Commodore BASIC

Commodore BASIC ist ein Dialekt der Programmiersprache BASIC, die in Commodores 8-Bit-Heimcomputern - beginnend 1977 mit dem PET 2001 bis zum C128 im Jahre 1985 - eingesetzt wurde. Später kam noch eine für den C65 gedachte Version hinzu, die aber nicht mehr fertiggestellt wurde. Das Basic basierte auf 6502-Microsoft BASIC, das von Microsoft für eine Einmalzahlung lizenziert wurde. Einige andere BASICs für 6502-Rechner, beispielsweise Applesoft BASIC, beruhen auf der gleichen Codebasis und sind daher sehr ähnlich.

Besondere Eigenschaften

Ein aus Sicht der damaligen Zeit besonderer Vorteil des im ROM eingebauten Commodore-BASIC-Interpreters gegenüber denen anderer Hersteller war der integrierte, so genannte "Fullscreen-Editor" ("Vollbildschirm-Editor"), der ein komfortables Bearbeiten von Programmen oder sofortiges Ausführen von Befehlen ohne umständliche EDIT-Kommandos ermöglichte. Programmzeilen werden durch Betätigen der Eingabe-Taste ("Return") teilweise kompiliert - gefundene Schlüsselwörter übersetzt der Editor in Tokens von nur einem Byte Länge - und dann im Arbeitsspeicher abgelegt. Bei der Ausgabe des Programms mittels LIST werden diese Tokens wieder expandiert. Die Tokens lassen sich auch direkt zur schnellen Programmeingabe verwenden, das Zeichen ? steht dabei beispielsweise für den PRINT Befehl zur Ausgabe eines Textes auf den Bildschirm.

In den ersten Versionen war das System stark kassettenorientiert. Der Interpreter enthielt Funktionen zur Ansteuerung der "Commodore Datasette".

Commodore BASIC arbeitet mit Zeilennummern im Bereich 1 bis 65535. Befehle für strukturierte Programmierung waren in den ersten Versionen sogut wie nicht vorhanden. Die Steuerung des Programmflusses erfolgt durch die Befehle GOTO, GOSUB / RETURN, IF...THEN...ELSE und ON, die jeweils Zeilennummern als Sprungziel erwarten. Nur der Schleifenbefehl FOR / NEXT war eine halbwegs strukturierte Anweisung.

Bekannte Datentypen sind 40-Bit-Fließkommazahl, 16-Bit-Integer und Zeichenketten mit variabler Länge bis zu 255 Zeichen. Einfache Variablen müssen nicht deklariert zu werden; sie beginnen zu existieren, wenn sie benutzt werden. Sie sind mit einem Buchstaben oder einem Buchstaben gefolgt von einem weiteren Buchstaben oder einer Zahl benannt; weitere alphanumerische Zeichen können folgen, werden aber ignoriert, sodass zum Beispiel LACH und LABER die gleiche Variable LA bezeichnen. Die meisten Programme verwenden daher grundsätzlich keine Variablennamen von mehr als zwei Zeichen Länge. Die Suffixe $ (Dollarzeichen) und % (Prozentzeichen) machen aus der Variablen, die ansonsten eine Fließkommazahl aufnehmen würde, eine Zeichenkette beziehungsweise einen Integer; da alle Berechnungen jedoch im Fließkommaformat durchgeführt werden und alle einfachen Variablen gleich viel Speicher brauchen, wurde durch Integervariablen die Ausführung nicht beschleunigt, sondern sogar verlangsamt, weshalb sie nur selten benutzt wurden. Arrays können durch die DIM-Anweisung deklariert werden. Zeichenketten legt der Interpreter hintereinander im Arbeitsspeicher ab. Gelöschte Zeichenketten werden nicht sofort entfernt. Bei Speichermangel wird eine Garbage-Collection gestartet, die bei exzessiver Benutzung von Zeichenketten minutenlang dauern konnte.

Die Funktion PEEK und der Befehl POKE ermöglichen ein direktes Lesen beziehungsweise eine direkte Manipulation des Arbeitsspeichers; aufgrund des unterschiedlichen Speicheraufbaus ist diese Verwendung ist jedoch nicht kompatibel zwischen den verschiedenen Modellen. Einige systemnahe Funktionen, für die es keine eigenen Befehle gibt, sind sogar nur über diese Befehle nutzbar. Für die Arbeit mit Programmen in Maschinensprache stehen der Befehl SYS und die Funktion USR zu Verfügung.

Versionen (chronologisch, mit den jeweils neuen Eigenschaften)

See also: Commodore BASIC, Arbeitsspeicher, Array, BASIC, Bug, Byte, C116, C128, C16, C64