Cinemascope

Das Cinemascope-Verfahren (Kurzform im Kinojargon: "CS" oder "Scope"), oder anamorphotisches Verfahren ist eine Art der Aufzeichnung von (Kino-)Filmen (Laufbildwerken).

Funktionsweise

thumb|Ausnutzung des Negativs durch Cinemascope Während beim Breitwand-Verfahren (1:1,66 bzw. 1:1,85) auf 35-mm-Film in genau dem Verhältnis aufgezeichnet wird, in dem auch die Reproduktion auf die Leinwand erfolgt, also das Verhältnis von Höhe und Breite des aufgezeichneten Bildes genau der Wirklichkeit entspricht, wird durch einen Trick beim Cinemascope-Verfahren ein Seitenverhältnis von 1:2,35 hergestellt:

thumb|So sieht das obige Bildbeispiel bei der Projektion auf der Leinwand aus

Die vertikale Achse bleibt unverändert, nur die horizontale wird um den Faktor 2 "zusammengequetscht". Das so resultierende Bild am Filmstreifen ist also seitlich "gequetscht", auf dem Filmstreifen erscheint alles nach oben in die Länge gezogen.

Um aus diesem verzerrten Bild nun wieder ein normales Bild auf der Leinwand zu erzeugen, wird dem Objektiv am Projektor ein so genannter "Anamorphot" vorgeschaltet. Dieser besteht unter anderem aus einer oval geschliffenen Linse, die den Effekt hat, dass das Bild in der Horizontalachse um das 2.35-fache wieder in die Breite gezogen wird.

Vorteile des Cinemascope-Verfahrens: Es kann die volle Breite der Leinwand ausgenützt werden, das Bild ist mehr als doppelt so breit wie hoch.

Geschichte

Das Cinemascope-Verfahren basiert auf dem Anamorphoskop von Professor Henri Chrétien, bereits entwickelt 1927, das 1952 von der 20th Century Fox erworben worden war. Das Anamorphoskop ist wiederum eine Weiterentwicklung des Hypergonars von Chrétien (1951).

Der erste im Cinemascope-Verfahren gedrehte Film war nicht, wie oft behauptet, "Das Gewand" (The Robe) von Henry Koster, sondern "Wie angelt man sich einen Millionär" mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle. The Robe wurde danach gedreht, aber als spektakulärer Einstieg in die Cinemascope-Technik zuerst zur Aufführung gebracht. Der monumentale Bibelfilm wurde am 16. September 1953 in New York uraufgeführt. Er wurde beworben als Film "den man plastisch ohne Brille" sehen kann. Da zu dieser Zeit die 3D-Filme einen großen Zuspruch im Kino erhielten, das Verfahren durch Tragen einer Brille jedoch sehr unbequem war, versuchte man dem Zuschauer mit diesem Slogan zu suggerieren, dass er bei Cinemascope einen 3D-Film sehen würde, was natürlich nicht der Fall war. Da ein Cinemascope-Film nur aus einem Bild besteht (auch wenn es ziemlich breit ist), ist er vollkommen "flach". Der erste echte 3D-Film in Cinemascope war "Der Schatz der Balearen" (1960).

See also: Cinemascope, 16. September, 1951, 1952, 1953, 1960, 20th Century Fox, 35-mm-Film, 3D-Film, Anamorphot