Compliance (Medizin)
In der Medizin spricht man von der Compliance des Patienten. Damit wird der Umstand angesprochen, dass die Heilung vieler Krankheiten ein kooperatives Verhalten des Patienten voraussetzt. Im medizinischen Sinne kann man Compliance also mit Therapietreue oder konsequentem Befolgen übersetzen. Besonders wichtig ist Compliance bei Diabetikern und psychisch Kranken in Bezug auf die Einnahme von Medikamenten, dem Befolgen einer Diät oder der Veränderung eines Lebensstils. Compliance kann vorliegen, wenn der Patient
- von einer allgemeinen Krankheitsanfälligkeit überzeugt ist,
- sich seiner Erkrankung gegenüber für besonders anfällig hält,
- die Ernsthaftigkeit seines Leidens erkennt,
- an die Wirksamkeit der Therapie glaubt,
- mit der medizinischen Betreuung zufrieden ist oder
- von seiner Familie in seinem Befolgungsverhalten unterstützt wird.
Therapietreue kann durch Psychoedukation geschult werden.
Auf den Patienten bezogen bedeutet Compliance: die Bereitschaft, ärztlichen Anweisungen zu folgen. Auf den Arzt bezogen bedeutet Compliance: die Bereitschaft, therapeutische Anweisungen und Strategien auf die Möglichkeit und Wünsche des Patienten abzustimmen. Der ärztliche Sprachgebrauch hat eine Tendenz, dieses zweite Bedeutungsfeld als unwichtigen Inhalt zu unterschlagen. Im angelsächsischen Sprachraum ist neuerlich der Begriff Adherence eingeführt worden.
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