Chongqing

重庆市
Chóngqìng shì
Abkürzung: 渝 Yu
Hauptstadt -
Fläche
 - Gesamt
 - % Wasser
26. Stelle
82.403 km²
xx%
Bevölkerung


 - Gesamt (2005)
 - Dichte

20. Stelle


32.344.010
393/km²

Verwaltungstyp Regierungsunmittelbare Stadt
Bild:China_provinzen_chongqing.png

Chóngqìng (chin. 重庆/重慶), auch Tschungking, ist eine Stadt in China auf einer wie ein Komma geformten Halbinsel am Zusammenfluss von Jangtsekiang und Jialing. Die eigentliche Stadt ohne Vorortgürtel hat 3.975.563 Einwohner, in der Agglomeration leben 7.479.882 Menschen (Stand jeweils 1. Januar 2005). Die Stadt ist Industriezentrum, Verkehrsknoten und kultureller Mittelpunkt der Region mit Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen und Galerien.

Sie ist seit einer Kommunalreform (1954), bei der der östliche Teil der Provinz Sichuan zu einer Großgemeinde zusammengefasst wurde, die größte "Stadt" der Welt mit 32.344.010 Einwohnern. Diese leben auf einer Fläche von 82.403 Quadratkilometer, was ungefähr der Größe von Österreich entspricht. Chongqing ist also im westlichen Sinne eher eine Provinz.

Chongqing ist seit dem 14. März 1997 eine regierungsunmittelbare Stadt, d. h. sie untersteht direkt der Zentralregierung in Beijing und genießt den Status einer Provinz. Bei dieser Reform wurden auch die Städte Fuling und Wanxian an die Provinz Chongqing angegliedert.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

thumb|200px|Straßenszene in Chongqing Die Stadt Chongqing wurde an der Einmündung des Jialing in den Jangtsekiang erbaut; nach der Fertigstellung des "Drei-Schluchten-Staudamms" wird der dadurch entstehende Stausee bis Chongqing reichen, so dass auch größere Schiffe die Stadt erreichen können. Die Lage am östlichen Rand des Roten Beckens, der "Reisschale" Chinas, hat das Wachstum der Stadt begünstigt; die große Entfernung zur Küste und vor allem die schwere Erreichbarkeit hat die Entwicklung behindert.

Die Stadt ist von dem Dabashan-Gebirge im Norden, dem Wushan-Gebirge im Osten und dem Daloushan-Gebirge im Süden umgeben. Da Chongqing auf sehr hügeligem Gelände entstanden ist, sind die Straßen teilweise sehr steil, was sich auch in dem Namen "Stadt der Berge" (Shancheng) ausdrückt.

Weitere große Städte in der Provinz Chongqing sind (Stand 1. Januar 2005): Wanxian 194.280 Einwohner, Fuling 171.280 Einwohner, Nantongkuang 119.364 Einwohner, Beibei 115.160 Einwohner und Heyang 100.312 Einwohner.

Die Provinz erstreckt sich 470 Kilometer in Ost-Westrichtung und 450 Kilometer in Nord-Südrichtung. Nachbarprovinzen sind im Osten Hubei und Hunan, im Süden Guizhou, im Westen Sichuan und im Norden Shanxi. Rund 80 Flüsse fließen durch die Provinz Chongqing. Die größten sind der Jangtsekiang, der Jialing, der Wujiang, der Fujiang, der Qijiang und der Daninghe.   

Stadtgliederung

Die eigentliche Stadt Chongqing ohne Vorortgürtel unterteilt sich in sieben Stadtbezirke. Diese sind: Dadoukou (大渡口区: Dadoukou Qū), Jiangbei (江北区: Jiangbei Qū), Jiulongpo (九龙坡区: Jiulongpo Qū), Na'an (南岸区: Na'an Qū), Shapingba (沙坪坝区: Shapingba Qū), Shuangqiao (双桥区: Shuangqiao Qū) und Yuzhong (渝中区: Yuzhong Qū)

In der nahen Umgebung von Chongqing befinden sich eine weitere Stadt, drei weitere Bezirke und ein Landkreis. Dazu gehören die Stadt Jiangjin (江津市: Jiangjin Shì), die Bezirke Ba'nan (巴南区: Ba'nan Qū), Beipei (北碚区: Beipei Qū) und Yubei (渝北区: Yubei Qū) sowie der Landkreis Bishan (璧山县: Bishan Xiàn).

Weiter von der Stadt Chongqing entfernt befinden sich noch drei Städte, fünf Bezirke, 16 Landkreise und vier autonome Landkreise. Dazu gehören die Städte Hechuan (合川市: Hechuan Shì), Nanchuan (南川市: Nanchuan Shì) und Yongchuan (永川市: Yongchuan Shì) sowie die Bezirke Changshou (长寿区: Changshou Qū), Fuling (涪陵区: Fuling Qū), Qianjiang (黔江区: Qianjiang Qū), Shuangqiao (双桥区: Shuangqiao Qū) und Wansheng (万盛区: Wansheng Qū).

