Contra-Krieg

Als Contra-Krieg wird der Bürgerkrieg in Nicaragua von 1981-1990 bezeichnet.

Ursachen

1979 wurde die Somozadiktatur in Nicaragua gestürzt und von einer linksorientierten Regierung der Sandinisten abgelöst. Als Gegenbewegung bildeten sich die Contra-Milizen, die die Restaurierung der alten diktatorischen Herrschaftsstrukturen anstrebten. Die Contra-Bewegung besaß kaum Rückhalt in der Bevölkerung und wäre wohl rasch gescheitert, wenn sie nicht durch die USA unterstützt worden wären.

Der neu gewählte republikanische US-Präsident Ronald Reagan richtete die US-Außenpolitik neu aus und sorgte dafür, dass die Contra-Milizen mit massiven finanziellen und militärischen Hilfen am Leben erhalten wurden. Zusätzlich verhängte die USA eine Wirtschaftsblockade über Nicaragua und versuchte die sandinistische Regierung wiederholt als "kommunistisch" zu brandmarken. Als die sandinistische Regierung mit ihrer Politik der "nationalen Integration" die unterschiedlichen Ethnien Nicaraguas zu einem einheitlichen Nationalstaat verschmelzen wollte, sorgte sie mit dieser ungeschickten Vorgehensweise für weiteren Zulauf bei den Contras. Vor allem die indianische Minderheit an der Atlantikküste (Miskitos) fühlte sich gegenüber der, die Sandinisten unterstützenden und an der Pazifikküste lebenden Mehrheit der Mestizen benachteiligt. Durch die massive US-Unterstützung einer wenig populären Rebellenbewegung und auch teils stümperhaften Reformen der sandinistischen Regierung, versank Nicaragua in einem jahrelangen Bürgerkrieg, in dem auch Nachbarstaaten Nicaraguas eine Rolle spielten. So operierten Contra-Milizen oft von Militärbasen in Honduras aus und eine andere anti-sandinistische Rebellengruppe benutzte von 1982-86 Basen in Costa Rica.

Kriegsende und Auswirkungen

Durch Vermittlung der zentralamerikanischen Staaten wurden 1989 freie Wahlen vorbereitet. Außerdem wurde die Entwaffnung der Contra-Milizen bis zum 8.Dezember 1989 beschlossen, der Aufforderung zur Waffenabgabe leisteten aber nicht alle Milizen Folge. Bei den Wahlen 1990 gewann die vereinigte nicaraguanische Opposition ("UNO") und besiegelte so das Ende der sandinistischen Regierung. Doch auch nach Amtsantritt der neuen Regierugn zogen vereinzelte Contra-Milizgruppen noch plündernd durch das Land, so dass sich die Lage erst langsam normalisierte.

Der Krieg forderte ca. 60.000 Menschenleben und ruinierte die Wirtschaft Nicaraguas.

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