Cinémathèque française
Die Cinémathèque française ist ein französisches Filminstitut mit Sitz in Paris. Zu seinen Aufgaben gehören die Erhaltung und Verbreitung von Filmen als Kulturgut. Getragen wird sie hauptsächlich von staatlichen Subventionen.
Geschichte
Die Cinémathèque française wurde 1935 (zunächst noch unter dem Namen Cercle du cinéma) von Henri Langlois und Georges Franju gegründet, die sich schon vorher privat um die Rettung und Erhaltung alter Filmkopien gekümmert hatten.
Aber erst ein Jahr später konnte man, mit der finanziellen und moralischen Unterstützung von Paul-Auguste Harlé, mit der Arbeit beginnen. Unter der Leitung von Langlois begann die Cinémathèque alles zu sammeln, was mit Film und Kino in Verbindung stand - Kameras, Projektoren, Plakate, Bücher, Kleidungen und sogar Requisiten.
Während der deutschen Besatzung Frankreichs im 2. Weltkrieg retteten Langlois und seine Mitstreiter viele Filme vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten.
Langlois betrieb die Cinémathèque in einem eher "freihändigen" Stil, ließ sich von niemandem in die Karten schauen und wachte eifersüchtig über seine Schätze. Er sammelte zwar Unmengen von Filmmaterial, machte sich aber wenig Gedanken darüber, diese Schätze auch fachgerecht zu lagern. So sind durch unsachgemäße Lagerung auch einige Filme zerstört worden. In einem Fall brannte ein Filmlager komplett ab. Archivlisten gab es lange Zeit nicht, Langlois hatte alles im Kopf. Die internen Strukturen bei der Cinémathèque waren für Außenstehende nur schwer zu durchschauen und sehr informell. Jahrzehntelang standen Langlois die "drei Grazien" Lotte H. Eisner, Marie Epstein (die Schwester des Regisseurs Jean Epstein) und die undurchschaubare Mary Meerson (die Ehefrau von Langlois) als treue Helferinnen zur Seite.
Das Gedächtnis des Kino, wie die Cinémathèque auch genannt wird, hatte durch seine umfassende Sammlung alter Filme einen enormen Einfluss auf die Regisseure der Nouvelle Vague (unter anderem Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Alain Resnais). Einige von ihnen wurden daher als les enfants de la cinémathèque (Kinder der Cinémathèque) bezeichnet.
1968 kam es zu einem Skandal um die Cinémathèque, als der damalige Kulturminister André Malraux versuchte, die Entlassung Langlois' zu erreichen, indem er die staatlichen Subventionen abschaffte. Dies führte aber zu massiven Demonstrationen und Protesten und so musste Malraux seinen Schritt bald wieder rückgängig machen.
Die Arbeit der Cinémathèque um die Erhaltung der Filmkultur wurde in vielen Ländern bewundert und inzwischen gibt es weltweit ähnliche Institutionen, die sich um die Erhaltung und Rekonstruktion alter Filme bemühen.
Ab 2004 ist der Produzent und Regisseur Claude Berri neuer Direktor der Cinémathèque.
Pro Jahr werden über 200 Filme restauriert und im Kino der Cinémathèque 1300 Filme gezeigt.
