Columbia Broadcasting System
Columbia Broadcasting System (CBS) ist einer der größten Hörfunk- und Fernsehsender der USA. CBS war einer von drei kommerziellen Fernsehkonzernen, die das Fernsehen dominierten, bevor das Kabelfernsehen eingeführt wurde. Heute gehört das Unternehmen zu Viacom.
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Geschichte
CBS wurde 1927 als ein Joint Venture von Columbia Records und der New Yorker Talentagentur Arthur Judson gegründet. Es ging am 18. September 1927 mit 47 Radiostationen auf Sendung mit der Bezeichnung The Columbia Phonograph Broadcasting System.
Das Radionetzwerk machte im ersten Jahr Verluste, und am 18. Januar 1929 verkaufte Columbia Records seine Anteile an eine private Investorengruppe für US $ 400.000,-. Die Investorengruppe wurde von William Samuel Paley, einem Zigarrenfabrikanten aus Philadelphia, angeführt. Der Sender wurde in The Columbia Broadcasting System umbenannt. Während der nächsten neun Jahre waren Columbia Records und CBS unabhängige Firmen ohne Geschäftsbeziehungen.
Es war das dritte Radionetzwerk in den USA und hatte bald mehr Teilnehmer als irgendeines der NBC-Netzwerke, obwohl die Signale schwächer als bei NBC waren.
Der Mitbegründer Paley sah eine Gelegenheit, Hörer durch Nachrichtenprogramme zu gewinnen, und gab erhebliche Mengen Geld aus, um die Dominanz in diesem Bereich zu gewinnen. Er stellte als Teil dieser Bemühungen Edward R. Murrow als "Director of Talks" ein. Zusammen mit William L. Shirer erfand Murrow praktisch den Senderjournalismus, wie wir ihn heute kennen.
In Jahr 1938 war das Radio der stärkste Sektor in der Unterhaltungsindustrie, während die Schallplattenindustrie noch in der Flaute der großen Depression war. CBS kaufte seine ehemalige Muttergesellschaft Columbia Records.
Die erste Fernsehausstrahlung von CBS fand im Jahr 1939 statt - mit einem einstündigen Programm pro Tag in New York City. Im folgenden Jahr strahlte CBS bereits die erste Farbsendung aus, aber unter der Verwendung einer Technologie, die mit den vorhandenen Schwarzweiß-Fernsehern nicht kompatibel war. Diese Technologie wurde einige Jahre später zugunsten konkurrierender Farbfernsehstandards zurückgewiesen. Fernsehen blieb ein kleiner Teil von CBS bis nach dem Zweiten Weltkrieg.
Seit dem Anfang der Fernseh-Ära ist das Firmenemblem ein stilisiertes Auge in einem Kreis. Von den 40er Jahren bis die 70er Jahre galt CBS als das Netz mit dem größten Prestige der drei Hauptfernsehnetze, und infolgedessen war es als das Tiffany-Netz bekannt. Die Dominanz von CBS wurde in den 70er Jahren durch ABC gebrochen, obgleich CBS zwischendurch wieder die Spitzenbewertung zurückgewinnen konnte (von 1979 bis 1984 und wieder während einer Periode in den frühen 90er Jahren und Anfang 2000).
CBS Musical Instruments wurde gegründet, um neben zahlreichen Musikinstrumenten und Musikequipment auch Rogers (Schlagzeuge) und Fender (Gitarren) herzustellen, zu vertreiben und zu verkaufen.
Im Jahr 1988 verkaufte CBS die CBS Plattengruppe an Sony, die sich seither Sony Music Entertainment nennt.
Super Bowl-Skandal
Bei Super Bowl XXXVII in Tampa, Florida riss der Sänger Justin Timberlake bei der Halbzeitvorstellung der Sängerin Janet Jackson ein Teil ihres Outfits ab. Das Teil befand sich an der Stelle der weiblichen Brust. In Amerika werden Obszönitäten, wo Nacktheit und Sex vorkommen, schwer geahndet. CBS war bei der Veranstaltung mit seinem Tochtersender MTV der Fernsehübertrager und hatte die Szene nicht zensiert. Somit mussten 27 angegliederte Fernsehstationen von CBS jeweils eine Strafe von 27.500 Dollar, zusammen 550.000 Dollar, zahlen. Das war das höchste Bußgeld für eine fehlerhafte Fernsehübertragung in den USA. In Deutschland ist dieser Vorfall als "Nipplegate" bekannt geworden. In den USA kennt man diese Bezeichnung nicht: Der Ausspruch wurde von der deutschen BILD-Zeitung geschaffen.
