Colmar
thumb|right|verwinkelte Altstadt von Colmar Colmar (veraltet auch Kolmar) ist nach Straßburg (frz. Strasbourg) und Mülhausen (frz. Mulhouse) die drittgrößte Stadt im Elsass (französisch Alsace) und liegt in einer relativ flachen Landschaft am Fluss Lauch, etwa 20 km westlich des Rheins ungefähr in der Mitte zwischen Basel (60 km entfernt) und Straßburg (65 km entfernt). Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Departements Haut-Rhin (deutsch Oberelsass). Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Colmar, es besteht aus 6 Kantonen, sie ist Hauptort (frz.: chef-lieu) der Kantone Colmar-Nord und Colmar-Sud. Die Stadt ist außerdem Sitz der Cour d'appel de Colmar, des höchsten elsässischen Gerichts (bis 1918 Oberlandesgericht Colmar).
Mit 65.136 Einwohnern (1999) ist Colmar nach Mülhausen die zweitgrößte Stadt im Département Haut-Rhin.
- Geographische Lage: 48°04 N / 07°22 E
- Höhenlage: 197 Meter
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Geschichte
- 823 erste urkundliche Erwähnung als Königsgut, unter dem Namen Columbarium (Taubenhaus).
- Anfang des 13. Jahrhunderts Befestigung.
- 1226: Freie Reichsstadt.
- 1360: Die Verfassung der Stadt übergibt die Macht an die Berufskorporationen.
- 14. Jahrhundert Beitritt zum Zehnstädtebund.
- 14./15. Jahrhundert: in Colmar besteht eine bekannte Schule der Meistersinger, wie auch in anderen Städten am Oberrhein.
- 1548 Josel von Rosheim führt einen Prozess für die Juden der Stadt Colmar vor dem Reichskammergericht wegen des seiner Ansicht nach unzulässigen Marktverbotes der Stadt für die Juden.
- 1673 Truppen Ludwigs XIV. besetzen Colmar.
- 1679 Mit dem Frieden von Nimwegen wird Colmar französisch und Sitz der Allgewaltigen Ratsversammlung der Provinz Elsaß.
- 1791: Sitz der Verwaltung des Departements Haut-Rhin.
- 19. Jahrhundert: Colmar besitzt eine leistungsfähige Textilindustrie
- 1871: Nach Ende des Deutsch-französischen Krieges (1870/71) fällt Colmar als Teil des neugebildeten Reichslandes Elsaß-Lothringen an das Deutsche Reich.
- 1918 kehrt Colmar wieder zu Frankreich zurück.
- 1940 fällt Colmar nach der Niederlage Frankreichs als Teil des Gaues Baden-Elsass erneut unter deutsche Verwaltung.
- Ab 1942 werden die Elsässer zwangsweise in die Wehrmacht eingezogen.
- Februar 1945 wird Colmar als letzte französische Stadt von den Alliierten befreit.
Denkmäler und Sehenswürdigkeiten
thumb|Stadtplan Colmar
Bauwerke
In Colmar befinden sich bedeutende Bürgerhäuser aus Mittelalter und Renaissance, wie das Pfisterhaus. Hauptkirche ist das gotische Martins-Münster.
In der Dominikanerkirche befindet sich das Gemälde Madonna im Rosenhaag von Martin Schongauer.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Klein-Venedig, das sehr schöne Häuser und Brücken beherbergt.
Museen
- Im Musée d'Unterlinden befindet sich der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Daneben wird mittelalterliche Kunst und Kunsthandwerk aus der Umgebung ausgestellt.
- Im Geburtshaus des Bildhauers Bartholdi befindet sich ein ihm gewidmetes Museum.
Die Kolmarer Liederhandschrift enthält von verschiedenen Künstlern des Minnesangs etwa 900 Liedertexte und 105 Melodien. Sie entstand um 1480 in Mainz; eines der wenigen Exemplare wurde von der Meistersingerschule von Kolmar beschafft, verschwand aber in den Wirren eines Bürgerkriegs. Im 19. Jahrhundert tauchte sie in einem Basler Antiquariat auf und wurde von einem Münchener Museum erworben.
Bedeutende Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Der spätgotische Maler Martin Schongauer wurde ca. 1450 in Colmar geboren und verstarb 1491 im nahe gelegenen Breisach.
- Frédéric Auguste Bartholdi war ein französischer Bildhauer (* 2. April. 1834; † 4. Oktober 1904 in Paris). Sein bekanntestes Werk ist die New Yorker Freiheitsstatue.
- Der Zeichner und Heimatforscher Jean-Jacques Waltz (*1873 † 1951), bekannt als Hansi, wurde durch idyllische Darstellungen des Elsass und scharfe anti-deutsche Karikaturen berühmt.