Die Landkreise sind: Chengkou (城叢县: Chengkou Xiàn), Dazu (大足县: Dazu Xiàn), Dianjiang (垫江县: Dianjiang Xiàn), Fengdu (丰都县: Fengdu Xiàn), Fengjie (奉节县: Fengjie Xiàn), Kai (开县: Kai Xiàn), Liangping (梁平县: Liangping Xiàn), Qijiang (綦江县: Qijiang Xiàn), Rongchang (荣昌县: Rongchang Xiàn), Tongliang (铜梁县: Tongliang Xiàn), Tongnan (潼南县: Tongnan Xiàn), Wulong (武隆县: Wulong Xiàn), Wushan (巫山县: Wushan Xiàn), Wuxi (巫溪县: Wuxi Xiàn) und Zhong (忠县: Zhong Xiàn).

Die Autonomen Landkreise sind: Pengshui Miao und Tujia (彭水自治县: Pengshui Miaozu Tujiazu Zizhixiàn), Shizu Tujia (石柱自治县: Shizu Tujiazu Zizhixiàn), Xiushan Tujia (秀山自治县: Xiushan Tujiazu Zizhixiàn) sowie Youyang Miao und Tujia (酉阳自治县: Youyang Miaozu Tujiazu Zizhixiàn)

Klima

thumb|200px|Klimadiagramm Chongqing Das Klima Chongqings ist durch kurze und relativ milde Winter und feucht-heiße Sommer gekennzeichnet. Von Oktober bis April herrscht eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit mit häufigem dichten Nebel; deshalb gibt es auch die Bezeichnung "Nebelhauptstadt" (Wudu).

Chongqing liegt in der subtropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 19,2 Grad Celsisus, die jährliche Niederschlagsmenge 1.000 bis 1.100 Millimeter im Mittel.

Die tiefsten Temperaturen werden im Winter mit durchschnittlich sechs bis acht Grad Celsius erreicht, die höchsten Temperaturen im Sommer mit 27 bis 38 Grad im Mittel. Teilweise erreichen die Extremwerte bis zu 43,8 Grad Celsius.   

Geschichte

Die Geschichte von Chongqing reicht bis in die ferne Vergangenheit zurück, denn die Stadt war bereits 1000 v. Chr. Hauptstadt des Staates Ba, als König Yu, Bändiger der Fluten, hier eine Gemahlin fand. Der heutige Name bedeutet so viel wie "Doppelte Feier" und wurde Chongqing von seinem Bewohner Zhao Dun verliehen, als dieser kurz nacheinander zum Prinzen von Gongzhou, so der frühere Name von Chongqing, ernannt wurde und dann 1189 den Thron des Kaisers bestieg.

Die Stadt blickt auf eine lange Tradition als Festung gegen feindliche Invasoren zurück, wenngleich sie im 19. Jahrhundert zum Vertragshafen für Großbritannien und Japan ernannt wurde. Von 1242 bis 1278 hielten im 60 Kilometer nördlich gelegenen Hechuan die Streitkräfte der Song die mongolischen Heerscharen in Schach. Es war der längste ununterbrochene Feldzug auf chinesischem Boden.

Im Jahre 1937 zog sich die Regierung unter Chiang Kai-shek (1887-1975) nach Chongqing zurück, nachdem sie von den Japanern aus Nanjing vertrieben worden war. Chongqing war während des 2. Weltkriegs die provisorische Hauptstadt der Guomindang-Regierung. Der nachfolgende Zustrom von Flüchtlingen und die Bombenangriffe stärkten die Moral nicht gerade, während die Nationalisten mehr mit dem Propagandakrieg gegen die Kommunisten beschäftigt waren als mit dem Kampf gegen die ausländischen Eroberer.

Nach dem Ende des 2. Welkriegs und dem erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs infolge gescheiterter Gespräche zwischen Mao Zedong (1893-1976) und Chiang Kai-shek mit US-amerikanischen Unterhändlern blieb Chongqing eine der letzten Bastionen der Guomindang, musste aber im November 1949 vor den kommunistischen Streitkräften kapitulieren.

Heute leben die Menschen dicht gedrängt auf der Halbinsel und in den ständig wachsenden Vororten und Industriegebieten, die sich vom Fluss landeinwärts ausbreiten. Die Stadt ist die "Speerspitze" der Entwicklung Westchinas. Viele der insgesamt circa 1,3 Millionen Menschen, die beim Dreischluchtenprojekt umgesiedelt wurden, sind in Chongqing neu angesiedelt worden.

