Convair F-106
Bei der Convair F-106A Delta Dart handelte es sich um einen einsitzigen Hochleistungs-Allwetter-Abfangjäger der 60er und 70er Jahre im Dienste der US-Luftwaffe. Dieses Flugzeug weist viele Besonderheiten auf und hält heute noch den Geschwindigkeitsweltrekord von 2.820 km/h für einstrahlige Düsenjets.
Begonnen hat es mit der Convair F-102A Delta Dagger, die der F-106A auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnelt. Die US Air Force war mit den Leistungen der F-102A nicht zufrieden und durchgeführte Verbesserungen konnten ebenfalls nicht überzeugen, so dass es einen kompletten Neuentwurf gab. Der Erstflug der F-106A war am 26. Dezember 1956. Die Truppenauslieferung war 1958. Es wurden insgesamt 340 Maschinen gebaut. Nach 30 Jahren Dienstzeit wurde die Maschine 1988 außer Dienst gestellt.
Neben der F-106A gab es noch die F-106B als zweisitzigen Trainer. Die NASA nutzte bis 1991 eine F-106B mit Vortex Flaps an der Vorderkante der Flügel. Bei diesen Vortex Flaps handelte es sich um einen Versuch mit kleinen Kegeln, die einen besseren Aufrieb bei geringerem Luftwiderstand ermöglichten.
Besonderheiten der F-106A: Eine Neuerung, die in etliche amerikanische Kampfflugzeugentwürfe (z.B. nach der F-102 noch die F-104 "Starfighter", F-105 "Thunderchief", F-110 = F-4 "Phantom II") der 1950´er Jahre einfloß, war der aus aerodynamischen Gründen nach der sog. "Flächenregel" in der Mitte eingeschnürte Rumpf (Wespentaille). Dies brachte dem Jet den Spitznamen „fliegende Colaflasche“. Die F-106A war das erste Flugzeug mit einem digitalen Bordcomputer mit Zielidentifizierung und hatte schon ein Radar mit Festzeichenunterdrückung (zeigte also nur bewegte Ziele an). Weiterhin hatte die F-106A ab 1960 einen IR-Sensor in der Pilotenkanzel eingebaut (tauchte erstmals in der MiG-29 wieder auf) zur unbemerkten Erfassung des Gegners. Standardmäßig war die Maschine mit zwei AIM-4D/G Falcon-Raketen mit IR-Lenkung und zwei AIM-4F Falcon mit halbaktiver Radarlenkung ausgestattet. Die F-106A konnte jedoch auch die AIM-2 A Genie mitführen – die stärkste Waffe, die je ein Abfangjäger mitgeführt hatte. Die AIM-2A besaß einen nuklearen Gefechtskopf von 1,5 kT und sollte gegen feindliche Bomberformationen eingesetzt werden.
Technische Daten der F-106A
- Länge, ohne Staurohr: 19,95 m
- Länge, mit Staurohr: 21,34 m
- Spannweite: 11,66 m
- Höhe: 6,46 m
- Flügelfläche: 64,83 m²
- Leergewicht: 10.957 kg
- Treibstoffmenge: 909 l im Rumpf und 9.420 l in den Flügeltanks
- Max. Startgewicht: 18.974 kg
- Ein Pratt & Whitney-J75-Triebwerk mit 7.800 kp (ohne Nachbrenner) und 11.000 kp (mit Nachbrenner)
- Höchstgeschwindigkeit: 2.455 km/h auf 12.200 m
- Reisegeschwindigkeit: 2.010 km/h
- Steiggeschwindigkeit: 202 m/s
- Dienstgipfelhöhe: 17.678 m
- Reichweite, ohne Zusatztanks: 1.850 km
- Reichweite, mit Tanks unter den Flügeln: 2.466 km
- Überführungsreichweite: 4.245 km
Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen
