Christliche Apologie

Die Christliche Apologie bezeichnet eine weltanschauliche und theologische Entwicklungsperiode im frühen Christentum des 2. und 3. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Zur Herausbildung der Apologeten der christlichen Lehre

In dieser Zeit war das Christentum gezwungen, sich gegen die Angriffe der antiken Philosophie und ihrer rationalen Argumente zu verteidigen. Die Vertreter des Christentums dieser Periode, die sich den Aufgaben der Verteidigung (Apologetik) der christlichen Religion unterzogen, nennt man Apologeten.

Oft wandten sich die Apologeten mit ihren Verteidigungsschriften direkt an die römischen Kaiser, um die Loyalität des Christentums gegenüber dem römischen Staat zu bezeugen. Das Christentum wurde von ihnen in der Regel als eine neue Philosophie dargestellt, um es vor Verfolgungen als staatsfeindliche Religion zu schützen.

Mit dem Christentum als Staatsreligion erlischt die Apologie

Mit den Schriften der Apologeten begann das christliche philosophsiche und theologische Denken. Nachdem das Cristentum zur Staatsreligion erhoben worden war, erlosch die wesentliche Funktion der christlichen Apologie in der antiken Sklavenhaltergesellschaft.

Die wichtigsten Apologeten

Die wichtigsten Vertreter der christlichen Apologie in der Antike waren Justinus Martyr, Tatian, Athenagoras von Athen, Theophilus von Antiochien, Irenäus, Hippolyt, Tertullian, Minucius Felix, Arnobius und Lactantius.

Obwohl die Vertreter der christlichen Apologie zum Teil gute philosophische und literarische Bildug besaßen, lehnten sie die antike Philosophie und Literatur als für das Christentum wertlos ab. Allerdings verwendeten sie zum Zwecke der Verteidigung der christlichen Religion ihre philosophischen und literarischen Kenntnisse.

Zum Hauptinhalt der Apologie: die Lehre vom Logos

Von Ausnahmen wie Tertullian abgesehen, entwickelten sie keine originellen Gedanken. Durch die Verwendung der philosophischen Terminologie ihrer Gegner wollten die christlichen Apologeten den Anschein erwecken, daß die christliche Religion nichts anderes lehre, als das, was von der antiken Philosophie und Literatur bisher gelehrt worden sei.

Diese Behauptung versuchten sie mit der Lehre vom Logos zu stützen. Nach dieser sei der göttliche Logos im Keime überall vorhanden. Aus diesem Grunde sei es möglich gewesen, daß die antiken Denker und Schriftsteller an der Wahrheit teilhaben konnten, ohne jedoch wegen des fehlenden Glaubens die volle Wahrheit besitzen zu können. Nur das Christentum befinde sich durch den göttlichen Logos im Besitz der vollen Wahrheit.

Die antike philosophische Terminologie als Grundlage der christlischen Dogmenlehre

Die Verwendung der philosophischen Terminologie sollte in der Polemik mit Andersdenkenden bezwecken, allen Nichtchristen die christliche Religion als eine rationale Lehre und als höchste Philosophie erscheinen zu lassen. Den herrschenden Klassen und den Gebildeten sollte auf diese Weise der ideelle Übergang zum Christentum erleichtert werden.

Trotz Ablehnung der antiken Philosophie wurde von den Apologeten der antike philosophische Begriffsapparat in die christliche Lehre eingeführt. Damit wurden von ihnen die ideellen Voraussetgzungen für das Dogmensystem der christlichen Religion und für das Entstehen und die Entwicklung der christlichen Philosophie geschaffen.

Siehe auch: Apologie

See also: Christliche Apologie, 3. Jahrhundert, Apologet, Apologetik, Apologie, Arnobius, Athenagoras von Athen, Hippolyt, Irenäus, Justinus Martyr