Chanten und Mansen

thumb|Ostjaken vom Ob., Ende des 19.Jhdts.

Die finno-ugrischen Ethnien der Chanten (alter Name: Ostjaken, Eigenbez.: Handa, russisch Chanty) und Mansen (alter Name: Wogulen, Eigenbez. und russisch Mansi) sprechen zwei zum finno-ugrischen Zweig der uralischen Sprachen gehörende ugrische Sprachen: das Mansische und das in vier Dialekte unterteilte Chantische. Sie werden auch Ob-Ugrier genannt. Sprachlich sind sie die nächsten lebenden Verwandten der Ungarn. Es gibt jedoch Grund zur Annahme, daß Chanten und Mansen einen anderen ethnischen Ursprung haben und erst im Laufe der Zeit Sprache und Teile der Kultur der Ugrier angenommen haben. Die ursprünglichen Jäger und Rentierzüchter kamen im 11. Jahrhundert mit Russen in Kontakt und kamen im 16. Jahrhundert unter erheblichem Widerstand unter russische Herrschaft. Erst im 18. Jahrhundert setzte die Christianisierung der Chanten und Mansen ein.

Die Umgangssprache in Städten und größeren Siedlungen ist heute jedoch hauptsächlich das Russische. In kleineren Dörfern, in ethnischen Enklaven innerhalb größerer Siedlungen sowie auf den Wohnplätzen der in der Taiga lebenden Halbnomaden stellen die Sprachen der Chanty und Mansi bis heute eine wichtiges und teilweise das Hauptkommunikationsmittel dar. Im west-sibirischen Teil Russlands liegt der Autonome Kreis der Chanten und Mansen, der seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts das Zentrum der sowjetischen und später der russischen Erdölindustrie darstellte. Ein Teil der Chanten lebt zudem im nördlich angrenzenden Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen.

Es gibt etwa 23.500 Chanten und 8000 Mansen. Beide Gruppen waren traditionell Halbnomaden, anders als die benachbarten Nenzen, von denen ein größerer Teil vollnomadisch lebt. Heute sind sie sesshaft. Ihr Siedlungsgebiet ist momentan durch Erdölförderung dramatisch geschädigt.

Sie gehören zu den indigenen "kleinen Völkern des Nordens".

Politisch sind sie in der Assoziation zur Rettung der Jugra («Ассоциация Спасение Югры») mit Sitz in Chanty-Mansijsk organisiert, die ihrerseits der gesamtrussischen Indigenenvereinigung RAIPON angehört.

Zu den bekannteren Persönlichkeiten gehört der chantische Schriftsteller Jeremej Ajpin (Еремей Айпин), dessen Werk sich zum großen Teil mit dem Konflikt zwischen seinem Volk und der der Ölindustrie auseinandersetzt. Siehe auch: Wogulen

Weblinks

See also: Chanten und Mansen, Autonomer Kreis der Chanten und Mansen, Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen, Chantische Sprache, Chanty-Mansijsk, Christianisierung, Finno-ugrisch, Finno-ugrische Völker, Indigene Völker Asiens, Indigene Völker Sibiriens