Columbia University

Der offizielle Titel der Universität lautet Columbia University in the City of New York. Diese Einrichtung ist älter als die Vereinigten Staaten selbst. Die Columbia-Universität liegt in Morningside Heights, gleich nördlich von der Upper West Side, im New Yorker Stadtteil Manhattan und gehört zu der sog. "Ivy League", den Elite-Universitäten im Nordosten der USA (wie Yale, Princeton, Harvard u.a.). (Streng genommen ist die Ivy League nur eine Sportliga, aber die dazugehörenden Unis verkörpern Elitenuniversitäten.) thumb|Low Memorial Library, Columbia University

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Columbia University wurde 1754 als King's College unter königlichem Erlass von König Georg II. gegründet. Es ist die älteste höhere Schule im Staat New York und die fünft älteste in den Vereinigten Staaten. Columbia gilt als eine der angesehensten Universitäten der Welt.

Im Juli 1754 fand die erste Vorlesung durch Samuel Johnson (1696 - 1772) in einem Gebäude, das mit der Trinity Church verbunden war, statt. Heute befindet sich dort der untere Broadway in Manhattan. Die Vorlesung wurde vor acht Studenten gehalten. 1767 wurde dem King's College gestattet, als erste amerikanische medizinische Hochschule den Doktor der Medizin zu verleihen.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg brachte der Schule 1776 eine achtjährige Aufhebung der Lehrtätigkeit. Zu den ersten Studenten und Kuratoren des King's College gehörte John Jay, der erste Chief Justice of the United States, Alexander Hamilton, der erste Finanzminister der Vereinigten Staaten und Robert R. Livingston, einer der fünf Männer, die die Unabhängigkeitserklärung entwarfen.

1784 wurde das College als Columbia College wieder eröffnet. 1849 zog das College vom Park Place, in der Nähe der heutigen City Hall, in die 49. Straße und Madison Avenue, wo es für die nächsten fünfzig Jahre verblieb. Während der letzten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts nahm das Columbia College die Züge einer modernen Universität an. Die Law School wurde 1858 gegründet und die ersten akademischen Vorlesung im Bergbau, als Vorgänger der heutigen Fu Foundation School of Engineering and Applied Science, wurden 1864 gehalten. Das Barnard College, das zunächst nur Frauen vorbehalten war, wurde an Columbia 1889 angegliedert. Die Medical School wurde 1891 unter die Schirmherrschaft der University gestellt, gefolgt vom Teachers College 1893.

Die postgraduierten Fakultäten der Politologie, Philosophie und Wissenschaftstheorie wurden im Columbia College zu einem der ersten Zentren für postgraduierte Weiterbildung.

1896 wurde durch die Kuratoren der neue Name des Colleges, Columbia University, festgelegt. Zur gleichen Zeit zog der Campus von der 49. Straße zum 10,5 Hektar großen Campus in den Morningside Heights (von der 114. bis zur 120. Straße, Broadway bis Amsterdam Avenue West), wo die Universität sich noch heute befindet. Der Campus wurde durch die bekannten Architekten der Firma McKim, Mead und White gestaltet.

1902 wurde durch den New Yorker Zeitungsmagnaten Joseph Pulitzer eine hohe Summe an die Universität gespendet, um einen Fachbereich für Journalismus einzurichten. 1912 öffnete die Graduate School of Journalism - der einzige journalistische Fachbereich der Universitäten in der Ivy League. Die Schule verleiht jährlich den Pulitzer-Preis und den Dupont Award im Rundfunkjournalismus.

1928 wurde mit dem Columbia-Presbyterian Medical Center der zweite Campus der Columbia University in den Washington Heights (von der 165. bis zur 168. Straße, Riverside Drive bis Audubon Avenue) eröffnet.

Die Columbia Business School wurde 1916 hinzugefügt, zum Teil durch die Initiative des damaligen Präsidenten der Chase Manhattan Bank, Alonzo Barton Hepburn.

Die atomare Forschung durch die Fakultätsmitglieder I. I. Rabi, Enrico Fermi und Polykarp Kusch plazierte die physikalische Fakultät in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit in den 1940er Jahren, nachdem der erste Atommeiler gebaut wurde und so das Manhattan-Projekt begann.

Im Frühjahr 1968 hielten protestierende Studenten fünf Gebäude eine Woche lang besetzt. Sie protestierten gegen den Bau einer Sporthalle im Morningside Park, die Präsenz von Offizieren und Regierungsbeamten auf dem Campus zur Rekrutierung von Vietnamkämpfern und gegen die Universitätsverwaltung generell. Angeordnet durch den damaligen Universitätspräsident Grayson Kirk, wurde die Besetzung der Universitätsgelände durch die New Yorker Polizei gewaltsam beendet. Kirk selbst musste jedoch zurücktreten, nachdem die Studenten daraufhin die Abschlussfeier boykottierten.

Der Stern der Columbia University sank zwischen den 1970er und 1980er Jahren. Während der 1990er eroberte die Universität unter ihrem Präsidenten George Rupp eine der Spitzenpositionen in der Reihe der führenden Universitäten des Landes zurück.

Die Universität leidet stark unter der Einengung durch das urbane New York. Die Universität plant zur Zeit, im Laufe des kommenden Jahrzehnts schrittweise die Gelände nördlich des heutigen Morningside Heights-Campus und westlich des Broadways aufzukaufen und sie zum dritten Campus der Universität umzubauen, was allerdings bisher einige Proteste der in der Umgebung lebenden Bevölkerung zur Folge hatte.

Bekannte Angehörige und Absolventen der Universität

thumb|Earl Hall, Columbia University

Statistiken

Gewonnene Preise

Weblinks

See also: Columbia University, 1696, 1754, 1767, 1772, 1776, 1784, 1849, 1858, 1864