Charles Crodel

Charles Crodel (* 16. September 1894 in Marseille, Frankreich; † 28. November 1973 in München) war als Maler und im bildnerischen Bereich in Deutschland tätig.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Crodel studierte an der Universität Jena Archäologie sowie Kunstgeschichte. Er war befreundet mit dem Archäologen Herbert Koch, mit Justus Bier und Erich Schott und war Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins. Ein Grundzug seines Werke ist die Auseinandersetzung mit der Antike in technischer und ikonographischer Hinsicht.

In Jena verfaße er das Urverzeichnis der Graphikstiftung Ernst Ludwig Kirchners. Befreundet mit Gerhard Marcks, für den er auch druckte, wurde Crodel zunächst durch seine Holzschnitte und Lithographien, dann aber durch seine frühen Wandmalereien bekannt (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Hospital am Schottenring, Erfurt).

1927 berief die Stadt Halle (Saale) Crodel als Lehrer für Malerei und Graphik an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein, wo dieser die Graphikwerkstätten für Radierung mit Rudolf Baschant und Lithographie mit Walter Herzger als Mitarbeiter aufbaute und auch Wandmalerei und Kunstgeschichte unterrichtete. Es entstanden Arbeiten für Bad Lauchstädt, die Universität Halle (Burse zur Tulpe und Gymnastiksaal in der Moritzburg, heute Crodel-Halle), die Juryfreie Kunstausstellung Berlin und die Berliner Bauausstellung 1932.

Im Sommer 1933 stand Crodels Werk im Zentrum der Berliner Kunstauseinandersetzungen, wobei seine Monumentalarbeiten für Bad Lauchstädt öffentlich verbrannt und vernichtet wurden (zum Goethejahr 1932 entstanden im Rahmen der Erneuerung der Kuranlagen durch die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein unter Leitung des Architekten Hans Wittwer).

In der Folgezeit suchte sich Crodel neue Arbeitsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit Kirche, Post und Industrie. Nach seinen Entwürften führte Ehefrau Elisabeth Crodel geb. von Fiebig (1897-1967), die selbst Malerin war, Bildteppiche aus. Crodel fertigte Entwürfe für Mosaiken, Glasschliff und Glasmalereien an (Puhl & Wagner, Berlin). In den Vereinigten Lausitzer Glaswerken(VLG) wirkte er mit Wilhelm Wagenfeld zusammen, in Berlin mit den von Hedwig Bollhagen gegründeten HB-Werkstätten für Keramik. Von 1945-1951 war Crodel erneut Lehrer an der Burg Giebichenstein. 1951 wechselte er an die Akademie der Bildenden Künste München und lehrte auch in den USA an der Penn State University und der University of Louisville.

Die Glasmalerei hatte Crodel während seines Studiums im München 1914 bei Richard Riemerschmid kennengelernt und in Halle 1932 anläßlich der Erneuerung des Naumburger Domes wiederaufgegriffen. Nach dem 2. Weltkrieg entwarf er u.a. die auch eigenhändig ausgeführten 5 Westchorfenster von St. Michaelis in Hildesheim, die Chorfenster von St. Jacobi in Hamburg, St. Andreas in Braunschweig, Verglasungen von mehreren Citykirchen in Frankfurt am Main, ferner die Glasfenster von St. Petri in Magdeburg, von St. Georg in Schmalkalden, der Martin-Luther-Kirche in Bestenheid, der Herz-Jesu-Kirche in Sangerhausen und Glasfenster im Erfurter Dom und in Schweden (u.a. in Mjölby).

Crodel war u.a. Mitglied der Freien Sezession, Berlin, der Arbeitsgemeinschaft der Juryfreien Kunstausstellung, Berlin, und des Deutschen Künstlerbundes.

Vorfahren

Zu den Vorfahren Crodels gehören der Humanist Marcus Crodel (* um 1487 in Weimar) und die Mitglieder der gleichnamigen Malerfamilie (Krodel-Brunnen in Schneeberg). Paul Eduard Crodel (1862-1928) war Mitbegründer der Münchner Sezession.

Nachlass

Der schriftliche Nachlass kam seit 1974 in das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum (u. a. 20 Tagebuchbände mit Zeichnungen und kleineren Aquarellen).

Schüler

Kurt Bunge, Albert Ebert, Urd von Hentig, Herbert Kitzel, Otto Müller

Literatur

Ausstellungskataloge

Weblinks

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Personendaten
Crodel, Charles
deutscher Maler
16. September 1894
Marseille, Frankreich
28. November 1973
München

See also: Charles Crodel, 16. September, 1894, 1933, 1945, 1951, 1973, 28. November, Akademie der Bildenden Künste München