Cholesky-Zerlegung
Die Cholesky-Zerlegung (nach André-Louis Cholesky (1875-1918)) bezeichnet in der numerischen Mathematik eine Zerlegung einer symmetrischen positiv definiten Matrix.
Formulierung und Anwendung
Jede symmetrische positiv definite Matrix
ist orthogonal diagonalisierbar und kann daher eindeutig in der Form
- A = LDLT
geschrieben werden, wobei L eine untere Dreiecksmatrix ohne Diagonale und D eine positive Diagonalmatrix ist. Mit der Matrix-"Wurzel" D und dem Matrix-Faktor G, definiert durch
- D = D1 / 2D1 / 2
und
- G: = LD1 / 2,
wird die Cholesky-Zerlegung - äquivalent - auch formuliert als
- A = GGT.
Liegt eine Berechnung der Cholesky-Zerlegung vor, so läßt sich beispielsweise die Multiplikation der Matrixinversen A − 1 mit einem Vektor b effizient durch Vorwärts- und Rückwärtseinsetzen berechnen:
- Durch Vorwärtseinsetzen Lösung des linearen Gleichungssystems Gy = b
- Durch Rückwärtseinsetzen Lösung des linearen Gleichungssystems GTx = y
Damit kann die Choleskyzerlegung auch zur Gewinnung eines Präkonditionierungsverfahrens für lineare Gleichungssysteme mit positiv definiter Matrix benutzt werden; zu diesem Zweck gibt es speziell die Variante der unvollständigen Cholesky-Zerlegung. Es wird dabei ausgenutzt, daß man durch Cholesky-Zerlegung recht effizient eine (Näherungs-)Inverse der Matrix berechnen kann.
Berechnung
Für alle k = 1..n;
für l=k+1..n;
Den Aufwand der Berechnung betreffend muß die Cholesky-Zerlegung mit dem Eliminationsverfahren nach Gauß und seiner algorithmischen Umsetzung, der LR-Zerlegung, verglichen werden. Letzteres erfordert etwa doppelt so viele Operationen, da eine Pivotisierung, d.h. Spalten- und/oder Zeilenpermutation, durchgeführt werden muß, einerseits um Division durch Null zu vermeiden, andererseits aus Stabilitätsgründen. Beide Gründe zur Pivotisierung entfallen bei positiv definiten Matrizen - dies ist die Ursache des geringeren Rechenaufwandes der Cholesky-Zerlegung. Die Cholesky-Zerlegung kann somit als eine Variante des Gauß-Verfahrens ohne Pivotisierung aufgefaßt werden.
Bei klassischen Lösern linearer Gleichungssysteme stellt die Pivotisierung wiederum ein Hindernis für Algorithmen dar, welche die Bandbreite oder Hüllgröße des Faktors G aus Gründen der Speichereffizienz minimieren sollen (etwa Cuthill-McKee- oder Minimum-Grad-Algorithmus). Demnach ist die Cholesky-Zerlegung auch besonders geeignet für die Zerlegung dünnbesetzter Matrizen.