Einwohnerentwicklung

In der eigentlichen Stadt Chongqing ohne den Vorortgürtel leben 3.975.563 Menschen auf einer Fläche von 1.472,55 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 2.700 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. In der Metropolregion Chongqing leben 7.479.882 Menschen auf einer Fläche von 9.622,83 Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte beträgt 777 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die Provinz oder regierungsunmittelbare Stadt Chongqing gliedert sich in 15 Bezirke, vier Städte, 17 Landkreise und vier autonome Landkreise. Sie hat 32.344.010 Einwohner und eine Fläche von 82.402,95 Quadratkilometer, das entspricht in etwa der Bodenfläche von Österreich. Die Bevölkerungsdichte beträgt 393 Einwohner pro Quadratkilometer (Stand jeweils 1. Januar 2005).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel.

        Jahr         Einwohner
1879 250.000
1890 300.000
1918 437.600
1936 528.000
1939 535.000
1948 1.039.000
        Jahr         Einwohner
1953 1.772.500
1970 2.400.000
1982 2.634.492
1987 2.890.000
2000 3.229.900
2005 3.975.563

Politik

Städtepartnerschaften

Seit dem Jahr 2004 unterhält Chongqing eine offizielle Städtepartnerschaft mit der deutschen Stadt Düsseldorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

thumb|200px|Die Felsskulpturen von Dazu in der Provinz Chongqing, 90 km westlich der Stadt Chongqing

Museen

Südlich des Parks liegt das "Chongqing-Museum" mit einer höchst umfangreichen Sammlung von Gemälden, Porzellan, Kriegerbüsten, einem hängenden Sarg, ähnlich denen, die man noch heute in den Klippen bei Yibin findet, sowie einige interessante Ba-Shu-Stücke, darunter Bronzearbeiten und Schwertklingen, in die Tiersymbole und Hieroglyphen eingearbeitet sind. Ein kleiner Seitenflügel zur Naturgeschichte zeigt Abgüsse von Dinosaurierfossilien aus den Ausgrabungen bei Zigong.

Bauwerke

Sehenswert ist der "Luohan Si", ein Jahrhunderte alter Tempel, der hinter einem Durchgang verborgen liegt, seine Existenz aber bereits durch den Geruch von Räucherstäbchen und Papiergeldverkäufer vor seinen Toren verrät. Die Arhat-Halle ist der interessanteste Teil des Tempels, wo man gegen den Uhrzeigersinn entlang einer Seilsperre durch einen Irrgarten aus 500 bunt bemalten, lebensgroßen Statuen buddhistischer Heiliger läuft. Nördlich des Tempels befinden sich zwei Seilbahnstationen, mit denen man in die nördlichen und südlichen Vororte von Chongqing gelangt.

In der Provinz Chongqing, 90 Kilometer westlich von der Stadt Chongqing entfernt, liegen inmitten einer schönen und üppig grünen Landschaft aus Hügeln und Reisterrassen die berühmten Felsskulpturen der Kleinstadt Dazu. Der Name Dazu bedeutet "Großer Fuß" und bezieht sich auf eine Geschichte, derzufolge Buddha einen Fußabdruck auf den nahe gelegenen Felsen hinterlassen haben soll. Die Steinmetzarbeiten sind außergewöhnlich und umfassen insgesamt rund 50.000 Bilder und Figuren in den Nischen, Grotten und Überhängen des "Bei Shan" (Nordberg) und des "Baoding Shan" (Schatzkammerberg). 892 wurde mit den Arbeiten begonnen, die über 400 Jahre in Anspruch nahmen.

Parks

Ein grasbewachsener Gipfel mit Pavillon im "Pipa-Shan-Park" ist mit 220 Metern der höchste Punkt der Stadt. An vielen windstillen Tagen sieht man von dort lediglich den dicken Smogschleier, der über Chongqing liegt und durch den die Verkehrsgeräusche und das leise Dröhnen der Baumaschinen nach oben dringt, doch abends, wenn die Luftverschmutzung unsichtbar ist, werden die Hügel und der Fluss von Straßenlaternen und den Scheinwerfern der Industrieanlagen in ein angenehmes Licht getaucht.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Gebiet der Provinz Chongqing befinden sich ausgedehnte Gas- und Kohlevorkommen; auch weitere Bodenschätze wie Eisenerz, Barium, Strontium und Quecksilber sind von großer Bedeutung.

Mit der Verlagerung des Regierungssitzes nach Chongqing begann 1938 die Industrialisierung der Stadt; zahlreiche Industriebetriebe wurden von der Küste hierher verlegt, darunter vor allem Rüstungsbetriebe. Nach der Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949 wurden weitere umfangreiche Investitionen im Rüstungsbereich getätigt. Heute sind daneben Automobil-, Motorrad-, Elektronik-, Aluminium-, Chemie-, Stahl-, Nahrungsmittel und Textilindustrie von Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielt Chongqing auch als Handelszentrum für den Südwesten Chinas.

Verkehr

Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Autobahnen, Eisenbahnlinien, Überland-Busbahnhof, Hafen, Fährterminal und internationalem Flughafen.

Weblinks


See also: Chongqing, 1000 v. Chr., 1189, 1242, 1278, 14. März, 1879, 1887