Chop

Ein Chop ist ein chinesischer Namensstempel, mit ihm kann man auf der Post, auf der Bank oder auf irgendeiner Behörde Geschäfte oder ähnliches abwickeln.

Für bestimmte Rechtsgeschäfte muss der Abdruck des Namensstempels beim Einwohnermeldeamt eingetragen sein. Eine Gesellschaft muss ihren Stempel beim Gericht registrieren lassen. Die Chops werden von eigenen Stempelschneidern hergestellt. Viele Leute vertreten die Ansicht, dass sogar Stempel, die mit demselben Namen versehen und von demselben Stempelschneider geschnitten wurden, nie ganz identisch sind. Zur Kontrolle der Echtheit eines Stempels wird ein Büroangestellter den Abdruck in der Mitte, zumeist diagonal, falten und auf den Abdruck legen, der bereits in der Kartei abgelegt ist. Die beiden Hälften sollten genau zusammenpassen. Da der Besitzer oder eine Amtsperson mit einem Stempel Unterschriften leisten kann, muss er gegen Diebstahl besonders geschützen werden.

Geschichte

Nachweislich wurden Chops in China zum ersten Mal im Jahr 1324 v. Chr. verwendet. Doch so richtig durchsetzen konnte sich der Chop erst während der Zhou-Dynastie (1122 bis 256 v. Chr.).

Damals diente er nicht zum Unterschreiben, sondern wurde zum Zeichen des Ranges oder des Amtes oder einfach aus Prestigegründen mit sich getragen, oftmals im Gürtel. Der Chop stand nicht so sehr für die Person, sondern in erster Linie für die Stellung, die sie bekleidete. Setzte sich eine Amtsperson zur Ruhe oder starb sie, ging der Chop — und so ist es auch heute oft — an den Nachfolger über. Wenn ein Adliger um eine Audienz beim Kaiser bat, zeigte er gewöhnlich seinen Stempel aus Jade, um seine Identität nachzuweisen.

Mit der Erfindung des Papiers ersetzte der Namensstempel nach und nach die Unterschrift. Auch die Durchschnittsbürger bedienten sich immer häufiger eines Chop. Heute besitzt jeder einen Chop, selbst Ausländer, und jede Transaktion, die eine Unterschrift erfordert, kann nur abgeschlossen werden, wenn der Chop eingesetzt wird. Offiziell kann man zwar auch von Hand unterzeichnen, aber für die meisten Leute wird eine Sache erst durch den Chop rechtskräftig. Der Chop hat sich mittlerweile in weiten Teilen Ostasiens eingebürgert, so auch in Japan und Korea.

Bauweisen

Ein Chop kann quadratisch, rechteckig, oval oder rund sein; es gibt ihn auch noch in zig anderen Variationen. Er kann lediglich 3 Millimeter Durchmesser haben oder 15 Zentimeter im Quadrat groß sein. Der Stempel kann aus Jade, Speckstein, [Horn], Bambus, Kupfer, Holz oder Plastik geschnitten werden, je nachdem, wofür er verwendet wird, und je nach Wunsch und Größe des Geldbeutels des Käufers.

Wird ein Stempel nur selten und für weniger wichtige Transaktionen gebraucht, ist Holz oder Plastik vielleicht gut genug. Wenn der Besitzer aber seinen Namensstempel ein Leben lang benutzen möchte, wählt er wahrscheinlich ein wertvolleres und hübscheres Material aus.

Die meisten Chops sind einfach ein Stück Material, auf dessen flacher Unterseite der Name in stilisierten chinesischen Buchstaben angebracht ist. Eine Schnitzarbeit am Griff oder an der Oberseite des Stempels macht ihn noch schöner und wertvoller. Manche chops sind regelrechte Kunstwerke.

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