Chojna
| Chojna | |
| 140px|Wappen fehlt Wappenabbildung auf ngw.nl | Karte fehlt noch |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat: | Polen |
| Verwaltungsbezirk: | Westpommern |
| Landkreis: | Gryfiński |
| Einwohner: | 6.700 |
| Fläche: | xx,x km² |
| Höhe: | ? m ü. NN |
| Postleitzahl: | 74-500 |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 |
| Geographische Lage: | 52° 58' nördl. Breite 14° 25' östl. Länge |
| KFZ-Kennzeichen: | ??
|
| Wirtschaft & Verkehr | |
| Zweige: | |
| Verkehrsweg: | |
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Posen |
| Stadtverwaltung | |
| Bürgermeister: | Wojciech Konarski (2004) |
| Adresse: | ul. Jagiellońska 4 74-500 Chojna |
| Homepage: | www.chojna.pl |
| E-Mail: | info@chojna.pl |
Chojna [ˈxɔɪ̯na] (deutsch Königsberg in der Neumark) ist eine Kleinstadt in West-Polen in der Woiwodschaft Westpommern, etwa 60 km südlich von Stettin (Szczecin).
Bei Chojna befindet sich der westlichste Punkt Polens. Westlich von Chojna befinden sich zwei Grenzübergänge (Hohenwutzen und Schwedt) nach Deutschland über die Oder.
Geschichte
Vom 10. bis 12. Jahrhundert existierte hier eine frühslawische Burg, vermutlich mit einem Markt. Verkehrsgünstig gelegen entwickelte sich der zum polnischen Königreich gehörende Ort schnell. Im Jahr 1187 wurde in der damaligen Kirche von Chojna der Herzog Bogislaw I. von Pommern beigesetzt. Nach 1200 erhielt der Ort durch Herzog Barnim I. das Stadtrecht. Nach der Eroberung der Neumark durch die Markgrafen von Brandenburg im Jahr 1270 wurde die Stadt, nunmehr als Königsberg in der Neumark, zum Verwaltungssitz für die brandenburgische Neumark. 1290 wurde ein Augustiner-Kloster gestiftet. Von 1310 bis 1329 erlebte die Stadt durch den Getreidehandel einen wirtschaftlichen Aufschwung, ihr wurden die Marktprivilegien verliehen und 1320 erfolgte der Bau des Rathauses. Die Waren wurden über die Flüsse Röhricke und Oder verschifft. Im 13. und 14. Jahrhundert erhielt Königsberg i. d. N. eine Stadtmauer mit zwei Stadttoren (Schwedter Tor und Barnikower Tor) und mehreren Wehrtürmen. Von 1402 bis 1454 gehörte Königsberg i. d. N. zum Deutschritterordensstaat. Ebenfalls in dieser Zeit wurde anstelle einer Feldsteinkirche die St.-Marien-Kirche erbaut, die zu den schönsten Bauwerken der Gotik in Pommern gehört.
Beim Einfall der Hussiten wurde die Stadt 1433 zum Teil zerstört, aber im 16. Jahrhundert erlebte sie eine neue wirtschaftliche Blüte. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Stadt dreimal von der Pest heimgesucht, der jeweils der größte Teil der Bevölkerung zum Opfer fiel. In der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. In den Gebäuden waren ab 1536 ein Spital und eine Schule untergebracht, die Klosterkirche (Dreifaltigkeitskirche) wurde als Lagerhaus genutzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Königsberg i. d. N. von Wallensteins Truppen weitgehend zerstört. Die St.-Marien-Kirche brannte 1682 durch Blitzschlag nieder und wurde bis 1692 wieder aufgebaut. Erst nach 1750 erfolgte eine langsame wirtschaftliche Belebung, aber um 1800 setzte der Niedergang des Weberhandwerks ein. Seit 1809 war Königsberg i. d. N. Sitz der Kreisverwaltung. Seit 1820 setzte ein starker Verfall der ehemaligen Klostergebäude ein. 1877 wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen.
Im Jahr 1939 richtete die deutsche Luftwaffe vor den Toren der Stadt einen Stützpunkt ein. Bei den Kämpfen im Januar 1945 wurde die Stadt von der Front überrollt. Am 4. Februar 1945 wurde der Bürgermeister von Königsberg i. d. N., der die Stadt ohne Räumungsbefehl verlassen hatte, in Schwedt von einem SS-Standgericht unter Vorsitz der SS-Führers Otto Skorzeny zum Tode durch Erhängen verurteilt. Als am 3. Februar 1945 die Rote Armee in Königsberg i. d. N. einzog, war die Stadt zu 80% zerstört.
Nach Kriegsende kam Königsberg i. d. N. unter polnische Verwaltung, und die deutsche Bevölkerung wurde zwangsausgesiedelt. Königsberg i. d. N. erhielt wieder seinen polnischen Namen Chojna. Im Stadtbild sind die Kriegsschäden noch nicht beseitigt. Das alte, bis auf die Grundmauern zerstörte Rathaus wurde von 1977 bis 1986 als Kulturzentrum, Stadtbibliothek und Gaststätte wieder aufgebaut. Ebenso erfolgte der Wiederaufbau des Klosters. Zurzeit wird der Marktplatz neu bebaut, die Restaurierung der kriegsbeschädigten St.-Marien-Kirche kommt voran.
Literatur
- H.-G. Bluhm, W. Pflug, B. Regenberg, R. H. Tamm (Hrsg.), Kreis Königsberg/Neumark, Erinnerungen an einen ostbrandenburgischen Landkreis, Berlin / Bonn, 2. Aufl., 1997, ISBN 3-929592-13-4.
Weblinks
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