Chor (Architektur)
200px|thumb|Bereich des Chors eines typischen Kirchengrundrisses In der sakralen Architektur bezeichnet Chor den Altarraum in Kirchen. Ursprünglich war der Chor ein für den Sänger nahe dem Altar bestimmter Platz.
In altchristlicher Zeit wird der Chor ohne besondere architektonische Ausformung gestaltet und ist nur durch Schranken innerhalb des Kirchenraums unterteilt. Später trat er als selbständiger Teil des Bauwerks hervor und wurde häufig - insbesondere in der Romanik - über einer Krypta erhöht. Daher stammt der Name hoher Chor.
Die reichste Ausgestaltung des Chores findet man in den Kathedralen Frankreichs, wo ein Kapellenkranz und ein Umgang üblich sind. Der Chor wird typischerweise mit Chorgestühl, Chorschranken und einem Chorturm versehen. Er war im Mittelalter häufig durch den Lettner abgegrenzt. Es entwickelten sich doppel- oder mehrchörige Gebäude.
Der Chor befindet sich üblicherweise am östlichen Ende des Kirchenschiffs. Die prominenteste Ausnahme von dieser Regel ist der Petersdom in Rom. In der Romanik war in Deutschland die doppelchörige Bauweise üblich, bei der ein Ost- und ein Westchor erbaut wurden (Mainz, Worms, Bamberg, Hildesheim (St. Michael und St. Godehard), Bonn).
In protestantischen Kirchen bezeichnet Chor die in das Langhaus hineingebauten Emporen für die Aufnahme der Orgel (Orgelchor) und der Sänger (Sängerchor).
