COCOM
CoCom (Coordinating Committee on Multilateral Export Controls, dt. Koordinationsausschuss für mehrseitige Ausfuhrkontrollen, vorher: Coordinating Committee for East West Trade Policy) wurde am 22. November 1949 gegründet und nahm zum 1. Januar 1950 die Arbeit auf, mit Sitz in Paris und wurde auf Drängen der USA initiiert und sollte verhindern, dass die Länder unter sowjetischem Einfluss oder sowjetischer Besatzung (RGW/Comecon) und China Zugang zu moderner Technologie bekommen. Dies betraf die Gebiete Waffen, Kernenergieanlagen und Industrieanlagen. Besondere Auswirkungen hatte dies neben reiner Rüstungstechnologie bei der damit verbundenen Mikroelektronik. Oft wurde dieser westliche Technologieboykott nur kurz als CoCom-Liste bezeichnet, da darin die verbotenen Technologien aufgelistet wurden. Dabei wurde ältere Technologie freigegeben und neueste Technologie stattdessen aufgenommen. Aufgrund der den Ostblockstaaten entstehenden zusätzlichen Kosten und zunehmenden Entwicklungsrückstand kann dieses Embargo als erfolgreich gelten.
15 Mitgliedsstaaten unter Führung der USA alle NATO-Länder (außer Spanien und Island) und Japan; wichtige Nichtmitglieder, aber unter Cocom-Einfluss durch die USA: Taiwan, Schweden, Schweiz, Österreich und Finnland. Die Arbeit basierte auf drei Hauptrichtungen (Erarbeitung Verbotslisten, Konsultationen zu Aktualisierungen für neueste Technologien, Tagungen zur Prüfung der Effizienz der Handelsbeschränkungen) Wichtigstes Machtmittel waren Sanktionsdrohungen: Schwarze Liste zu meidender Firmen (ca. 200), sog. vertrauliche „denial orders“, für US-Firmen weltweit verbindlich, damit Ausschluß von Regierungsaufträgen. Insbesondere unter US-Präsident Ronald Reagan wurde in den 1980er Jahren die Abwehr gegen östliche Wirtschaftsspionage und illegale Technologieexporte verstärkt. Den Behörden der westlichen Exportkontrolle mußte ein plausibler Verbleibnachweis geliefert werden. Gegen Zahlung eines hohen Boykottzuschlags waren einige westliche Firmen dennoch bereit, Hochtechnologie zu liefern.
In der DDR befasste sich der Bereich Koko und die HV A des MfS mit der konspirativen Beschaffung von technischen Unterlagen und Embargoware, also Hochleistungsrechnern, Anlagen zur Speicherchipherstellung und Militärtechnik. Die westlichen Geheimdienste waren über die Beschaffungswege gut informiert durch einige Überläufer, durften jedoch aus politischen Gründen nicht massiv eingreifen.
Siehe auch: Embargo
