendigerweise dem Interesse der Allgemeinheit gleichkäme. Sie fordern, Bildung dürfe keine Ware werden und nicht betriebswirtschaftlichen Anforderungen unterliegen, und weisen daraufhin, dass studentische Initiativen nicht über die gleichen Möglichkeiten der Meinungsbeinflussung (PR) wie ein internationaler Medienkonzern (Bertelsmann) verfügen, sich und ihre Ziele also nicht in gleicher Weise darstellen können.
So hatte das CHE etwa Umfragen veröffentlicht, nach denen angeblich eine Mehrheit der Studenten für Studiengebühren eintrete. Es stützte sich dabei auf eine Studie des Forsa-Instituts. Die Studie bot für den Befragten jedoch nicht die Möglichkeit, sich tatsächlich gegen jegliche Studiengebühren auszusprechen. Stattdessen bestand nur die Möglichkeit, zwischen drei angebotenen Ausgestaltungen von Studiengebühren die bevorzugte auszuwählen. Der freie zusammenschluss von studentenschaften forderte daraufhin, die Zusammenarbeit der Hochschulen mit dem CHE einzustellen.
Siehe auch
Weblinks
- www.che.de Eigendarstellung
- Studis Online über eine vom CHE gefälschte Statistik
- Telepolis-Artikel „Ohne Bertelsmann geht nichts mehr“