Nach diesem Skandal hat die FCC angeordnet, dass alle Übertragungen mit einer Zeitverschiebung gesendet werden müssen beziehungsweise wenigstens 5 - 10 Sekunden später "live" gezeigt werden dürfen, um eine eventuelle Zensur zu ermöglichen.
Englischsprachige Meldungen zu "Nipplegate":
- "Outrage over Janet Jackson exposure" (MSNBC News)
- "FCC chair vows to investigate halftime flash" (MSNBC News)
- "Janet Jackson's wardrobe malfunction" (MSNBC News)
George W. Bush-Skandal
In der CBS-Nachrichtensendung "60 Minutes II" verlas der Moderator und Chefnachrichtensprecher von CBS Dan Rather, dass George W. Bushs Zeit in der Armee nicht richtig dokumentiert gewesen sei und er sich vor dem Vietnamkrieg gedrückt haben soll. Später fand man heraus, dass er in der maßgeblichen Zeit doch beim Militär war (an der Heimatfront). Der langjährige Moderator Rather erlitt dadurch einen solchen Glaubwürdigkeitsverlust, dass die Einschaltquoten der Nachrichtensendungen bei CBS in den nachfolgenden Wochen Rekordniedrigstände erreichten. Der Veteranennachrichtensprecher von CBS Walter Cronkite befand diesen Bericht als beschämend für den Sender. Am 9. März 2005 wurde Dan Rather von Bob Schieffer als Chefnachrichtensprecher der CBS Evening News abgelöst, Rather will allerdings weiterhin an 60 Minutes mitarbeiten. Ob die Entscheidungs Rathers, seine Position als Anchorman abzugeben, mit der Kontroverse um den 60 Minutes-Beitrag zusammenhängt, ist umstritten.
Das Letterman-Imperium
Anfang der 1990er Jahre kam David Letterman zu CBS, nachdem er bei NBC die "Late Night Show with David Letterman" verlassen hatte, weil zu schlechte Quoten kamen. Die Sendung übernahm Conan O'Brien. Als Letterman seinen Fuß in das Studio des Ed Sullivan Theaters setzte, begann für CBS das goldene Zeitalter der Late Night Shows. Letterman stand nun in direkter Konkurrenz zu seinem Erzrivalen Jay Leno, der parallel auf NBC lief. Für Letterman muss CBS jährlich 31,500,000 Dollar Gehalt plus Merchandisingeinnahmen bezahlen. Damit ist er der teuerste Mann im US-Fernsehen. Außerdem besitzt Letterman seinen eigenen NASCAR-Rennstall. Bei Letterman kommen und gehen die weltbekannten Stars. Man sagt, dass Letterman bis 2010 gehen wird.
Obwohl die Nachrichtensendungen bei CBS so schlecht dastehen, sind die Unterhaltungssendungen (Reality-TV) wie "Amazing Race" oder "Survivor" sehr erfolgreiche Fernsehformate in den USA.
Sendungen
- Daytime (Tagesprogramm)
- The Price is Right (Der Preis ist Heiß) seit 1978 mit Bob Barker
- Daytime Emmy Awards
- The Young and the Restless (Soap)
- The Bold and the Beautiful (Reich und Schön; Soap)
- Guiding Light (Soap)
- As the World Turns (Soap)
- Primetime (Abendprogramm)
- CSI
- Big Brother (Fernsehshow) 1 - 5 (Reality TV)
- Amazing Race (Reality TV)
- Alle Lieben Raymond
- JAG
- Star Search 1 - 5
- Survivor (Reality TV)
- Without a Trace - Spurlos Verschwunden
- Late Night Shows
- Late Night with Craig Kilborn
- Late Night with David Letterman
- Specials
- Grammy Awards
- AFI most famous movie songs
- Academy of Country Music Awards
- CBS News
- 60 Minutes with Dan Rather
- 60 Minutes II
- 48 Hours
- Face The Nation
- The Early Show
