Christian Wilhelm (Brandenburg)

Christian Wilhelm (* 28. August 1587; † 1. Januar 1665) war Administrator des Erzstifts Magdeburg und Sohn des Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg.

Er wurde 1598 zum Erzbischof von Magdeburg erwählt und nahm 1614 seiner Verheiratung halber den Titel eines Administrators an. Während des Dreißigjährigen Kriegs ließ er sich in ein Bündnis mit Dänemark ein, übernahm 1626 beim niedersächsischen Kriegsheer ein Kommando, kämpfte in der Schlacht an der Dessauer Brücke mit, wurde dann von Wallenstein geschlagen und verjagt und 1628 vom Domkapitel abgesetzt. Er flüchtete ins Ausland, zuletzt (1629) nach Schweden zu Gustav Adolf, mit dem er 1630 zugleich den deutschen Boden betrat. Er erlangte dann durch das Versprechen schwedischen Beistandes seine Aufnahme in die Stadt Magdeburg; seine Versuche aber, das Erzstift wiederzuerobern, missglückten, und er wurde 1631 bei Eroberung Magdeburgs gefährlich verwundet, ins Pappenheimsche Lager abgeführt und von den Jesuiten 1632 zum Übertritt zur katholischen Kirche überredet, ein Schritt, welchen eine in seinem Namen erschienene Schrift: "Speculum veritatis", rechtfertigen sollte. Er wurde hierauf auf freien Fuß gesetzt und ihm im Prager Frieden (1635) aus den Einkünften des Erzstifts Magdeburg jährlich eine Summe von 12,000 Thlr., 1648 die Ämter Loburg und Zinna angewiesen.

Literatur


90px Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du der Meinung bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden.

See also: Christian Wilhelm (Brandenburg), 1. Januar, 1587, 1598, 1631, 1665, 28. August, Administrator (Katholische Kirche)